Hilfe für Erdbebenopfer in Nepal

27.Tag   Hilfe für Erdbebenopfer in Nepal!

„Liebe Leser und Freunde meiner Geschichte. Jetzt melde ich mich noch einmal aus Tibet.

Alles was bis zu diesen Zeilen in meinem Blog geschrieben steht ist ein Ausschnitt aus meinem Gefühlserleben unserer Reise zum Mt. Everest und tut für die Welt nichts weiter zur Sache…..

Jetzt aber möchte ich euch bitten, gemeinsam zusammen zu stehen um den unschuldigen Opfern des fürchterlichen Erdbebens etwas unter die Schultern zu greifen.

Ich habe nun schon einige Anfragen zur Hilfestellung bekommen.
Ob die Zuwendung von Einzelpersonen oder großer Unternehmen, alles wird hier dringend! Dringend gebraucht.

Z.B. haben alle einzelnen unserer Sherpa die im Khumbu zu Hause sind, ihr Haus verloren und die Familienmitglieder leben seit 25. April in Zelten. Tensing sagte mir, er ist happy, hier in unserer Expeditionsgruppe zu sein um dann nach Hause zu kommen und mit dem verdienten Geld das Haus seiner Familie wieder aufzubauen.

Auf meine Frage, was denn der Wiederaufbau seines Hauses kosten würde, antwortete er:
“Andy, 15.000,– USD – Dafür arbeite ich eine ganze Weile, aber es geht schon…..”
Nur ein Beispiel, wie übersichtlich geholfen werden kann……

Dr. Matthias Baumann, der Unfallchirurg aus Tübingen in Deutschland, der mir schon 2014 beim Eislawinenunglück an der Everest-Südseite begegnet ist, werkt wieder für die Opfer des Erdbebens in Kathmandu.

Mehr Infos über Matthias Baumann hier: www.faszination-everest.de

Also es ist schon auch hoffnungsvoll zu sehen, dass die Welt trotz Allem zusammen steht…..
DANKE!!! DANKE!!!! Jedem von Euch!
Euer Andy Holzer mit seinem Team“

Matthias bei der Arbeit im Dhulikhel Hospital

Matthias bei der Arbeit im Dhulikhel Hospital
Foto Archiv Baumann

Anbei auch eine Mail direkt aus dem Erdbebengebiet von Matthias
„Liebe Sabine, ich bin seit Montag in Nepal, arbeite und operiere im Dhulikhel Hospital. Sehr traurig alles, aber es ist gut zu helfen. Wie ich gehört habe sind alle Everest Expeditionen auf der Nord und Südseite beendet. Es tut mir sehr Leid für Andy, aber ich denke es ist besser unter diesen Bedingungen. Ich habe wieder ein Hilfsprojekt gestartet. Es wäre super, wenn ihr auf eurer Homepage davon berichten könntet. Hier das Spendenkonto:
Spendenkonto Himalayan Project e.V.
Kreissparkasse Biberach IBAN DE82 6545 0070 0007 8203 31
BIC   SBCRDE66
Kennwort: „Erdbeben Opfer“

Homepage: www.faszination-everest.de

Herzlichen Dank liebe Sabine und viele Grüße aus Nepal Matthias!”

Verletzte werden gebracht

Verletzte werden gebracht
Foto Archiv Baumann

Informationen zu Matthias Baumann und sein Projekt:
Wir bitten um Unterstützung für die Erdbebenopfer in Nepal Sofortige Hilfe ist nötig:
Das stärkste Erdbeben seit 80 Jahren hat im Himalaya mehr als 5000 Todesopfer gefordert.
Es ist eine Katastrophe ungeheuren Ausmaßes, die das Erdbeben am Samstag um die Mittagszeit in Nepal verursacht hat. 7,8 auf der Richterskala erreichten die Erschütterungen – unzählige Menschen wurden verletzt oder getötet, ihre Häuser dem Erdboden gleich gemacht. Dringend wird nun Hilfe von außen benötigt.
Der Tübinger Unfallchirurg Dr. Matthias Baumann hat sich sofort auf den Weg gemacht.

Kathmandu, die größte Stadt des Landes, Hauptstadt und historisches Kleinod, hat nicht wieder gut zu machenden Schaden genommen. Viele Gebäude sind eingestürzt, auch die jahrhundertealten Tempel blieben nicht verschont, vier der sieben Unesco-Weltkulturdenkmäler in der Region sind zerstört, wie die Süddeutsche berichtete.

Kathmandu nach dem Beben

Kathmandu nach dem Beben
Foto Archiv Baumann

Es drohen Nachbeben, die schlechte Witterung tut ein Übriges und erschwert die Lage der Betroffenen ebenso wie die Arbeit der Helfer vor Ort.
Einer der Freiwilligen ist Unfallchirurg Dr. Matthias Baumann, der Nepal durch sein Hobby, das Bergsteigen,stark verbunden ist.
Viele Freunde und Bekannte leben in der Bergregion, die das Erdbebengetroffenhat. Zufällig war er auch vor rund einem Jahr vor Ort, als am Mount Everest eine Lawine 16 Sherpas tötete.

Jeder versucht zu helfen

Jeder versucht zu helfen
Foto Archiv Baumann

Zurück in Deutschland gründete er eine Stiftung, die Spenden für die Hinterbliebenen sammelt.
Nun ist er wieder nach Kathmandu gereist: Er kaufte sich kurz entschlossen ein Ticket und stieg noch am Sonntag in Frankfurt ins Flugzeug.
„Ich habe gerade frei und werde sehen, dass ich so viel wie möglich helfen kann“ sagt der Unfallchirurg.
Er war erst im März in Begleitung des SWR in Nepal unterwegs, um Spendengelder zu übergeben und Patenschaften für die Beschulung der Halbwaisen einzurichten.
Vor wenigen Tagen hat er nun seine Stelle in den Kreiskliniken Esslingen aufgegeben, wird zukünftig als Oberarzt in der BG-Unfallklinik in Tübingen arbeiten.
Unter dem Stichwort „Erdbeben Opfer“ können Spenden für die von der aktuellen Katastrophe betroffenen Menschen in Nepal auf das Konto seiner Stiftung gemacht werden.
Homepage: www.faszination-everest.de
Spendenkonto Himalayan Project e.V. Kreissparkasse Biberach IBAN DE82 6545 0070 0007 8203 31 BIC   SBCRDE66 Kennwort: „Erdbeben Opfer“

DANKE FÜR EURE HILFE!

Verletzte Kinder

Verletzte Kinder
Foto Archiv Baumann

Mit diesem Eintrag wird es auch für mich Zeit, mich noch einmal bei euch meine lieben Mitfieberer zu bedanken und vielleicht könnt ihr wieder einmal meine Zeilen lesen und einen Traum von Andy miterleben …
Träumt nicht euer Leben – lebt euren Traum!

Namaste Sabine, euer Bodenpersonal außer Dienst

 

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Team wartet auf Heimreise

25. Tag Unser Team wartet auf Heimreise

Aktuelle Infos vom Fuße des Mt. Everest

„Hallo Sabine, ich darf Dir als erstes berichten, wir alle sind gesund und haben den Fuß des Berges erreicht…..

Nun zu den Einzelheiten:
Vorgestern beim Abendessen kam Tensing, der Bruder unseres Sirda PATA ins Essenszelt.
PATA war ja schon seit zwei Tagen unten im Basislager und informierte seinen Bruder Tensing via Funk über den Stand der Dinge.

Es hieß nun, dass der zuständige Regierungsbeamte aus Lhasa erst am nächsten Tag im Basislager eintreffen würde.
Telefonisch habe dieser den Chefs der Agenturen für den Everest, also PATA für ASIA TREKKING oder Karim Kobler und all den anderen Expeditionsleitern heute schon mal mitgeteilt, dass alle Berge hier im Umfeld, also auch Cho Oyu und Shisha Pangma für weitere 8 Tage gesperrt werden sollen.

PATA hat Tensing auch aufgetragen, wir sollten am nächsten Tag das ABC verlassen und hinunter ins Basislager kommen.
Das waren für uns Vier jetzt eigentlich die unsichersten Prognosen und Aussichten für unser Projekt, die wir uns vorstellen können.
Für Flo sowieso extrem hart, so nahe seines Zieles zurückgepfiffen zu werden.
Auch Wolfi, Klemens und ich wussten gar nicht, wie das dann weiter gehen soll.
Nach 8 Tagen Aufenthalt in tieferen Höhen baut sich unsere gute Höhenanpassung wieder ab.
Was dann von den Chinesen nach 8 Tagen für uns entschieden würde, der Mt. Everest weiß es…..

Weiters läuft die Zeit natürlich und die finale Rotation, bei der wir vor dem endgültigen Gipfelgang noch mal auf 7.500m steigen wollten, wäre dann erst ab 6. Mai möglich. Danach müssten wir wieder ganz hinunter absteigen und dort einige Rasttage einlegen.
Darauf wieder diese gerade für mich extrem harten Trekkingtage durch endlose Moränentäler und Berge über das Mittlecamp herauf ins ABC.
Erst dann wäre wenn überhaupt noch für uns denkbar, ein Vorstoß in Richtung Gipfel möglich.
So sahen wir es als ein Geduldsspiel und diese 8 Wartetage würden unser Ziel nicht einfacher machen……

Aber was ist das schon im Verhältnis, was so nahe hier passiert ist  :-(

Nun haben wir gestern am frühen Morgen all unsere Sachen gepackt und für den Fall einer Sperre das Gepäck schon mal für den Rücktransport für die Yaks hergerichtet.
Auspacken können wir im positiven Falle ja immer noch, so dachten wir.
Nach dem Frühstück verließen wir Vier gemeinsam mit Tensing, der heute meinen Rucksack trug, das ABC und wankten nach unten.
Die ersten Schritte selbst nach 4 Nächten der Höhenanpassung auf 6.440m, machen immer noch zu schaffen.
Wolfi nahm diesmal die kleine Orientierungsglocke an seinen Schuh und ging knapp vor mir.
Ich hatte schon sehr zu tun, meine Gedanken ob oder ob nicht, wie oder wann, für mich jemals noch der Everest physisch so nahe sein wird oder ob ich es wirklich akzeptieren solle, dass ein Gipfel des Mt. Everest einfach nicht für mich vorgesehen ist….

Dazwischen immer diese lähmenden Fantasiebilder einer heroischen Zerstörung an der anderen Seite des Berges, die vielleicht gerade ich mir als blinder Mensch, noch blastischer auch ohne optisches Signal des Sehnervs vorstellen kann.

Wir kamen beim Abstieg durch das ABC auch bei der Koblergruppe vorbei und erfuhren im Vorbeigehen, dass die Expedition für sie beendet sei.

Bald schon führten uns unsere Schritte in jenes Hochtal, in dem wir am 25. April bei unserem Aufstieg dieses gespenstische Treiben unserer Mutter Erde erst gar nicht verstehen, und später nicht begreifen konnten.
Etwas weniger Schnee in der Spur und schon war das Hinunterwandern über Stock und Stein um Einiges schwerer als es noch beim Aufstieg in diesen Passagen war.

Immer wieder überholten uns Bergsteiger anderer Teams und teilten uns ihre Enttäuschung des Abbruchs der Besteigung mit.
Für mich hingegen brachte die auf Grund meines eingeschränkten Gehvermögens im Blockgelände sehr gebremste Schrittgeschwindigkeit viel Zeit zum tiefen Nachdenken.

Wolfi signalisierte mir mit dem Glöckchen am Schuh und mit gezieltem Anklopfen seiner Trekkingstöcke an vorstehenden Felsblöcken exakt genau, wohin mich meine nächsten Schritte bringen würden.
Da war so gut wie keine verbale Kommunikation nötig und jeder von uns konnte in sich gehen und für sich versuchen, den Sinn des Daseins an genau diesem Flecken Erde zu genau dieser Zeit zu erahnen.

Für mich persönlich machte sich dabei mit jedem Schritt den es talwärts ging mein Herz mehr auf und ich empfand eine derart tiefe Freude an unserer gemeinsamen Reise, dass ein Gipfelsieg ja oder nein so gut wie keinen Entscheid über meine Stimmung mehr machen konnte.

Andy und Klemens beim Abstieg vom ABC

Andy und Klemens beim Abstieg vom ABC
Foto Wolfgang Klocker

Ich fühlte jene Dankbarkeit für die so intensive Teamarbeit, für das so intime gegenseitige Verständnis und das Teilen der Freuden und Frustmomente, für den ausnahmslosen Zusammenhalt von uns vier Freunden, wie ich es mir bei unserer Abreise von zu Hause Anfang April erträumt hatte.

Jeder Einzelne in meinem Team, Wolfi, Klemens und natürlich auch Flo, alle haben sich nicht nur einmal überwunden, sich den eigenen Standardreaktionen auf gewisse Situationen zu widersetzen und an Stelle dessen eine ganz besonders feine Klinge für unser Team, ganz besonders gegen über mir, anzuwenden.
Genau das hat aus uns vier Buam eine unzerstörbare Einheit gemacht und es wäre für mich unter normalen Umständen die Gipfelbesteigung des Mt. Everest in Reichweite gewesen.

Nach ca. 4 Std. 30 Min. erreichten wir gemeinsam das Mittelcamp und wir bemerkten alle, wie “dick” die Luft hier unten auf 5.800m nun plötzlich für uns war.
Eine halbe Stunde Pause mit Tee und Keksen und um 14:15 Uhr starteten wir zur zweiten Etappe unseres Abstieges los.
Es ging trotz der ewigen Moränen auf und ab, der Querungen über Gletscherbäche immer noch recht gut für mich und ich spürte noch keinerlei Kräfteverschleiß.

Es war schon Wolfi, den ich an dieser Stelle noch mal ganz ganz großes DANKESCHÖN sagen möchte, der mich geduldig wie ein Yak, durch dies für mich im Normalfall unpackbare Terrain aus Stein und Eis führte und ich nicht ein einziges mal mit meinem Schienbein anstieß, mit meinem Knie aufprallte oder umknöchelte.

Als wir dann im letzten Teilabschnitt, unten in diesem langen flachen Tal, ca. eine Stunde vor unserem Basislager in den Abend hinein gingen erwartete uns PATA mit einem Küchenjungen, der uns mit Tee und Keksen entgegen kam.
PATA eröffnete uns somit sofort die Lage der Dinge.
“BAD NEWS Andy: everey thing closed”

Die Chinesen hätten heute um 13:00 Uhr im Basislager verordnet, dass die hohen Berge von Tibet also Mt. Everest, Lhakpa Ri, Cho Oyu, oder Shisha Pangma, wegen Gefahr eines weiteren Erdbebens auf unbestimmte Zeit geschlossen sind.

War es meine Müdigkeit, war es meine Vorahnung, oder war es mein lebenslanges mentales Training, auf für mich unveränderbare Rahmenbedingungen, die meinen Weg tangieren stets gefasst und kontrolliert zu reagieren, jeden Falls warf mich diese Mitteilung nicht um.
Im Gegenteil, eine klare Ansage erzeugt in mir immer den nächsten Lösungsansatz.

Somit habe ich in den letzten beiden Everestsaisonen diesen Höchsten aller Hohen von seinen beiden, am Normalweg besteigbaren Wegen versucht.
Letzten Frühjahr an dessen Südseite, gebremst von dem tragischen Eislawinenunglück am 18. April 2014.
Diesmal an der Nordroute, zurückgerufen vom fürchterlichen Erdbeben am 25. April 2015.
Beides mal durfte ich nicht mal meine Expeditionsschuhe anziehen und somit hatte ich nie eine Chance, mich mit eigener Kraft am Everest zu versuchen.

Nach 9 Std. und 30 Min. kamen wir müde, aber sehr entspannt im Basislager auf 5.180m an und stürzten uns auf das hervorragende Abendessen.
Die darauf folgende Nacht hier unten im Basislager, im Verhältnis zu den vier letzten Nächten auf 6.440m mit noch dünnerer Luft, verlief murmeltierartig.

Heute Morgen checkte ich für uns Vier die Möglichkeiten unserer Heimreise, die Flugverbindungen und Straßenverbindungen….
Sabine zu Hause, Gerhard und Andrea von LIFE EARTH-Reisen und Andi Höck mit seinen Mitarbeitern von Eurotours halfen mir dabei.

Die ursprünglich geplante Rückreise über den Landweg via Zangmu zurück nach Kathmandu und per Flugzeug nach München ist auf Grund der vollkommen zerstörten Infrastruktur nach dem Erdbeben in Nepal nicht mehr möglich.
Wir werden zwei Tage über das Tibetische Hochland nach Lhasa reisen und von dort via Peking und Istanbul zurück nach München fliegen.

Das heißt, wir werden gemeinsam mit unseren Sherpas, den Köchen und Küchenjungen noch einige Tage hier im Camp verbringen, bis die Reiseformalitäten erledigt sind.

Es ist keine Kleinigkeit, hier in China mit einem Gemeinschaftsvisum, auf dem unsere beiden Inder und der nette Mongole mit uns eingereist sind, nun als österreichische Viermanngruppe nach Lhasa und dann via Peking außer Landes zu kommen.

Aber unsere liebenswürdigen Betreuer-Sherpas haben dazu nur ein mildes Lächeln.
Sie müssen hier voraussichtlich noch 15 Tage oder noch mehr ausharren, weil sie auf die Straßenarbeiter, die die teils komplett zerstörten Brückenübergänge und von Hangrutschen zerstörte Straßenverbindung nach Kathmandu reparieren, vertrauen und warten müssen.
Wenigstens können unsere Sherpas, die zu Hause so viel verloren haben, noch einige Tage für ihre Kunden hier im Basislager arbeiten, sodass noch etwas Geld für den Wiederaufbau zu Hause verdient werden kann.

Natürlich wäre es aus meiner Sicht und nicht nur aus meiner Sicht, für alle Beteiligten hier in unserer Expeditionsgruppe besser, wenn wir jeder auf seine Art, am gemeinsamen, von langer Hand geplanten Vorhaben weiter Arbeiten könnten…….
Alle unsere Sherpas bedauern die Absage sehr und sie können es, beneidenswert für uns Europäer, das Geschehene von ihrer Aufgabe viel besser trennen.
Schon rein physisch ist es keinen einzigen Sherpa hier möglich, jetzt nach Hause zu gehen um dort zu helfen oder was immer auch zu reparieren.
Alle Straßenverbindungen sind zerstört und im Heimatland herrscht das pure Chaos….
Rein finanziell betrachtet ist es eine Katastrophe für sie, weil wie im Vorjahr, das Jahreseinkommen des Sherpas durch diesen Ausgang jetzt extrem stark eingeschränkt ist.

