2 Tag im Basislager auf 5.200m

12. Tag  2 Tag im Basislager auf 5.200m

Heute spüren unsere Bergsteiger erstmals, dass sie sich schon 3 Tage auf 5.200m bewegen und ihre Körper sich nun umstellen müssen. Sie sind müde und sehnen sich nach Schlaf und Ruhe – aber perfekt für die Höhenanpassung, wenn sie auf ihre Körper hören und sich dementsprechend verhalten.
Hab nur kurz mit Andy gesprochen und dann diese Zeilen von ihm bekommen.

„Nach einer guten Nacht für uns Vier stand heute nach dem Frühstück eine Wanderung hinunter zum Rongbuk Monastery , einer heiligen Stätte ca. 100 Höhenmeter unter und ca. 4 km Fußmarsch unseres Lagers auf dem Programm.

Eine Yakherde  - die unverzichtbaren Tragtiere in der Everestregion

Eine Yakherde – die unverzichtbaren Tragtiere in der Everestregion
Foto Wolfgang Klocker

Der heute sehr sehr windige Tag machte es zum ersten mal notwendig, dass ich mein kleines Glöckchen, welches mich nun schon 10 Jahre auf meinen Reisen begleitet, aus dem Rucksack nehmen und auf den Schuh meines Vordermannes geben musste.
Dieser schrille Ton des Glöckleins vermittelt mir trotz lautstarken Windböen genau, wo ich hinlaufen muss um meinem Freund zu folgen.
Heute war Klemens der Glöckchenträger :-)

Rongpuk Monastery  unterhalb des Basislager

Rongpuk Monastery unterhalb des Basislager
Foto Florian Brunner

Nach dem ca. einstündigen Marsch stiegen wir eine unregelmäßige Steinstiege hinauf und traten uns immer wieder bückend, durch niedrige offene Türen ins Innere dieser Hochheiligen Stätte der Tibeter und Sherpa.
Der beißende Rauch von brennenden Kranewittstauden im Innenhof nahm uns den letzten Sauerstoff.
Dann ging’s hinein in eine dunkle Grotte aus der dumpfe, tiefdrönende Trommelschläge mit dem mir schon lange bekannten Gemurmel eines Lhama hörbar wurden.
Schritt für Schritt wurden wir weiter in diese mystische Höhle geschoben bis wir immer wieder Stufen nach unten steigen mussten.
Wer hier Platzangst hat, hat keine Chance.
Später bekamen wir je eine Kerze die wir entzündeten.

Wir bekommen den Segen vom Abt im Rongpuk Monastery  Foto Florian Brunner

Wir bekommen den Segen vom Abt im Rongpuk Monastery
Foto Florian Brunner

Als ich mit Flo beim meditierenden und trommelnden Lhama vorbei war, beförderte uns noch eine ca.2 m tiefe “Kletterstelle”, in die tiefste Ebene der Heiligstätte.
Dort unten verweilten wir kurz und beteten um eine erfolgreiche und glückliche Expedition.
Beim Hochsteigen segnete uns jeden Einzelnen der Abt des Klosters und hängte uns den landesüblichen Haddak um.

Zur Information: Haddak, ist ein traditioneller Begrüßungsschal in den tibetischen und mongolischen Regionen.
Haddak wird in Tibet meist aus weißer Seide angefertigt und symbolisiert Reinheit und eine gute Zukunft.
Mit dem Überreichen eines Haddakschals drücken Tibeter ihre guten Wünsche und ihr reines Herz aus, oder auch positive Gefühle.
Der Schal wird auf Zeremonien wie Hochzeiten oder Festen überreicht, aber ebenso bei Verwandten- und Krankenbesuchen oder Einladungen.
Ein weißer Haddak symbolisiert Reinheit und gute Beziehungen. Er wird mit beiden Händen genommen, auf Schulterlevel gehoben, die Hände werden ausgestreckt, man beugt sich nach vorn und überreicht den Schal dem Gast. Man sollte ihn mit beiden Händen entgegennehmen und dann vor den Sitz oder die Füße legen.

Der Rückmarsch ins Lager war wieder sehr windig und nicht ganz angenehm.

Das anschließende Mittagessen machte uns müde und besorgte uns einen halbverschlafenen Nachmittag in unseren Schlafsäcken.

Die Basecamp-ASFINAG bei der Arbeit

Die Basecamp-ASFINAG bei der Arbeit
Foto Wolfgang Klocker

Jetzt am Abend ist meine Motivation mal etwas unten, was aber im Zuge der Anpassung laut meiner Erfahrung vollkommen normal ist.
Noch dazu habe ich bei der Nachmittagsrast wohl das falsche Hörbuch für diese Situation gelesen.
(Expeditionsberichte vom Mt. Everest :-) )

Nun wünschen wir euch wieder einen feinen Tag und vielleicht geht der eine oder andere Gedanke von euch in Richtung Mt. Everest, wo wir derzeit ganz kleinlaut auf unsere Chance warten.
Andy mit seinen Superbuam“

Wie immer schicken sie liebe Grüße an alle, die an sie Denken und mit ihnen Hoffen, dass das Unternehmen Mt. Everest gelingen möge.
Auch morgen werden sie voraussichtlich noch einen weiteren Tag im Basislager verbringen – aber darüber werde ich euch dann berichten.
Eine gute Nacht wünscht euch euer Bodenpersonal Sabine

 

 

 

 

 

 

 

 

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2 Antworten auf 2 Tag im Basislager auf 5.200m

  1. Anton Bichler sagt:

    Weiterhin gutes gelingen!
    Wirst du deinen 40er am Everest feiern?
    LG aus der Leutasch
    Bruder Anton mit Familie

  2. Eva-Maria Steiner, aus Hartberg in der STMK sagt:

    hallo sabine, meine Gedanken sind oft beim Mount Everest, und ich schicke die besten wünsche für eine erfolgreiche Besteigung. auch dir liebe grüsse, haben uns im maxoom in hartberg bei lueger kennengelernt und getratscht. dann auch noch das buch gelesen und ich bin seither ein großer “Fan” von euch beiden. alles alles gute nach tristach eva steiner

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