Weiterer Akklimatisierungstag im Everest Basislager 5.165 m

16. April 2017

14. Tag  Ein weiterer Akklimatisierungstag

Wie schon in gewohnter Manier, gab es auch heute wieder große Probleme mit der Verbindung zu unseren Männern ins Basislager – doch endlich hat es wieder für einen kurzen Augenblick funktioniert – man muss die Gunst der Minuten nutzen … 🙂

„Hallo Sabine,
diese Nacht war nun schon fast wie zu Hause, im Tiefschlaf und ohne Kopfschmerzen an mir vorbei gegangen.

Ein wolkenloser herrlicher Morgen weckte uns und beim Frühstück wurde ich wieder vom Küchenpersonal überrascht.
Dass der Andy am Morgen Eier mag, zwei, drei oder auch mal vier, dass wissen die Jungs lange schon.
Aber dieses Käseomlette heute morgen, dass muss man im Fünfsternhotel suchen.
Selten in meinem Leben hab ich so ein geschmackvolles Schmankerl bekommen.

Um 10.00 Uhr war mit Daniel und dem Rest unserer Gruppe drüben im Gletschertal, ganz nahe am Basislager ein Steigeisentraining angesagt.
Nicht dass die Teilnehmer erst hier das Gehen mit Steigeisen lernen sollen, nein!! Alle unsere Mitglieder haben wie schon teils zu vor im Blog beschrieben, sehr viel Erfahrung und auch anspruchsvolle eisige Berge erfolgreich bestiegen.

Aber die Abstimmung mit dem Everest-Expeditionsstifel (für 8000 m Berge speziell wärmegedämmte und technisch ausgebaute Expeditionsschuhe) zusammen mit Schuhheizungssystemen, Steigeisen die auf Grund der Übergröße der Außenschuhe des mehrwandigen Expeditionsschuhs viel größer sein müssen, macht einen Testlauf hier in geschütztem Rahmen in Basislagernähe, wo man noch was an der Abstimmung ändern kann, absolut sinnvoll.

Klemens steigt mit Andy den kleinen Gletscher ab (Foto Wolfgang Klocker)

Klemens steigt mit Andy den kleinen Gletscher ab
(Foto Wolfgang Klocker)

Wolfi, Klemens und ich haben nach dem Frühstück im Diningtent den für uns ganz neuen Ceecoach ausgepackt und geprüft.
Ceecoach steht für ein ausgeklügeltes Kommunikationsgerät, welches via Bluetooth zwei oder mehr Personen als Gegensprechanlage verbindet.
Dieses winzige Gerät steckt man in die Jackentasche und daran werden Kopfhörer und ein Mikro angeschlossen.

Andy testet mit Klemens den Ceecoach (Foto Wolfgang Klocker)

Andy testet mit Klemens den Ceecoach
(Foto Wolfgang Klocker)

So kann man ohne eine Taste während des Kletterns, Skifahren, Motorradfahren oder alles was man sich so vorstellen kann, untereinander im Volldublexbetrieb (sprechen und hören gleichzeitig) in bester Audioquallität kommunizieren.

Für mich speziell in der Gipfelregion des MT. Everest, wo starker Wind zu erwarten ist, wo jeder von uns unter einer dicken Kapuze und der Sauerstoffmaske verschwindet und keiner mehr überschüssige Kraft zum Zurufen von Kommandos mehr haben wird, ein unverzichtbares Hilfsmittel.
So nutzten auch wir diesen Testlauf auf diesem kleinen Gletscher Nähe Basislager und wir konnten die Feinheiten tunen.
Z.B. muss ich die Kopfhörer, die mittels Klettverschluss an der Innenseite meines Stirnbandes oder Mütze befestigt sind, nicht direkt an den Ohren, sondern oberhalb davon fixieren.
So kann ich über meine Ohren auch die Naturgeräusche oder auch Zurufe von Dritten ganz normal wahrnehmen und diese werden nicht durch den Input von Ceecoach übertönt.
Also die erfolgreiche Besteigung des höchsten Berges der Erde steht auch mit so kleinen Details wie eben beschrieben im direkten Zusammenhang.

Andy mit Ceecoach im Everest Basecamp (Foto Wolfgang Klocker)

Andy mit Ceecoach im Everest Basecamp
(Foto Wolfgang Klocker)

DANKE der Firma Ceecoach und vor Allem Christoph Schillo, dass sie uns diese Innovation für den Gipfelversuch des ersten blinden Menschen an der Nordroute des MT. Everest so unkompliziert und begeistert zur Verfügung stellt.
Alle Tests und Versuche waren super erfolgreich und nun sind wir auch technisch wieder einen Schritt weiter.

Jetzt am Nachmittag verbringen wir jeder für sich die Stunden in unseren Zelten, die durch die Sonneneinstrahlung wunderbar warm sind.

Noch ein Ausblick auf die nächsten Tage.
Morgen wohl ein weiterer gemütlicher Tag mit etwas spazieren, vielleicht mal nachsehen, wer sich mittlerweile im Basislager neben unserem Team niedergelassen hat.

Am Dienstag soll unsere Puja stattfinden. Am Mittwoch die Yaks gemeinsam mit unseren Sherpas und dem ganzen Material ins ABC auf 6.450 m aufsteigen um dieses „Vorgeschobene Basislager“ einzurichten.

Andy mit Dachsteinschuh am Gletscher (Foto Wolfgang Klocker)

Andy mit Dachsteinschuh am Gletscher
(Foto Wolfgang Klocker)

Für uns Teammember bleiben dann noch einige Tage hier im Camp um uns noch besser anzupassen um dann wohl gegen Ende der Woche die nächste Höhenstufe hinauf über das Mittelcamp auf 5.800 m ins ABC zu nehmen.
Aber darüber werde ich dann noch genauer berichten.

Alles Liebe allen Lesern, einen schönen Ostersonntag bzw. Ostermontag,
Andy mit seinem Superteam“

So nun habt ihr meine lieben Leser wieder einen kleinen Einblick in das momentane Geschehen im Basislager bekommen.

Jetzt noch ein paar persönliche Worte für meinen Andy (da unsere Verbindung heute leider sehr kurz und auf das Wesentliche beschränkt war) – danke für deine sehr lieben und emotionalen Zeilen zu „unserem Tag“ – schön das es dich gibt …ich vermisse dich und denk sehr viel an dich und deinen Traum, möge es gelingen. Aber du weißt ja, wir träumen nicht unser Leben sondern wir leben unsere Träume gemeinsam – hab dich lieb… 🙂

Ich wünsche allen, dass auch ihre Träume in Erfüllung gehen…
Euer Bodenpersonal Sabine

 

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