Ankunft in Xegar auf 4.350 m

11. April 2017

9. Tag Simkarten – die unendliche Geschichte

Auch heute hat es mit der Verbindung überhaupt nicht recht funktionieren wollen – alle 5 Minuten Stromausfall – aber mit viel Geduld kamen doch noch ein paar Zeilen von Andy bei mir an …

„Hallo Sabinchen,
nach einer richtig guten Nacht im „Stundenhotel“ um 09 Uhr losgefahren.

Zum Thema Stundenhotel (Foto Wolfgang Klocker)

Zum Thema Stundenhotel
(Foto Wolfgang Klocker)

Ohne Worte (Foto Wolfgang Klocker)

Ohne Worte
(Foto Wolfgang Klocker)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach 1 km Stopp beim nächsten Shop der China Mobil.
Diesmal wieder eine neue Masche der halbfreundlichen Verkäufer.
Jetzt kann man als Ausländer mit Reisepass keine Simkarte kaufen. Dies kann nur mit der chinesischen ID-Karte (Personalausweis) eines Chinesen passieren.
Nun standen Bastijan und Oliver, sowie Anja beim Schalter an.
Dawa vermittelte mit der Übersetzung und Martin mit seinem technischen Wissen.
In Österreich eine Immobilie zu erwerben, das kommt fast auf weniger Komplikationen als hierzulande eine Simkarte  🙂
Dawa erklärte sich bereit, seine ID-Karte für unsere Simkarten zu nehmen und das somit auf seine Kappe zu nehmen.
Als die drei vor uns ihre Simkarten hatten kam die ID-Karte von Dawa zum Stottern und ließ keine weitere Zulassung einer weiteren Simkarte mehr zu. 🙁
Ein festes hin und her und dann erklärte sich ein Mitarbeiter des China Mobil Shops bereit, seine ID-Karte für die drei für uns noch fehlenden Simkarten für Wolfi, Klemens und mich herzugeben.
Doch nach der Zulassung der Karte für Klemens war auch diese ID-Karte abgefeuert und so blieb für Wolfgang und mich keine Telefonkarte mehr übrig. 🙁
Nach einer guten Stunde fuhren wir weiter.

Die eher eintönige Fahrt über den Highway brachten wir km für km hinter uns und dann ging es über einen ca. 4.500 m hohen Pass und wieder runter in eine Ortschaft.

Unser Team wartet auf das Mittagessen (Foto Klemens Bichler)

Unser Team wartet auf das Mittagessen
(Foto Klemens Bichler)

Dort nahmen wir ein vorzügliches chinesisches Mittagessen ein um uns dann die weitere Strecke über den 5.200 m hohen Gyatso La Pass zu begeben.

Passübergang Gyatso La auf 5260m (Foto Wolfgang Klocker)

Passübergang Gyatso La auf 5260m
(Foto Wolfgang Klocker)

Nach einer zehnminütigen Pause am Pass ging die holprige Fahrt wieder weiter.

Ich konnte wieder feststellen, dass mir die nun doch schon recht anspruchsvolle Höhe noch nicht so viel anhat.
Also die endlosen Nächte zu Hause in der Vorbereitung im Sauerstoffreduktionszelt haben doch was gebracht….

Nach ca. 45 Min. kamen wir zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man zum ersten Mal unser Ziel, den MT Everest, sehen kann.
Neben Cho Oyu und der restlichen Kette der Giganten ragte der Berg der Berge seine Nase am weitesten in den wolkenverhangenen Himmel.

Am Passübergang Gyatso La (Foto Daniel Kopp)

Am Passübergang Gyatso La
(Foto Daniel Kopp)

Gegen 18.30 Uhr kamen wir dann hier in Xegar auf 4.350 m wohlbehalten an.
Wir mussten wegen großem Andrang vom neuen Hotel rüber ins Alte wechseln.
Ich hab mich schon eingestellt, dass wir nun so wie noch 2009 bei meiner Cho Oyu bzw. 2011 bei der Shisha Pangma Reise hier in der Gegend praktisch in einer Garage übernachten müssen und der Gang zur Toilette praktisch im Kuhstall stattfinden wird.
Getäuscht! Auch das alte Hotel bietet uns relativ gute Zimmer, ein Sitzklosett in jedem Zimmer und ab 7 Uhr morgens bis etwa 8 Uhr sogar Warmwasser. 🙂
Die Heizung wird am Abend dann eingeschaltet.
Also die Ausstattung und der Komfort sind hier in den letzten Jahren deutlich gestiegen.
Nun freue ich mich auf ein Abendessen und auf die zwei Nächte hier in Xegar.
Doch das Abendessen war heute nicht so super, ein Buffet und alles kalt, der Speiseraum mit Daunenjacke sehr ungemütlich
Aber dafür habe ich ja zu hause bei dir lange gut gegessen  🙂

Alles Liebe, alle gut drauf, und die Simkarte für mich und Wolfi werden wir dann wohl von den Yaktreibern im Basislager organisieren…..  🙂
Andy mit Klemens und Wolfi“

So nun haben unsere Bergsteiger ihr letztes Ziel vor dem Basislager erreicht und werden hier zwei Nächte für die Akklimatisierung nützen.
Laut letzter Info sind auch die Sherpa und die restliche Ausrüstung kurz vor dem Basislager – also alles im grünen Bereich … 🙂

Jetzt wie gewohnt noch die Erklärungen über:
Gyatso La oder Jia Tsuo La, auch Lhakpa La, ist ein ca. 5248 m hoher Gebirgspass in Tibet. Über die Passhöhe führt die Verbindungsstraße von der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu in die tibetische Hauptstadt Lhasa. Südöstlich des Passes liegt der Ort Tingri, nördlich der Ort Lhaze.
Am Gyatso La beginnt das „Qomolangma National Nature Reserve“ das mit dem von der UNESCO ausgewiesenen Qomoalangma Biosphärenreservat korrespondiert. Qomolangma ist eine Schreibweise für den tibetischen (chinesischen) Namen des Mount Everest. (Quelle: Wikipedia)

Xegar
Rund 4.350 m über dem Meeresspiegel, ist Xegar ist eine neue chinesische Gemeinde, gebaut auf dem Fuße der Ruinen von Xegar Dzong und ist 7 km von der Hauptstraße entfernt.
Mit 3000 Einwohnern liegt seine Bedeutung in der Tatsache, dass sie das Zentrum dieses großen und abgelegenen Landes ist und auch ein Ausgangspunkt für Expeditionen zum Mt. Everest und anderen Gipfel.
Die Gesamtstrecke Xegar zum Everest Base Camp beträgt etwa 110 km und mit einem Fahrzeug in etwa sieben Stunden zu machen.
Das Rongbuk Kloster, das höchstgelegene auf der Erde muss besucht werden.
Früher war die Unterkunft mit Zimmern mit Schlamm-Böden und trockene Latrinen sehr spartanisch (hat Andy noch genossen…) angelegt. (Quelle: Wikipedia)
 

Nachdem mir jetzt schon des Öfteren die Frage gestellt wurde, wie ich mit meinen Männern  kommuniziere, möchte ich es kurz erklären:

Momentan noch mit Email, Whats Aap, Skype, Viber… (alles das was irgendwie funktioniert) und anhängig von dem Internet in den Hotels, wenn funktioniert? Wie es mit die Kommunikation im Basislager dann wird – lassen wir uns überraschen – warten wir ab wie es sich mit der unendlichen Geschichte „Simkarte“ entwickelt.  🙂

Namaste, euer Bodenpersonal Sabine

 

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