Gemütlicher Sonntag für die Männer im Basislager

14. Tag Gemütlicher Sonntag für die Männer auf 5.200m

Jetzt sind unsere Bergsteiger schon bald 14 Tage unterwegs – da sieht man wieder einmal wie schnell die Zeit vergeht.

8000er Bereich Nepal und China

8000er Bereich Nepal und China
Foto Andreas Unterkreuter

Natürlich vermissen wir unsere Partner und freuen uns zugleich für sie, dass sie die Chance und Möglichkeit haben so etwas Einzigartiges  – vier Freunde gemeinsam am Fuße des „Höchsten Berges“ der Welt – erleben zu dürfen und auch zu können.
Die vielen Tage, Wochen und Monate in denen sie sich teilweise gemeinsam auf dieses große Abenteuer vorbereitet haben, waren sicher ihre Mühen wert. Sie sind relativ entspannt und hoffen nun schon vorher Vieles richtig (Training und Ausdauer) gemacht zu haben, denn die Vorbereitung spielt eine große Rolle zum Gelingen einer solchen Besteigung.
Aber noch wichtiger sind für unsere Männer die Familie und Freunde, die sie auch mental stützen und ihr Unterfangen akzeptieren und sich mit ihnen freuen.
Gerade die Akzeptanz ist es, mit der wir Bergsteigerfrauen immer zu kämpfen haben – nur wenige „können verstehen“ das wir es unseren Männern “erlauben” solche Expeditionen zu machen – aber ich glaube, dass unsere Männer gerade deshalb mit uns zusammen sind (Andy und ich sind jetzt 25 Jahre verheiratet), weil wir wissen welche Leidenschaft für die Berge in ihnen lebt.
Es ist nicht immer leicht mit einem Bergsteiger zusammen zu sein – aber glaubt mir es wird auch nie langweilig!!! :-)
Natürlich freuen wir uns und für unser Team über das große Interesse und die vielen Glückwünsche von euch Daumenhaltern – schön dass es EUCH gibt!

Ich freu mich euch jetzt wieder ein paar Zeilen von unseren „Supermännern“ liefern zu können.
„Hallo Spatz,
heute machten wir uns einen gemütlichen Sonntag hier im Basislager.
Es war wieder ein feiner, sonniger Tag hier auf knapp 5.200m Seehöhe.
Um 11:00 Uhr waren wir zum Breefing der Top Out Sauerstoffgeräte von Ted eingeladen.

Ted erklärt uns sein Sauerstoffsystem

Ted erklärt uns sein Sauerstoffsystem
Foto Archiv Holzer

Er erklärte uns ausführlich sein von ihm selbst entwickeltes System und die Vorteile gegenüber den alten Systemen, die am Everest seit Jahren eingesetzt werden.
Z.B. nimmt das neue System auf den Atemrhythmus des Menschen Rücksicht und hilft dabei extrem Sauerstoff zu sparen.
Der Mensch atmet laut Ted in einer Zeiteinheit 33% ein und 66% aus.
Bei alten Sauerstoffmasken fließt immer gleich viel Sauerstoff aus der Flasche in die Maske, egal ob der Mensch ein oder ausatmet. Somit gehen bei 66% der Zeit wertvolle Sauerstoffreserven während der Ausatmung verloren.
Beim Top Out System wird jedoch darauf Rücksicht genommen und nur beim Einatmen fließt der wertvolle Stoff in die Maske.
Somit kann man mit einer gefüllten Flasche viel länger auskommen.

