Potala Palast in Lhasa

09. April 2017
7. Tag Sightseeing in Lhasa

Oh geht’s mir gut – Andy hat wieder einen Bericht geschickt …

„Hi Spatzl,
heute Nacht super gut geschlafen und der leichte Kopfschmerz war weg. 🙂

Nach dem Frühstück, wie alle Mahlzeiten hier im Hotel, in leichter Daunenjacke, holte uns Dawa zur Besichtigungstour ab.
Natürlich wurde der große und mächtige Potala Palast das Ziel unserer Tour.

Der Potala Palast in Lhasa (Foto Wolfgang Klocker)

Der Potala Palast in Lhasa
(Foto Wolfgang Klocker)

Ob wohl ich bei meiner Shisha Pangma Expedition 2011 mit Honnes, Anda und Udo schon mal dieses Heiligtum der Buddhisten besuchte, war ich wieder berührt und begeistert von diesem gewaltigen Zeugnis der letzten – ich glaube 1300 Jahre.

Bereits vor dem Eingang zum Palast standen hunderte Menschen in mehreren Schlangen und warteten geduldig auf den Einlass.

Für mich unglaublich beeindruckend welche Anziehungskraft der Potala Palast täglich auf die Menschen aus aller Welt ausübt.

Diesmal machten mir die unzähligen Treppen in unregelmäßigem Abstand, die an ferne Jahrhunderte erinnern, nicht so viel Mühe als 2011.
Vielleicht ein gutes Zeichen dass die Vorakklimatisierung im Höhensimulationszelt etwas hilft.

Die Menschenschlange bewegt sich über die Treppen im Potala Palast (Foto Wolfgang Klocker)

Die Menschenschlage bewegt sich über die Treppen im Potala Palast
(Foto Wolfgang Klocker)

Während der Besichtigung in diesem über 130 m hohen und mit 1000 Räumen ausgestatteten Denkmal kamen wir auch mit einer anderen Everest Expeditionsgruppe zu sprechen.
Dabei sind auch zwei Österreicher.

Nach diesem für Geist und Körper anspruchsvollem Vormittag machten wir es uns im Stadtkern von Lhasa zum Mittagessen bequem.
Hier wählten wir noch mal westliche Kost weil wir ab nun wohl für Wochen nicht mehr mit saftigem Steak mit frischen Pommes rechnen können.
Noch ein kleiner Pummel und wir machten uns zurück zum Hotel auf.

Souvenirladen in Lhasa (Foto Klemens Bichler)

Souvenirladen in Lhasa
(Foto Klemens Bichler)

Martin, unser IT-Spezialist, gemeinsam mit Daniel, versuchten in der Zwischenzeit in den Mobilfunkshops in Lhasa die richtige Antwort für unsere Onlinemöglichkeit dann im Basislager zu erkunden.

Dies ist hier nicht ganz so einfach wie man es von zu hause aus gewohnt ist.
Die chinesische Philosophie im Bezug auf Mobilfunk und Vernetzung ist schon eigen.
Es funktioniert nicht einfach so dass man eine Prepaykarte für sein Mobilphone kauft und es funktioniert – man muss hier einen Vertrag abschließen und die Simkarte vor Verlassen des Landes, also nach unserer Expedition wieder zurückgeben.
Grund dafür ist anscheinend, dass den Chinesen ansonsten die Telefonnummern langsam ausgehen.

Auf meine Frage, was denn sei, wenn man einfach ohne Abmeldung und Rückgabe der Simkarte ausreisen würde, kam die Antwort, dann wird man bei der nächsten Einreise nach China bestraft.
Deshalb braucht es auch den Reisepass beim Kauf einer Simkarte.

Die chinesischen Simkarten funktionieren meist nur bei den chinesischen Telefonen und nur bei alten Geräten so wie bei meinem Nokia hat man Chance es zum Laufen zu bekommen.
Weiters weiß niemand so recht, welcher von den Mobilfunkanbietern nun tatsächlich im Basislager zu empfangen ist.
Bei mir war es 2015 China mobil, aber ob das noch so ist, das wissen die Götter.
Und erst mal im Basislager angekommen – die falsche Mobilfunkkarte im Telefon und es geht gar nichts mehr.
Diese Erfahrung machten wir 2015 bei unserem Versuch am Everest.
Damals kauften alle Teilnehmer die Simkarten und eigentlich nur bei meinem alten Telefon funktionierte das Telefonieren und auch Datanutzung.
Aber ich bin da jetzt recht entspannt, wir bekommen das mit Hilfe von Martin sicher auch diesmal hin.

