Everest Basislager 5.165 m

19. April 2017

17. Tag  Aufstieg auf 5.800 m

Heute hat es leider sehr lange gedauert, bis ich endlich diese Zeilen von Andy bekommen habe – sehr schlechte Verbindung … 🙁
Auch Bilder waren nicht möglich zu empfangen – aber vielleicht kann ich euch morgen wieder mit aktuellen Fotos verwöhnen. (ein neuer Tag – ein neuer Versuch)
Doch wichtig ist, das es unseren Männern gut geht und sie trotz all den Verbindungsschwierigkeiten guter Laune sind … 🙂

„Hallo Sabine,
bin grad mit frischer Wäsche  in den warmen Schlafsack geschlüpft.

War heute super. Um 9.20 Uhr mit Klemens zur Wanderung gestartet. Wolfi fühlte sich am morgen nicht so gut.
Wir steuerten den Gletscherbach an,  der hinauf zu diesem Sechstausender zieht,  den wir 2015 bestiegen haben. Aber leider war heuer weniger Eis – so war es für mich eine wahnsinnige Anstrengung durch diesem Bach mit großen Steinblöcken hinauf zu stolpern.
Klemens navigierte mich perfekt.

Auf 5.400 Meter passierte leider ein Missgeschick. Dies ist in solcher Umgebung sehr kritisch.
Ich brach mit beiden Beinen durch die unkalkulierbare Eisdecke zwischen den Steinen. Bis zu den Knien stand ich in eiskaltem Wasser. Blitzschnell zog ich mich raus und riss mir Schuhe und Socken  von den Füßen. Gott sei dank war die Luft nicht all  zu kalt und nach 20 Minuten Socken ausdrehen, beschloss ich weiter zu gehen.
Es war für mich logisch dass ich im Aufstieg eher  warm bekomme als wenn ich jetzt absteige.  Klemens war extrem gut auf mich eingestellt und so bettelten wir uns gegenseitig weiter.

Als wir endlich oben vom eisigen Bach in ein flaches Hochtal raus kamen wurde  der Weg besser. Eine Trinkpause und wir stiegen in den knapp 500 m hohem Gipfelhang  der recht steil auf über 6.000 m hoch zieht.
Der Untergrund hier war sandig und das ging für mich dann spitze voran.

Auf 5.800 m kam uns Daniel mit Anja von oben entgegen. Das Wetter war bereits schlecht – Wind und leichter Schneefall. So beschlossen wir mit Daniel runter zu gehen.
War gut so – es geht beim Akklimatisieren nicht um maximale Höhe. Es geht um Bewegung in dünnere Luft. Da machen die fehlendem 200 m gar nichts.

Der abstieg erst steil durch Schotterrinne ging flott. Die Zehen  nach unten  gab mir Wärme  in den nassen  Socken.
Wolfi kam auch noch daher und so stiegen wir in das grausige eisige Bachbett nach unten.
Im Vergleich zu 2015 ging dieser Abstieg für mich recht gut und flott.
Danke danke Klemens und Wolfi.

Um 15.45 Uhr trafen wir in Basislager  ein und wurden mit einer Tiroler Jause verwöhnt. Daniel hatte Speck und Käse aus dem Zillertal mitgebracht. Einfach Hammer.
Alles glücklich und gut.
Bis ganz bald. Andy mit seinen Buam“

Klemens, Andy und Wolfi bei der ersten Akklimatisierungstour in Xegar auf 4600m (Foto Martin Böhm)

Klemens, Andy und Wolfi bei der ersten Akklimatisierungstour in Xegar auf 4600m
(Foto Martin Böhm)

Noch ein kurzer Nachtrag zum heutigen Tag.
Planmäßig um 8.00 Uhr  in der Früh sind 46 Yaks ins Basislager gekommen und dann mit dem Material und ein paar Sherpas zum ABC gestartet.
Dort wird das nächste Lager für unser Team aufgebaut und vorbereitet.
Laut letzter Auskunft werden unsere Männer am 23. oder 24. April ins ABC Lager starten.
Aber darüber werde ich euch noch Genaueres berichten

Für heute namaste euer Bodenpersonal Sabine

 

 

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