Nach dieser interessanten Einschulung kam das Thema des Zeitplanes der nächsten Tage auf.
Hier gibt es so viele Aufstiegspläne wie es Bergsteiger im Camp gibt.
Es geht jetzt einfach darum, wie man die Strategie wählt, sich mit optimaler Höhenanpassung in das nächste Stockwerk des Mt. Everest hinaufzubewegen.
Das Problem speziell für mich ist der ewig lange, eher flache steinige Weg hinein bis ins ABC (Adwanced Basecamp) auf 6.400m, was der nächste große Schritt unseres Aufstieges ist.
Es ist auf Grund der enormen Seehöhe von 6.400m leider nicht sinnvoll, sich nun bis zum Gipfelansturm Mitte-Ende Mai dort oben aufzuhalten und somit nur einmal hinauf und nach dem Gipfelversuch wieder runter zu steigen.
Ab ca. 5.300m hat der Mensch bei längerem Aufenthalt keine Möglichkeit mehr, selbst beim Nichtstun, sich zu regenerieren. Also man baut täglich nur noch ab.
Trotzdem müssen wir um unseren Organismus einen weiteren Impuls der sehr großen Höhe geben zu können, kurzfristig noch höher hinauf.
Am 26. April ist im ABC auf 6.400m die große Puja geplant, wo wir natürlich dabei sein sollen.
Jetzt rechneten wir den halben Nachmittag nach, wann wir welche Etappe machen sollen, um die Puja zu erwischen und trotzdem nicht zu lange so hoch oben zu verbringen.
Wir nehmen bei der Planung auch Rücksicht, dass ich als Blinder diese 24 km schwierige Wegstrecke über 1.200 Höhenmeter nicht all zu oft laufen muss.

So werden wir es nun wohl so ca. machen:
Von morgen bis Mittwoch machen wir hier im Basislager noch mal kurze Ausflüge bis maximal 5.800m hinauf, die direkt von hier möglich sind.
Am Donnerstag steigen wir hinauf ins Mittelcamp auf 5.800m um dort oben zwei Nächte zu verbringen.
Am Samstag wandern wir weiter hinauf ins ABC auf 6.400m, wo am Sonntag, den 26.04. die Puja stattfindet.
Gleich im Anschluss wird Flo mit PATA versuchen, sein Ziel dieser Reise, den 7.045m hohen Lhakpa Ri zu besteigen.
Daraufhin werden wir gemeinsam wieder mit einer Übernachtung im Mittelcamp runter ins Basislager trekken und Flo wird seine Heimreise antreten.

Hier im Basislager auf 5.180m für Wolfi, Klemens und mich wieder einige Rasttage und dann Ende April wieder via Mittelcamp ins ABC, wo wir uns ein-zwei Tage aufhalten um dann die finale Rotation in die große Höhe zu starten.
Rauf auf den Nordsattel auf knapp 7.100m, dort eine Nacht und weiter in Richtung Lager2, vielleicht bis 7.500m und gleich wieder runter ins ABC.
Nach einer weiteren Nacht auf 6.400m dann runter ins Basislager und wir wären für den Gipfelsturm gerüstet.

Aber wie gesagt, es ändert sich hier täglich was, auch ist die Verfügbarkeit der Yaks, die unsere Sachen bis ins ABC transportieren, nicht wirklich planbar.
Also es bleibt spannend und es geht uns bis jetzt sehr gut dabei.
Soweit meine Ausführungen und ich werde dann weiter berichten.

Für die ganz Neugierigen anbei nun die lange versprochenen Bilder unserer sanitären Anlagen.
Alles Liebe nach Hause!
Andy mit seinen Freunden“

Nachdem dauernd die Fragen kommen – wie schaut Andys Toilette aus, hab ich jetzt die gewünschten Bilder – da bin ich froh zu hause zu sein …

Andy am Handlauf zu seiner Toilette

Andy am Handlauf zu seiner Toilette
Foto Florian Brunner

 

 

 

 

 

Das stille Örtchen von Andy

Das stille Örtchen von Andy
Foto Florian Brunner

 

 

 

 

 

Klemens und Wolfi zeigen uns die Allgemeintoilette

Klemens und Wolfi zeigen uns die Allgemeintoilette
Foto Florian Brunner

Ach freu ich mich über mein Badezimmer …
Alles liebe euer Bodenpersonal Sabine

 

 

 

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort