Erstmals über 6.000m eine Akklimatisierungstour

16. Tag Erstmals über 6.000m eine Akklimatisierungstour 

Heute sind unsere Expeditionsbergsteiger erstmals über 6.000 m aufgestiegen.
Andy und seine Freunde kamen gesund aber todmüde ins Basislager zurück und haben mir folgenden Bericht geschickt, der dieses Mal von Wolfi verfasst wurde – warum wohl …  ;-)

„Hallo zuhause!
Heute lagen die zwei Heeresbergführer schon vor dem Frühstück auf der Schnauze.
Andy reparierte ihr steifes Rückgrat.

Andy repariert das Rückgrat von Klemens

Andy repariert das Rückgrat von Klemens
Foto Florian Brunner

Nach dem ausgiebigen Frühstück – 6 gekochte Eier für Andy, die restlichen (Zwei) mussten unter uns Dreien aufgeteilt werden.

Nach dem Ausfassen der Körbchensteigeisen für Andys “Spürsinn” stiefelten wir in Richtung NO in ein Seitental.

Unser Aufstieg im Canyon

Unser Aufstieg im Canyon
Foto Wolfgang Klocker

Zur Information: Ein Canyon ist eine bestimmte Art von Schlucht.
Canyons entstehen durch Einschneiden eines Flusses in einer Ebene, der sich in einem langen Erosionsprozess in das Plateau hinein gräbt. Es entstehen dabei herausragende Klippen, weil Schichten härteren Gesteins gegenüber der Hangerosion resistenter sind und diese freigelegt werden, wohingegen darunterliegende morphologisch weichere Schichten stärker ausgeräumt werden. Durch die unterschiedliche Härte entstehen letztlich getreppte Hänge.

Durch das canyonartigen Gelände, ging es durch kombiniertes – eisiger und blockartiger Untergrund. Das Gurgeln des darunter fließende Gletscherbaches drohte uns immer wieder mit dem Fuß einzubrechen. So travestierten wir mal links mal rechts wie durch einen Irrgarten um an Höhe zu gewinnen.

Andy mit Flo beim Aufstieg

Andy mit Flo beim Aufstieg
Foto Wolfgang Klocker

Nach einer guten Stunde lief Ralf Dujmovits – Besteiger aller 14 8000er auf uns auf. Fasziniert von unserer Technik mit dem “Blind climber” im unberechenbaren Terrain, trottete Ralf mit uns gemeinsam höher.

Nach ca. 2,5 Std. machten wir auf einer Seehöhe von 5.500m am flachen Talschluß Pause.

Klemens kann das Klettern nicht lassen

Klemens kann das Klettern nicht lassen
Foto Florian Brunner

Die letzten 500 Hm steilten rasant auf und erinnerten Andy, an die feinkieseligen Hänge des Aconcagua in Südamerika.
Dieses Höhersteigen des bis zu 40° steilen Hanges kam uns allen sehr entgegen und bald schon tauchten wir in einen wunderbaren Höhenflow ein.
Nach ca. 4 Std. nahm die Steilheit ab und das Gelände ging in eine Kuppe auf einer Seehöhe von 6.022m über.

Ralph - König der Achttausender - beglückwünscht Andy am Gipfel

Ralph – König der Achttausender – beglückwünscht Andy am Gipfel
Foto Klemens Bichler

Sehr emotional und glücklich verbrachten wir gemeinsam mit Tensing und Ralf die Gipfelstunde. Für Flo ein weiterer Höhenrekord.

Flo mit Andy am Gipfel auf 6.020m

Flo mit Andy am Gipfel auf 6.020m
Foto Archiv Holzer

Der feinkörnige Gipfelhang ermöglichte uns ein sehr rasches weiterkommen. In 30 Minuten brachten wir die ersten 500 Hm hinter uns.

Dafür bremsten uns die nächsten 6 km, mittlerweile aufgeweichten Gletscherbäche erheblich ein. Für Andy, den auf dieser Strecke Klemens lotste, bedeutete dieses Unterfangen höchsten Energieeinsatz.
Happy und aber sehr müde trafen wir nach 7 Std. Marschzeit gegen 17.00 Uhr von unserem ersten Ausflug über 6000m im Basislager ein.
Jetzt gilt es unsere geschundene Körper zu erholen und alle freuen sich aufs Schlafen gehen.

Heute kommen diese Zeilen aus Wolfgangs Hand, weil er der einzige ist der noch Kraft genug hat.
Liebe Grüße
Wolfi mit seinen müden Kriegern“  

Jetzt wissen wir es – unsere Männer werden heute wie Babys schlafen …  :-)
Namaste euer Bodenpersonal Sabine

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Erstmals über 6.000m eine Akklimatisierungstour

  1. Sven Lorenz sagt:

    Ich wünsche den Männern am Berg alles Gute , viel Kraft, jede Menge Spaß und Gesundheit sowie maximalen Erfolg.
    Dir liebes Bodenpersonal weiter die Ausdauer alle Interessierten zu informieren. Danke und bleibt alle gesund!

Hinterlasse eine Antwort