Mir bleibt nun nur noch meiner Frau Sabine DANKE zu sagen, DANKE, dass Du mir immer wieder die Freiheit für mein Leben schenkst, sie saß oft stundenlang am PC um meine Berichte ins Reine zu bringen, mit super interessanten Ergänzungen zu spicken und geduldig so manchen Telefonanruf zu beantworten.

Einen ganz speziellen Dank meiner Mutter mit meinem Vater der mit 88 Lebensjahren die Geschichten seines Sohnes immer noch gebannt verfolgt wie damals, als ich ein kleiner Junge war.

Ich bedanke mich bei meinen Unterstützern, bei meinen Gönnern und Freunden im Hintergrund, alle haben sie mir mit meinen Manndern den Gipfel so sehr gegönnt….

Ohne die unzähligen gemeinsamen Touren der letzten Monate und Jahre wäre es für mich rein gedanklich und körperlich niemals möglich gewesen, mich so einem Unternehmen überhaupt zu stellen.
DANKE DANKE für jeden meiner Bergpartner zu Hause, für jede Tour und all die Geduld!!!

Zum Schluss möchte ich mich für die so angeregte Aktivität mit Kommentaren und Gästebucheintragungen im Blog bedanken!
Es sind so viele Herzensblicke dabei, viele gute Wünsche, viele gut gemeinte Formulierungen und was mir auch wichtig ist, einige fragende Gesichter.

Aber nicht jeder muss mit jedem im Gleichtakt sein und für mich als blinden Menschen ist es zum Verständnis von Licht ein UNBEDINGT, auch Schatten zu fühlen und zu hören.
Gäbe es keine Schatten, wäre das Licht nicht greifbar…..

Alles Liebe aus Tibet,
Andy Holzer mit seinen unsagbar treuen Freunden
Flo, Wolfgang und Klemens”

Mt. Everest -  Die Natur ist stärker

Mt. Everest – Die Natur ist stärker
Foto Florian Brunner

Auch ich möchte mich bei all meinen treuen Lesern und Daumenhaltern bedanken und sagen “schön dass es EUCH gibt”.
Ihr alle ward mit ein großer Teil dieses Unternehmens Mt. Everest 2015 und zugleich eine wichtige mentale Stütze für unser Superteam, denn nur zusammen sind wir stark – was ist schon ein Mensch allein …

Namaste von eurem Bodenpersonal Sabine und Tashi Delek – Glück und Segen!

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Andy und Team melden sich

23. Tag   Team immer noch im ABC Camp auf 6.400m

Unsere Puja wird vorbereitet

Unsere Puja wird vorbereitet
Foto Wolfgang Klocker

 

 

 

 

 

Klemens, Andy und Flo bei unserer Puja

Klemens, Andy und Flo bei unserer Puja
Foto Wolfgang Klocker

 

 

 

 

 

 

Hier die aktuellen Infos von unserem Team aus China.

„Hallo Sabine,
Ich versuche jetzt mal den Stand der Dinge aus unserer derzeit extrem eingeschränkten Sicht hier oben am “Vorgeschobenen Basislager” auch “ABC” genannt, auf einer Seehöhe von 6.440m an der Nordseite, also der chinesischen Seite des Mt. Everest in Worte zu fassen.

Das ABC auf 6.400m

Das ABC auf 6.400m
Foto Wolfgang Klocker

Die Bergsteiger mit deren Sherpas, die genau wie wir Vier, seit Anfang April mit einem Herzensziel unterwegs sind, unseren Traumberg, den Mt. Everest zu besteigen, wurden seit dem extremen Erdbeben vom 25 April um die Mittagszeit (Lokalzeit) genau so wie der Rest der Erdbevölkerung tief getroffen von diesem schrecklichen Ereignis.

Für uns hier oben ist der Informationsfluss des Geschehenen wahnsinnig eingeschränkt und wir sind auf kurze Blitzmeldungen die von Zelt zu Zelt, von Camp zu Camp, durch die Köpfe verschiedenster Menschen mit unterschiedlichsten Mentalitäten, bis zu uns vordringen, angewiesen.
In jeden Fall ist es auch uns klar, dass da etwas ganz ganz Fürchterliches passiert ist.

Es ist so unheimlich surreal, schon 9 km Luftlinie, genau auf der anderen Seite des Everest, auf dem meine sehenden Freunde täglich viele Stunden mit ehrfürchtigem Blick hier von Norden hinauf schauen, soll an dessen Südseite dieses Beben so nahe von uns, seine Opfer die in selber Passion und Freude unterwegs waren, so hart getroffen haben.

Das ganze Khumbugebiet, welches an der Südseite des Everest liegt, wo all die liebenswürdigen Sherpas die uns genau so wie den Opfern an der anderen Seite des Berges so beim Aufstieg helfen, zu Hause sind, soll ja auch sehr stark zerstört worden sein.

