Rasttag in Thingri auf 4.350m

 

9. Tag Rasttag in Thingri auf 4.350m

Auch heute gibt es wieder einen aktuellen Bericht von unseren Bergsteigern auf dem Weg zum Basislager.

„Hallo Sabine,
Heute nach wieder richtig gut geschlafen und somit klappt die Höhenanpassung bei uns Vieren sehr gut.
Wir machten von Nyalam nach Thingri jedenfalls eine Erhöhung unserer Schlafhöhe um gut 600 Höhenmeter.
Man muss wissen, dass die kritische Phase der Höhenanpassung zwischen 3.500m und ca. 6.000m liegt.
Diese Höhenlage wird oft unterschätzt und Bergsteiger geben dem Körper hier oft zu wenig Zeit um sich richtig anpassen zu können.
Deshalb sind wir sehr sehr auf der Hut, unserem weiteren Aufstieg nicht schon hier herunten mit einer kleinen Unachtsamkeit jegliche Chance zu nehmen.
So bewegen wir uns viel langsamer wie zu Hause, z.B. schon am Weg zum Frühstück, um einfach mehr Ressourcen zum Bilden von roten Blutkörperchen zu haben.
Diese roten Blutkörperchen ermöglichen uns bei jedem Atemzug dann eben mehr von dem immer weniger vorhandenem Sauerstoff in die Blutbahn zu bekommen.
Um einiges mehr Trinken als zu Hause, um das dadurch natürlich dicker werdende Blut zu verdünnen, steht hier in dieser Höhenlage auch an der Tagesordnung.
Das Messen des Ruhepulses und die Farbe des Urins zeigen uns eindeutig wo wir mit der Anpassung stehen.
Liegt der Ruhepuls zu Hause z.B. bei 40 Schlägen pro Minute, ist ein Puls von 50 Schlägen hier oben schon ein ganz angenehmer Wert und zeigt noch keine Überforderung mit der Höhe.

Thingri liegt im tibetischen Hochland

Thingri liegt im tibetischen Hochland
Foto: Wolfgang Klocker

Weiteres ist es wichtig, seinem Körper mit Ausflügen für einige Stunden in größere Höhe als der Schlafhöhe einen Impuls zu setzen, dass es in Zukunft einfach noch weniger Sauerstoff und partiellen Luftdruck geben wird.
So wanderten wir heute in extrem gemütlichen Schritt hinauf auf eine Geländekuppe auf 4.700m und verweilten dort oben eine gute Stunde in der angenehmen Mittagssonne.
Beim Abstieg trödelten wir herum und begegneten anderen Bergsteigern die sich ebenfalls anpassen.

Klemens, Flo und Andy bei Akklimatisationstour auf 4.700m

Klemens, Flo und Andy bei Akklimatisationstour auf 4.700m
Foto: Wolfgang Klocker

Jetzt vor dem Abendessen versuche ich mit Klemens hier in dieser Einöde noch für ihn ein billiges Mobiltelefon zu bekommen, damit auch er mittels seiner chinesischen Simkarte Kontakt mit der Heimat und seiner Erika haben kann.

Klemens und Andy im Handyshop

Klemens und Andy im Handyshop
Foto Florian Brunner

PATA, unser Sirdar, kaufte für alle Sherpa und auch für die meisten Teilnehmer bzw. westlichen Bergsteiger eine Simkarte hier in China um kommunizieren zu können.
Zur Information: Als Sirdar wird beim Bergsteigen oder Trekking der einheimische Trägerführer bezeichnet. Er ist für die Träger, Küchenhelfer und Köche einer Expedition verantwortlich und regelt den Lastentransport, die Bezahlung sowie auch die Zusammenarbeit mit Behörden vor Ort. Er spricht meist fließend Englisch und ist typischerweise der erfahrenste der Gruppe. Zu den Aufgaben der Sirdars zählt die Überwachung des Vorankommens beim Anmarsch zum Basislager sowie bei größeren Expeditionen auch die Überwachung des Lastentransports in die Hochlager. Der Sirdar selbst trägt aber im Normalfall nur seine eigenen Ausrüstungsgegenstände.

Diese chinesischen Simkarten sind sowieso eine eigene Geschichte wert.
150 Yen, das sind ca. 25,00 Euro, kostete jede Karte.
Aber ja, wie es eben so ist, funktioniert hat von diesen vielen Simkarten kaum eine….

Dem Klemens seine ging wegen seines nicht freigeschaltenem Telefons leider auch nicht.
Nur mein altes Nokia C5 funktioniert einwandfrei und nach langwierigen und geduldigen herum probieren in den Konfigurationseinstellungen habe ich es tatsächlich auch geschafft, das Mobiltelefon mit der chinesischen Simkarte online zu bekommen.
Nun habe ich anscheinend 750 mb freie Datavollumen….
Mal sehen, im Basislager sollte dieses Netzt sogar auch noch funktionieren.
Also, wir sind immer für Überraschungen offen, wenn geht dann geht, wenn nicht, eben nicht :-)
Ich habe ja sowieso dank Thomas Schoerkhuber von Brandspot die Satellitenverbindung dabei.

Nancy Hansen, Ralf Dujmovits, Andy und Flo in Thingri

Nancy Hansen, Ralf Dujmovits, Andy und Flo in Thingri
Foto: Klemens Bichler

Also somit Schluss für heute, wir gehen jetzt Essen und legen uns dann bald schlafen.
Morgen wird ein weiterer entscheidender Tag für uns.
Wir machen mit dem Geländewagen noch den letzten und wohl schwierigsten Höhensprung auf 5.200m direkt ins Chinesencamp-Basislager.
Dort oben wird es uns dann schon mal etwas runterschalten.

Wir hoffen, alles richtig gemacht zu haben und bleiben ganz ruhig.
Bis bald, Dein Spitzenteam
Flo, Klemens, Wolfi und Dein Andy“

Mit diesem Bericht und einigen tollen Bildern sag ich für heute Namaste und schlaft gut meine treuen Leser (unsere Männer schlafen auch gut)
Euer Bodenpersonal Sabine

 

 

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Eine Antwort auf Rasttag in Thingri auf 4.350m

  1. was hat Dir der Spaß gekostet bisher

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