In Xegar auf 4.350 m

12. April 2017

10. Tag  Akklimatisierungstag

Heute war es wieder sehr schwierig mit der Verbindung nach Tibet, aber mit viel Geduld auf beiden Seiten, hat es dann doch endlich funktioniert und ich habe die neuesten Infos von Andy bekommen.

„Hallo Sabine,
heute Nacht habe ich richtig gut geschlafen.
Zum ersten Mal den Carinthia Schlafsack ausgepackt und das war echte heimatliche Wärme.

Andy und Wolfi kuscheln sich in ihre Schlafsäcke (Foto Klemens Bichler)

Andy und Wolfi kuscheln sich in ihre Schlafsäcke
(Foto Klemens Bichler)

Nach wie vor keine Heizung und kein Warmwasser im Hotel. Aber passt gut und wir sind happy.

Nach dem Frühstück machten wir uns gemeinsam mit unserer ganzen Gruppe zu einer kleinen Akklimatisierungswanderung auf.

Unser Wanderziel der Akklimatisierungstour in Xegar (Foto Klemens Bichler)

Unser Wanderziel der Akklimatisierungstour in Xegar
(Foto Klemens Bichler)

Erst einige Meter aus dem Dorf und dann einen sandigen, schottrigen Hang hinauf.
Erst beim steileren Steigen hält uns die dünnere Höhenluft hier auf weit über 4.000 m schon etwas zurück.
Aber nicht so arg wie ich es sonst in der ersten Akklimatisierungsphase so kenne.
Ist das Zelt in den letzten Wochen im Ehebett also hilfreich und nicht nur hinderlich gewesen?   🙂

Ich packte heute auch zum ersten Mal meine neuen „Super Leggera“ von meinem Partner DACHSTEIN aus.
Die knackig griffige Sole mit der scharfen Kante machte es mir einfach, die Steine, den rutschigen Sand und Schotterpassagen hoch und runter zusteigen.

Klemens, Andy und Wolfi bei der ersten Akklimatisierungstour in Xegar auf 4600m (Foto Martin Böhm)

Klemens, Andy und Wolfi bei der ersten Akklimatisierungstour in Xegar auf 4600m
(Foto Martin Böhm)

Auf ca. 4.600 m legten wir eine ca. einstündige Pause ein und saßen in der Sonne.
Eigentlich geht es allen Teammembern sehr gut, keine Kopfschmerzen oder andere Höhenprobleme.
Diese 250 Höhenmeter brachten wir beim Abstieg ins Dorf sehr mühelos und flott hinter uns.

Das gesamte Expeditionsteam in Xegar (Foto Daniel Kopp)

Das gesamte Expeditionsteam in Xegar
(Foto Daniel Kopp)

Das Mittagessen war heute frisch für uns gekocht und diesmal von feiner chinesischen Qualität.
Jetzt am Nachmittag noch in einen kleinen Lebensmittelladen um uns noch mit etwas Getränken und kleinen Gaumenfreuden für die nächsten 5 Wochen am Berg einzudecken und der Akklimatisierungstag ist schon fast wieder vorbei.

Xegar auf 4.350 m - ca. 80 km vor dem Everest Basislager (Foto Wolfgang Klocker)

Xegar auf 4.350 m – ca. 80 km vor dem Everest Basislager
(Foto Wolfgang Klocker)

Morgen geht die Reise dann weiter, direkt ins Basislager des MT Everest auf gut 5.200 m Seehöhe.
Wir werden wohl wieder 4 bis 6 Stunden im klapprigen Bus sitzen, aber alle sind darauf eingestellt und freuen uns auf unsere nächste fixe Behausung für die Wochen bis Ende Mai.

Jetzt hoffe ich mal, dass sich unsere gute Höhenverträglichkeit auch in das knapp 900m höhere Basislager so positiv fortsetzt.
Dieser große Höhensprung morgen wird sich ganz sicher auf unseren Organismus auswirken.

Karma, unser Chefsherpa ist mit Daniel im Kontakt und vermeldete, er sei mittlerweile mit all den Sherpas und dem Stuf über den Landweg aus Kathmandu in Old-Tingri eingetroffen und am Weg ins Basislager.

Also alles in trockenen Tüchern  🙂
Wem es noch interessiert, die Sache mit den Simkarten 🙂 Karma bemüht sich nun in Tingri um eine Simkarte für mich.

Sodala, wie Du lesen kannst, alles roger im Osten…
Bussi!! Dein Andy mit seinen Jungs“

Die unendliche Geschichte mit den Simkarten geht also weiter …
Ich habe noch diese Nachricht bekommen – dann war endgültig Schluss mit unserer Verbindung … 🙁

„Hi Spatzl, haben wieder kein Internet, ist hier wohl für immer ausgefallen, ich bin jetzt nur schnell am Computer und habe die Karte von Martin.
Es ist alles klar, alles wie beschrieben, morgen 8.30 Uhr fahren wir los.
Wir sind 63 km Luftlinie laut meinem Navi vom Basecamp entfernt.
Anscheinend hat Karma tatsächlich eine Simkarte für mich ergattert, aber warten wir mal ab, hier ändert sich alles stündlich  🙂
Hab dich lieb! Das ändert sich jedenfalls nicht!!  🙂
Bis ganz bald, Andylein“

Ich möchte euch diese sehr persönlichen und emotionalen Mails von Andy auch lesen lassen, um zu zeigen, dass unsere Männer ihre Lieben auch in der Ferne nicht vergessen.
So stark und zielstrebig sie auch am Berg sein müssen – vergessen  sie doch nicht ihre Familien und Freunde zu hause – danke …

Andy bei der Akklimatisierungstour in Xegar (Foto Daniel Kopp)

Andy bei der Akklimatisierungstour in Xegar
(Foto Daniel Kopp)

So meine Lieben – ich hoffe, morgen wieder Verbindung mit Andy zu haben, um euch über hoffentlich das Erreichen des Basislager berichten zu können – und lassen wir uns überraschen, ob die unendliche Geschichte „Simkarte“ nun doch endlich wird und es eine Simkarte gibt …

Tasche Delek euer Bodenpersonal Sabine

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