Everest Basislager 5.165 m

21. April 2017

19. Tag  Ein Trauriger Tag

Hallo Sabine,
Dein heutiger Anruf während unseres Abstieges von der heutigen Akklimatisierungstour auf ca. 5.550 m hat mich bis ins Herz getroffen, gleichzeitig bin ich auf meiner realistischen Denkebene seid 2009 darauf eingestellt und weiß einfach, dass das Leben hier auf diesem Erdball vergänglich ist.

Ich bin unendlich dankbar, dass ich es geschafft habe, mich mit wirklich guten Menschen umgeben zu dürfen.
Dies hat mir Dein wenn auch für mich unsagbar trauriger aber eben ehrlicher Anruf und dies haben mir die Reaktionen von Wolfi, der gerade mit mir die steile Geröllhalde hinunter in Richtung Basislager stieg, sowie die Antwort von Klemens, der wenig später vom Fotografieren zu mir kam, ganz klar gezeigt.

Meine beiden Jungs sagten mir auf der Stelle, sie seien mit jeder meiner Entscheidungen auf Grund dieser nun so plötzlich geänderten psychischen Situation für mich einverstanden und sie tragen diese Last gemeinsam mit mir.
DANKE Wolfi!! DANKE Klemens!!

Ich spürte sofort, ein Abbruch der Reise würde wahrscheinlich für die Gesellschaft gut sein, aber in Wahrheit dient so eine Entscheidung niemanden.

Weitere Telefonate mit meinen engsten Familienmitgliedern haben mir diesen Gedanken ganz deutlich gestärkt und so möchte ich jetzt noch eine Nacht darüber schlafen, besser gesagt, eher wohl wachen, um mich in der für mich so argen psychischen Hochschaubahn zu orientieren.

Für alle Leser:
Bitte versteht meine emotionale Ausdrucksweise, zu eurer Info nur eines.
Jemand für mich extrem wichtige Person, wenn nicht eine der zwei Wichtigsten für mein Leben überhaupt, ist heute Nacht mit einem unwiederbringbaren gesundheitlichen Schlag ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Zu meiner Reise zum MT Everest möchte ich an dieser Stelle heute keine weiteren Details verbreiten, ich muss mich einfach fassen.

Aber liebe Leute, die Zeichen stehen auf POSITIV!!!
Meine Freunde hier im Camp, Klemens und Wolfgang sowie Daniel stützen mich extrem.
Und die Telefonate mit meinen Lieben zu Hause geben mir enorme Kraft.

Alles Liebe und habt großen Dank für euer Verständnis, dass heute kein Expeditionsbericht wie üblich über eure Bildschirme flattert.
Es gibt derzeit für meine Familie und mich einfach Wichtigeres.
Aber blicken wir gemeinsam nach vorne……

Ich habe lange schon zu akzeptieren gelernt, dass eine dunkle Stunde mein Leben nur erhellen kann, wenn ich diese traurige Tatsache nicht zu verdrängen versuche, sondern möglichst schnell damit beginne, dieses Faktum als Teil meines Daseins in meine Biographie einzuarbeiten.
Euer Andy mit Wolfi und Klemens

 

 

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