Nach dem schwerem Erdbeben

21. Tag  Im ABC Camp auf 6.400m nach schwerem Erdbeben

Heute hab ich nur eine kurze Information von Unseren Bergsteiger bekommen – bin aber froh das wir überhaupt Kontakt haben.
Wir hier, weit weg vom Geschehen, sind gestern alle in einen Schockzustand versetzt worden, als wir von diesem schweren Erdbeben in Nepal erfahren haben.
Andy, Flo, Klemens und Wolfi geht es gut – war die beste Nachricht des Tages.  :-)

„Hi Spatz
Hatten gerade Puja, Stimmung ist wie letztes Jahr, etwas gespalten…

Zur Information: Puja bedeutet in etwa „Verehrung“ oder „Ehrerweisung“. Die Puja gehört als Ritual zu den wichtigsten Bestandteilen des buddhistischen Alltags.
Hier ist sie etwa das, was für Christen die Andacht ist – ergänzt um den Aspekt der Verdienstübertragung.
Die Puja – Segen der Expedition im Basislager – ist der Beginn des Aufstieges auf den Berg. Puja ist eine Zeremonie, die von einen amtierenden Lama (Im tibetischen Buddhismus eine spiritueller Führer oder Mönch) vor einem Altar aus Stein abgehalten wird.
Solche die die Puja bitten die Götter um Glück für die Sherpas und Bergsteiger wie sie versuchen, Gipfel den Berg.
Vor dem Altar, sind Opfergaben an die Götter aufgebaut: Sampa (Mehl aus gerösteter Gerste), Kuchen, Yak-Milch, Butter, gebratener Teig, Früchte, Schokolade und Getränke.
Wacholder brennt kontinuierlich in einer Schale auf dem Altar.
Auch die benötigte Kletterausrüstung wird gesegnet – Gurte, Steigeisen, Eispickel und Helm. Gebetsfahnen sind 100 Fuß in verschiedene Richtungen verstreut.
Während der Zeremonie, die Sherpas singen zusammen mit dem Lama und Mönchen, wirft jeder mit Reis.
Die Sherpas werfen eine Stange mit Wacholderzweigen, und es ist ein Zeichen des Glücks, wenn ein Rabe darauf landet.
Die Zeremonie endet damit, dass die Teilnehmer die Nahrung teilen und schließlich die Bergsteiger und Sherpas Mehl auf die Gesichter der anderen schmieren – ein Symbol für die Hoffnung, dass sie leben und wieder einander sehen werden, wenn sie alt und grau sind. (Quelle:LEARN NC)

Von unseren Sherpas hat nahezu jeder sein Haus verloren….
Menschen bzw. Verwandte unserer Sherpas anscheinend keine zu beklagen.
Auf der Südseite anscheinend 8 Trekker am Weg ins Basislager gestorben wegen Erdbeben-Eisschlag…
Was schreiben die Medien in Europa bezüglich diesem anscheinend sehr starkem Beben?
Jetzt hoffen wir, dass es in einigen Tagen weiter geht, aber es ist echt sehr sehr traurig dieses Leid so hautnah zu erleben.
Da ist der Everest wieder mal weit weg….
Bussi! Andy mit Team“

Wie ich aus den Zeilen von Andy lesen kann, wissen unsere Männer gar nicht wirklich welches Ausmaß und Tragödie dieses schreckliche Erdbeben hat.

Ich habe gerade eine Mail von einem Freund bekommen, der letztes Jahr zur selben Zeit in Nepal auf der Südseite war, als das Unglück mit der Eislawine passierte und möchte sie euch meine lieben Leser auch zukommen lassen.
„Hallo Ihr Lieben auf der Everest-Nordseite, ich hoffe es geht euch gut und es ist euch nichts passiert. Die Ereignisse in Nepal sind sehr, sehr traurig.
Ich werde heute Abend nach Nepal fliegen um zu helfen. Es werden viele Unfallchirurgen benötigt. Ich melde mich wieder aus Kathmandu
Herzliche Grüße Matthias (Dr. Matthias Baumann)“

Ich finde es so toll, das es Menschen gibt, die bereit sind ohne Wenn und Aber für andere da zu sein und einfach helfen, wenn man gebraucht wird.
Leider kann ich nur einfach DANKE sagen, aber ich hoffe, dass es noch viele geben wird, die einfach nur helfen wollen.

Ich wünsche allen Helfern alle Kraft und Energie der Welt für ihren Einsatz auch im Namen von Andy und seinem Team, die mit ihren Gedanken sicher bei den betroffenen Menschen sind.

Tashi Delek – Glück und Segen!  Bodenpersonal Sabine

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Eine Antwort auf Nach dem schwerem Erdbeben

  1. Toni Silberberger sagt:

    Meine Frage ist, wie kann man angesichts dieser Tragödie so einfach zur Tagesordnung übergehen? Für mich steht es außer Frage das alle Expeditionen die derzeit am Everest geplant sind, seitens der Verantwortlichen – ob China oder Nepal – unverzüglich abgesagt werden sollten. Die verlangt ganz einfach der Respekt gegenüber den vielen Toten und hoffnungslosen Menschen in dieser Region.

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