Heute gibt es zunächst noch ein Schläfer Stündchen im Hotelzimmer und um 20.00 Abendessen in frischer Luft mit Daunenjacke …
Es ist für mich recht sonderbar im Hotel.
Jedes Zimmer verfügt über eine Klimaanlage, aber heizen kann man hier nicht.
Auch das Personal und der Kellner laufen teils in Daunenjacken rum und frieren…

Wir freuen uns schon alle auf morgen, da werden wir weiter fahren in Richtung Mt Everest.
Aber noch nicht ganz, erst mal erwarten uns morgen ca. 5 Stunden fahrt nach Xigaze.

Diese Stadt ist die zweitgrößte Stadt von Tibet und liegt ca. auf 3.900 m, wo wir morgen übernachten und die Höhenanpassung somit weiter voran kurbeln werden.
Also es ist alles in bester Ordnung und wir sehen mit Zuversicht in die Osterwoche.
Alles liebe, dein Andylein mit seinen Buam“

Wie wir lesen können, passt die Stimmung bei unsern „Buam“ …

Aber Lhasa liegt noch ca. 500 km nördlich vom Everest, deshalb werden das noch lange Reisetage für unsere Männer über das tibetische Hochland….

Ein weitere gute Nachricht ist: Laut Dawa sind die Sherpas mit der gesamten Ausrüstung heute in Kathmandu losgefahren (die Grenze ist heute aufgegangen) und sollen am 13. April im Basislager eintreffen.

Das Yak hat hierzulande großen Wert (Foto Klemens Bichler)

Das Yak hat hierzulande großen Wert
(Foto Klemens Bichler)

Und jetzt noch ein paar Erklärungen:

Der Potala-Palast (nach Potala, dem reinen Land des Bodhisattva Avalokiteshvara benannt) in Lhasa war während der Zeit der zentraltibetischen Regierung Ganden Phodrang (regierte von 1642 bis 1959) offizielle Residenz und Regierungssitz der Dalai Lamas.

Der riesige Palast liegt auf dem Berg „Mar-po-ri“ („Roter Berg“), der sich 130 Meter über Lhasa, der Hauptstadt des autonomen tibetischen Gebietes, erhebt.

Der erste Palastbau wurde im Jahr 637 von Songtsen Gampo für seine Frau Wen Cheng auf dem „Roten Berg“ in Lhasa angelegt. Der Palast wurde 641 fertig gestellt. Im 8. Jahrhundert zerstörten ihn chinesische Truppen weitgehend.

Im 17. Jahrhundert ordnete der 5. Dalai Lama den Bau eines Palastes auf dem „Roten Berg“ an. Die Überreste von Songtsen Gampos Palast wurden in den Bau der größeren Anlage integriert. Die Konstruktion des ersten Teils des heutigen Palastes, der „Phodrang Karpo“ („Weißer Palast“), wurde im Jahr 1648 unter der Herrschaft des 5. Dalai Lama abgeschlossen, der „Phodrang Marpo“ („Roter Palast“) wurde erst 1694 nach dessen Tod unter Desi Sanggye Gyatsho fertiggestellt. Zu diesem Bauabschnitt gibt es vom Regenten einen ausführlichen Bericht mit einer umfangreichen Liste der Newar-Handwerker, die an dem Bau beschäftigt waren.
Die letzte größere Veränderung fand im Jahr 1922 statt.
Unter dem 13. Dalai Lama wurden mehrere Räume renoviert und dem Roten Palast noch zwei weitere Stockwerke hinzugefügt.

Durch den Bau des Norbulingka, der fortan als Sommer-Palast genutzt wurde, erhielt der Potala die Bezeichnung „Winterpalast“ – er zählt zu den wichtigsten Pilgerstätten der tibetischen Buddhisten und wird heute als Museum genutzt.

Der Potala-Palast steht seit 1961 auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China.
Seit 1994 steht das „Historische Ensemble Potala-Palast in Lhasa“ als Weltkulturdenkmal auf der UNESCO-Liste des Welterbes.

Der Palast erstreckt sich in Ost-West Richtung auf ca. 350 Metern und in Nord-Süd Richtung auf weiteren 300 Metern. In der Anlage verteilen sich auf 13 Stockwerken 999 Räume.

