2 Tag im Basislager auf 5.165 m

15. April 2017

13. Tag  Erkundungswanderung

Daniel unser Guide in seinem neuem Kommunikationszelt (Foto Klemens Bichler)

Daniel unser Guide in seinem neuem Kommunikationszelt
(Foto Klemens Bichler)

Mit Andy gibt es leider eine schlechte Verbindung und der  Handymast schaltet um 22 Uhr bis 8 Uhr morgen immer ab. So bin ich um jede Info froh, die ich aus dem Basislager bekomme, wenn es auch manchmal etwas dauert und viel Ausdauer und Geduld benötigt. 🙁
Aber oh Freude es hat geklappt und ich kann euch wieder einen aktuellen Bericht von Andy geben

„Hallo Sabinchen,
wir kommen gerade glücklich von unserer Erkundungswanderung zurück.

Aber erst mal alles von Anfang an.
Die Nacht brachte ca. 7 cm Neuschnee und Wind. Dadurch dass der Himmel nicht aufklarte war die Temperatur in unseren Zelten mit nur minus 3 Grad um 10 Grad wärmer als letzte Nacht.

Leider brachte mir diese Nacht zwar einen viel viel tieferen und andauernden Schlaf als die erste Nacht hier im Basislager, aber mein Kopf brummte am Morgen beim Munterwerden.
Also wieder mal der zweite Tag … der zweite Tag in neuer Höhe bereitet mir oft größere Problemchen als der Erste.
Es war aber nicht so schlimm dass ich Medizin dafür bzw. dagegen einsetzen musste.

Andy kriecht mit brummendem Schädel aus seinem Zelt (Foto Klemens Bichler)

Andy kriecht mit brummendem Schädel aus seinem Zelt
(Foto Klemens Bichler)

Nach dem guten Frühstück starteten Wolfi, Klemens und ich zu einer Erkundungswanderung.
Wenige Meter von unserem Camp bogen wir rechts hinein in das kleine Moränental, welches sich in Richtung MT Everest zieht.
So nach 20 Minuten fragte ich Wolfi, ob wir denn den großen offenen Platz des Basislagers verlassen und ins Moränental abgezweigt hätten.
Grund meiner kleinen Desorientierung war der auffällig gut gangbare Pfad.
Ich kann mich an 2015 erinnern, wo die Steinblöcke den Weg für mich schwer machten, sobald man vom großen Basislagerplatz in das kleine Tal abzweigte.

Zu meiner Freude waren wir schon längst im kleinen Tal wo an der linken Seitenmoräne unzählige bizarre Sandtürme mit großen Felsblöcken an deren Spitzen auf ihren Absturz warten.

Bizarre Sandtürme warten auf ihren Absturz (Foto Klemens Bichler)

Bizarre Sandtürme warten auf ihren Absturz
(Foto Klemens Bichler)

Klemens erkannte auch, dass etwas weiter links unten die Spuren eines alten Pfades erkennbar sind.
Wolfi glaubte zu erkennen, dass dieses Moränental diesmal viel schmäler als noch 2015 ist.
Der Grund dafür ist wohl mit dem schweren Erdbeben vom 25.04.2015 zu erklären.
Damals hat es diese Seitenwand mit den Türmen und Felsblöcken herunter ins kleine Tal getragen und das Tal damit halb aufgefüllt.
Es musste ein neuer Pfad angelegt werden und dieser ist zu meiner großen Freude wesentlich weniger mit Blockgelände, Felsbrocken und schwergangbare Passagen gespickt.

Richtig rhythmisch konnte ich hinter Wolfi meine Schritte setzen und es ging angenehm in Richtung Südosten dahin.
Trotzdem wählten wir wegen der noch nicht abgeschlossenen Höhenanpassung einen extrem langsamen Schritt.
Bald kamen von Hinten Martin, Anja, Oliver und dann auch Daniel daher.
Wir ließen uns unseren Schneckengang nicht unterbrechen und genossen jeden Meter.
Klemens war fleißig beim Filmen, beim Fotografieren und es war einfach friedlich.