Es gibt so gut wie keinen Sherpa in unserem Team, der nicht enormen Schaden in seiner Heimat erfahren hat.
Gott sei DANK, hat laut heutigen Wissensstand das Erdbeben, aus den Familien unserer Sherpas in meinem Team keine Menschenleben gefordert.
Was in Kathmandu, den umliegenden Dörfern und Regionen mittlerweile an Opfern zu beklagen ist, drückt uns Vier auch gehörig an die Seele……

Ich selbst bin jetzt mit Wolfi so ziemlich in derselben Situation als es exakt vor einem Jahr gewesen ist.
Auch da wussten wir nicht, was dieses Unglück nun für die Welt und auch uns bedeuten soll……
So wie mich mein Verstand und mein Herz in meinem ganzen Leben schon nach großen Rückschlägen und anscheinender Benachteiligung geführt hat, war es auch letztes Jahr nach der Eislawine im Khumbueisfall nach 16 Sherpaopfern.

Ich stand wieder auf, motivierte mich und meine Freunde, meine Familie stand wieder hinter mir und wir versuchten gemeinsam, unseren Traum vom Everest aufs Neue zu realisieren.

Und nun gibt jeder alles, Wolfi sagt mir die Stufen und Steine an, Klemens steigt mit Flo hinter uns, alle Vier mit höchster Freude und Motivation, ganz oben im Östlichen Rongpuk Gletscher in Richtung ABC, und plötzlich reißt uns ein unheimliches Rauschen und Schütteln mit anschließenden Krachen und Poltern von Stein und Eislawinen links und rechts unseres Pfades aus unserer Konzentration.

Auf einen Schlag alles anders, die eigenen Prioritäten und Ziele, Träume und Sehnsüchte, alles nur noch sekundär…..

Einfach wieder knall hart mitgeteilt bekommen, “Andy, Du bist nicht im Paradies, es gelten andere Regeln als die Regeln, die Du Dir manchmal ausdenkst….”

Und das meine liebe Sabine und meine Leser, genau das hat mir mein Leben so oft schon versucht beizubringen….
Man hat selbst einfach nicht das Recht zu beurteilen, ob das Leben gerecht oder ungerecht zu einem ist…..
Man hat meiner Meinung lediglich das Recht, aus dem was ist, das seiner Meinung nach Beste zu gestalten…..
Und selbst dies geht öfters sauber in die Hosen….

So, nun noch zum Unwichtigeren, zu den Fakten unserer weiteren Vorgehensweise auf unserer Reise zum Dach der Welt.

Gestern Abend noch besuchten wir Vier, Klemens, Flo, Wolfgang und ich das Camp von Kari Kobler um Neues zu erfahren.
Clemens Strauss, der so nette und liebenswerte Everestversucher aus Graz lud uns auf einen Tee ein.
Auch Markus, Gerd und Richi unterhielten sich mit uns.

Klemens bereitet sich gedanklich auf den weiteren Aufstieg vor im Hintergrund der Weg zum Nordcol Camp 1

Klemens bereitet sich gedanklich auf den weiteren Aufstieg vor im Hintergrund der Weg zum Nordcol Camp 1
Foto Wolfgang Klocker

Kari sei schon am Morgen in Richtung Basislager abgestiegen weil sich dort anscheinend ein Beamter aus der Chinesischen Regierung aus Lhasa einfinden sollte.
Eine große Besprechung bezüglich des weiteren Vorgehens am Everest soll stattfinden.
Heute Morgen erfuhr ich von Ted, unserem Sauerstoffmaskenspezialisten, der gleich neben uns sein Zelt aufgebaut hat, dass jetzt am Vormittag die Gespräche unten am Fuß des Berges weiter gehen und eine Entscheidung noch in den nächsten Stunden zu erwarten sei.

Wie lange die nächsten Stunden auch sind, es ist für alle nicht ganz leicht, in diesem Gedankengewirr seine Konzentration für das Ursprungsziel zu fokussieren.

Es ist wie ein Hohn, das Wetter könnte schöner nicht sein, Sonnenschein und warm unter Tags, Flo nur 600Hm, bzw. wenige Stunden unter seinem Ziel den Lhakpa Ri, und der Everest lockt uns hämisch mit seiner schneebedeckten Nordseite bis ins Essenszelt.

Mystische Stimmung mit Lhakpa Ri im Hintergrund

Mystische Stimmung mit Lhakpa Ri im Hintergrund
Foto Wolfgang Klocker

Nun warten wir einfach geduldig auf die nächsten Stunden, versuchen diszipliniert dem Sauerstoffmangel zu trotzen, und helfen uns gegenseitig wie es im Tal niemals denkbar wäre, diese enorme körperliche und geistige Herausforderung gemeinsam positiv zu erleben.