Im Roten Palast befinden sich in den obersten Stockwerken die privaten Räume des Dalai Lama. Neben großen Zeremonien- und Meditationshallen und vielen kleineren Kapellen befinden sich in der Anlage die Grab-Chörten der bisherigen Reinkarnationen des Dalai Lama.
Es wurden acht Dalai Lamas in jeweils eigenen Grabstätten beigesetzt, beginnend mit dem 5. Dalai Lama, dessen Grab das prachtvollste ist. Hierfür wurden auf einer Höhe von 17,4 Meter über drei Stockwerke ca.3700 Kilogramm Gold verarbeitet.
(Quelle: Wikipedia)

Dann können wir nur hoffen, dass sie morgen wie geplant um 9.00 Uhr losfahren und gut in Xigaze ankommen.

Xigazê (Shigatse) ist seit dem 26. Juni 2014 neben Lhasa die zweitgrößte bezirksfreie Stadt im Autonomen Gebiet Tibet der Volksrepublik China. Sie ging aus dem ehemaligen Regierungsbezirk Xigazê hervor.

Die Stadt Xigazê liegt im Südwesten des Autonomen Gebiets Tibet in der Volksrepublik China. Ihr Regierungssitz liegt im Stadtbezirk Samzhubzê.
Mit 17 Kreisen und einem Stadtbezirk hat Xigazê eine Fläche von ca. 176.000 km² und 703.292 Einwohner (Zensus 2010).

In Xigazê ist vor allem in den Tälern um den Hauptfluss Yarlung Zangbo (Yarlung Tsangpo) Landwirtschaft möglich. Dort werden vor allem Hochlandgerste und Weizen, aber auch Kartoffeln und Raps angebaut.
In weiten Gebieten im Norden und Westen der Stadt kann ausschließlich die nomadische Weidewirtschaft eine Lebensgrundlage bieten, wobei vor allem Yaks, in trockeneren Zonen im Westen aber auch Schafe und Ziegen gehalten werden. Traditionell spielte der Handel in den Zentren der Region, Samzhubzê und Gyangzê, eine große Rolle.
(Quelle: Wikipedia)

Hier noch eine Karte im Überblick über den Reiseverlauf bis zum Basislager.

Anreise bis Basecamp (Andreas Unterkreuter

Anreise bis Basecamp
(Andreas Unterkreuter)

Namaste euer Bodenpersonal Sabine

 

 

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Eine Antwort auf Potala Palast in Lhasa

  1. Ralf-Peter Angermann sagt:

    Liebe Sabine,
    wir haben uns vor längerer Zeit im aktuellen Sportstudio im ZDF kennen gelernt. Ich bin der Regisseur der Sendung gewesen. Seit Eurem Besuch im Sportstudio schaue ich immer mal wieder auf die Seite von Andy und vor allem immer im Frühling, da ich weiß, das ist die Zeit zum Everest aufzubrechen. Ich freue mich das Andy wieder ein Team und das nötige Geld dafür zusammen bekommen hat. Ich verfolge Euren Block jetzt kontinuierlich und freue mich, wenn es immer positive Neuigkeiten gibt und ich etwas Lesen kann. Ich weiß nicht ob Du Andy ein Paar persönliche Zeilen zu kommen lassen kannst?

    Liebe Grüße Ralf-Peter

    Lieber Andy,
    Unser Zusammen kommen während des Sportstudios im ZDF hat etwas bleibendes hinterlassen.
    Ich bin begeistert das Du nicht aufgegeben hast und alles dafür getan hast um zum Everest zurück zu kommen. Jetzt drücke ich Euch und vor allem Dir die Daumen das die Expedition ein Erfolg wird und Ihr alle Euren Traum verwirklichen könnt, ein mal auf dem höchsten Berg der Erde zu stehen. Und das Ihr alle wieder gesund von der Besteigung zurück kommt.
    Top of the World oder auf dem Dach der Erde. Andy, Du wirst das schaffen und dann hast Du sie alle SIEBEN geschafft. Ich drücke Dir ganz fest die Daumen und glaube fest daran, dass es dieses Mal klappen wird. Ich habe vor vielen Jahren ein mal einen guten Satz gelesen. “ Alles Große in der Welt geschieht nur weil jemand etwas mehr tut als er tun musss.“ Andy mach es und erfülle Dir Deinen Traum. Gehe kein Risiko ein und komme gesund wieder zurück.

    Liebe Grüße aus Deutschland sendet Dir

    Ralf-Peter

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