Von wegen „Massenauflauf am Everest“ – völlig einsam und alleine trotteten wir durch die tibetische Landschaft und genossen die Einsamkeit.
Nur eine einzige Yakherde begegnete uns mit ihren Treibern, was eine willkommene Abwechslung war.

Eine Yakherde begegnet uns (Foto Klemens Bichler)

Eine Yakherde begegnet uns
(Foto Klemens Bichler)

Nach einer Stunde und 45 Minuten, kurz vor der Stelle, wo der Pfad vom ausgeprägten Moränental dann an dessen linker Seite den Seitenhang steil hoch zieht, kamen uns Anja, Martin und Oliver aus unserer FURTENBACH-Gruppe entgegen.
Wir drei beschlossen noch etwas höher zu steigen und begannen den nun viel steileren Anstieg hinauf in Richtung Mittelcamp.

Hier im nun steileren Terrain spürten wir ganz deutlich, wie die Lungen nach Sauerstoff ringen.
Dies war aber gar nicht unangenehm.
Im Gegenteil, wir spürten den Spaß, sich nun der geänderten Rahmenbedingung des Bergsteigens im Verhältnis von Alpentouren anzupassen.
Oben am Ende dieser Steilstufe auf ca. 5.420 m Seehöhe legte sich das Gelände wieder flach zurück und mündete in den fast ebenen Gletscher, kurz vor den Moränen hinauf zum Mittelcamp.
Hier war der Umkehrpunkt für unsere heutige Tour.

Andy, Klemens und Wolfi bei unserem heutigen Umkehrpunkt auf 5.426 m (Foto Klemens Bichler)

Andy, Klemens und Wolfi bei unserem heutigen Umkehrpunkt auf 5.426 m
(Foto Klemens Bichler)

Auch der Abstieg ging super fein von den Füssen und ich war sehr glücklich über diesen guten Weg, der uns dann beim Aufstieg ins Mittelcamp bzw. dann ins ABC erwarten wird.
Auch für Wolfi und Klemens beruhigend zu wissen, dass unser Dreiergespann hier relativ ökonomisch vorankommen kann.

Nach genau 4 Stunden und 30 Minuten trudelten wir happy nach einer Wegstrecke von 8,61 km und 280 Höhenmetern im Basislager ein.
Wieder ein positives Zeichen für unseren sehnlichen Wunsch, ohne Licht auf den MT Everest zu steigen.

Jetzt haben wir noch ein vorzügliches Mittagessen bekommen und einer erholsamen Osternacht auf den Ostersonntag steht nichts mehr im Wege.
Allen Lesern eine frohe Osterzeit und DANKE für euer Dabeisein!!
Andy mit Klemens und Wolfi“

Für heute wünsche ich auch all unseren treuen Lesern eine schönes Osterfest
bis zum nächsten mal euer Bodenpersonal Sabine 🙂

 

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2 Antworten auf 2 Tag im Basislager auf 5.165 m

  1. Luggi sagt:

    Liebe Evereststürmer samt Bodenpersonal,
    auch von mir heute ein paar Zeilen.
    Freue mich von einem bisher positiven Ablauf eures Abenteuers zu hören und schicke euch meine Überzeugung, dass dieses Mal der Ansturm gelingt.
    Mit innigen Grüßen sende ich euch viel Kraft und Mut aus dem Pinzgau.
    Luggi

  2. Christian Brunner sagt:

    Hallo Andy, ich schicke Dir viel Kraft für die nächsten Tag, Wochen. Ich darf dir mein großes Mitgefühl aussprechen für Deinen Vater. Du wirst deinen Vater jetzt noch viel mehr spüren, er wird dich auf Schritt & tritt begleiten und Dich auf den Weg zum Ziel begleiten.
    Mach es gut, komm mit Deinen Begleitern gut an Dein Ziel und auch wieder zurück.
    Alles Alles Gute, freue mich auf ein Wiedersehen
    Namaste
    christian

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