Mehr gibt es derzeit nicht zu berichten….

Wolfgang, Klemens, Flo und ich sind bei bester Gesundheit
Andy mit seinen Freunden

PS.: Ihr habt keine Ahnung wie sehr uns eure Wünsche und Gedanken helfen, sogar der Arbeitgeber von Flo hat bezüglich einer eventuell späteren Rückkehr schon so positiv reagiert!!! DANKE!“

Danke euer Bodenpersonal Sabine

 

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Abwarten

22. Tag    Team immer noch im ABC Camp auf 6.400m

Heute hab ich nur eine kurze Information von unseren Bergsteiger bekommen, dass es ihnen gut geht und sie abwarten müssen wie es weiter geht.
Alle vertragen die Höhe sehr gut – keine Probleme.

Da momentan alle Verbindungen nach Kathmandu blockiert sind – heißt es warten, warten …
Es ist derzeit auch viel wichtiger, dass die Hilfstransporte zu den betroffenen Menschen durchkommen.
Unser Team ist dort wo sie jetzt sind sicher, hat ausreichend Verpflegung und Wasser und ein Dach bzw. „Zelt überm Kopf“.

Ein Erdbeben ist eine Naturkatastrophe – die niemand beeinflussen kann und auch niemanden die Schuld zuweisen kann …

Auch die Sherpas kommen nicht weiter und müssen dort abwarten wie es für sie weitergeht – doch sie sind nicht allein, gesund, einen Platz zum Schlafen und haben zu essen.

Vielleicht sollten sich das alle Kritiker und … einmal durch den Kopf gehen lasse und nicht gleich urteilen bzw. verurteilen.
Aber meine Lieben ich bekomme auch sehr viele positive Gedanken und Wünsche für unser Männer und ihre Begleiter. :-)
Wir sind tausende Kilometer entfernt und können leider nur erahnen was wirklich los ist – nicht einmal über die Medien bekommen wir reelle Informationen.

Wie es Weitergeht wird die Entscheidung unserer Männer sein und sie wissen selbst am besten was sie machen werden, denn sie sind Vorort und sprechen mit den wirklich Betroffenen.
Vielleicht ein bisschen was für euch zum Nachdenken …

Meine Gedanken sind bei Andy und all seinen Begleitern
Euer Bodenpersonal Sabine

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Andy berichtet vom ABC Camp auf 6.400m

21. Tag Andy berichtet vom ABC Camp auf 6.400m

Kaum hab ich euch die Infos online gestellt, bekomme ich diesen ausführlichen Bericht von unseren Männern

„Hallo Sabine,
Erstmal, es geht uns hier allen Vieren super gut!
Heute haben wir die erste Nacht im “Vorgeschobenen Basislager” (ABC) auf 6.440m gut überstanden.
Auch das Essen geht uns gut von der Hand und das sagt schon einiges.

ABC Lager auf 6.440m

ABC Lager auf 6.440m
Foto Klemens Bichler

Nur die Konzentration auf unser weiteres Vorankommen ist auf Grund der so traurigen Ereignisse des schweren Erdbebens von gestern sehr angeschlagen.
Diese traurige Stimmung ist hier im Camp immer und überall deutlich zu spüren.
Von unseren Sherpas gibt es kaum einen, der nicht sein Haus verloren hat.
Aber es ist für uns Westler fast erschreckend pragmatisch, wie diese lieben Menschen das hier aufnehmen.
Sie wissen einfach, der Berg ist der Arbeitgeber und nur durch diese harte Arbeit können sie auch ihr Haus wieder aufbauen.

Ein anderer Einfluss bezüglich der weiteren Planung ist die Meldung der Chinesischen Regierung, die auf Grund der Gefahr jetzt für 3 bis 5 Tage keinen weiteren Aufstieg erlaubt und eigentlich alle Leute vom Berg herunter haben möchte.
Natürlich sind diese Chinesischen Beamten Menschen, die noch nie in der Nähe des Everest gewesen sind.
Dass es am Weg hinunter ins Tal wahrscheinlich unsicherer ist als es hier oben unter freiem Himmel im Zelt, das haben die nicht verstanden.
Es geht ihnen einfach um die Gefahr von weiteren Beben.

Um 10:00 Uhr stand heute die Puja am Programm, die Tensing, der auch Lama ist, hervorragend leitete.
Danach liefen die Bergsteiger und Sherpas den ganzen Tag ohne richtigen Plan hier oben herum und keiner wusste was recht ist…

In meinem kleinen Team geht es mir kurzfristig jetzt um Flo, der ja bestens vorbereitet nun hier auf 6.440m auf seinen Gipfelsieg am Lhakpa Ri (7.045m) wartet und es für ihn keinen Sinn macht, wieder runter auf 5.200m ins Chinesen Basislager zu hatschen.
Da gibt es noch mehrere Bergsteiger, die dasselbe Problem haben.
Dies erfuhr ich, weil wir am Nachmittag einen Rundgang im ABC machten.
Dabei besuchte ich Kari Kobler in seinem Camp und ich spürte sehr deutlich, dass wir uns im Denken in dieser Situation sehr ähneln.
Kari zückte gleich neben mir darauf hin sein Satphone und rief eine wichtige Assistentin der “TMA” (Tibet Mountaineering Association) an um die Sache aus chinesischer Sicht mal in klareres Licht zu rücken.

Kari Kobler ist schon zum fünfzehnten Mal mit seiner Agentur hier und weiß genau, wen und wann er hier kontaktieren muss.
Dieses Telefonat fiel schon mal nicht ganz schlecht aus und Kari rief um 16.00 Uhr in seinem Zelt zu einer Versammlung und Besprechung aller Expeditionsleiter und wichtigen Sherpas und Leute hier im ABC auf.

Wolfi stiefelte mit mir zu diesem Meeting und wir wurden sehr warmherzig empfangen.
Alex, der Expeditionsleiter aus Russland, genau so wie die Briten oder Japaner, versammelten sich gemeinsam mit Kari, PATA, Wolfi und mir im Zelt von Kobler.

Kari vermittelte allen Anwesenden den Stand der Dinge.
Dass er mit den Chinesen im Kontakt stehe und wir nun die Erlaubnis hätten, hier oben im ABC zu bleiben.
Wir dürften nur nicht höher steigen, bis wir Grünes Licht von den Chinesen bekommen.

Weiteres teilte uns Kari mit, dass Seine Sherpas heute Morgen vom Berg runter gekommen sind.
Gestern nach dem Erdbeben seien sie vom Camp 3, 8.300m abgestiegen und die Route sei perfekt und vom Beben nicht beeinflusst.

Ich warf dann ein, man müsse die entscheidenden Chinesen unten im Tal darüber informieren, damit eine vernünftige Weisung möglich wird.

Wir erfuhren auch die traurige Nachricht, dass die Expeditionen an der Südseite des Everest, genau so wie im Vorjahr, alle gecancelt wurden.Eine große Lawine sei im Bereich des Basislagers von den Flanken des Pumori 7.161m abgegangen und Menschen wurden getötet.Überhaupt soll es im Khumbugebiet sehr sehr große Verluste auf Grund des so starken Erdbebens geben.

Einige Expeditionsteams sollen am Lager 1 an der Südseite, also oberhalb des Khumbueisfalles festsitzen und nur noch für vier Tage Verpflegung und Gas haben.
Der Khumbueisfall ist nach dem Beben nicht mehr passierbar und die Menschen warten auf einen Hubschraubertransport.

Also war mein Gedanken, diesmal an die Nordseite des Everest zu gehen, nicht ganz falsch…

Das Epizentrum des stärksten Erdbebens seit langer Zeit in Nepal soll zwischen Kathmandu und Pokhara liegen und das Beben die Stärke 7,9 erreicht haben.
Die Landverbindung zwischen unserem Basislager an der Nordseite über Thingri und Zangmu nach Kathmandu ist an mehreren Stellen verschüttet und Brücken eingestürzt.
Die internationalen Flüge aus und nach Kathmandu derzeit unterbrochen und somit die ganze Gegend auch von der Infrastruktur schwer betroffen.

Also wieder alles sehr hart für die Motivation aber wir müssen uns einfach auf unser Ding konzentrieren.
Alles Andere hilft auch niemanden und somit haben wir Vier jetzt mal beschlossen, dass wir die nächsten drei bis vier Tage im ABC ausharren und die Höhenanpassung somit zu verstärken.
Flo ist damit jederzeit Schlagbereit für seinen Lhakpa Ri und Wolfi, Klemens und ich erfreuen sich trotz der Höhe auch bei bester Gesundheit.

Wenn ich heute Abend wieder zwei Teller Spagetti verdrückt habe – dann könnt ihr euch vorstellen, dass es nicht schlecht mit uns ausschaut :-)
Jetzt mache ich mich wieder auf den Weg in mein Zelt und freu mich auf einen tiefen Schlaf.
Klemens hat letzte Nacht minus 22 Grad in seinem Zelt gemessen.
Also, schöne warme Grüsse und wir sind immer in unserer Mitte!
Andy mit seinen Buam“

Unser Team hat das ABC erreicht

Unser Team hat das ABC erreicht
Foto: Archiv Holzer

„Ich möchte euch noch einmal erklären, dass wir uns an der Nordseite, also an der vom Unglück an der Südseite des Everest gegenüberliegenden Seite, ca.15km Luftlinie sitzen.
Hier gibt es keine Verletzten, keine Lawinen die das Lager betreffen, hier ist soweit alles ganz anders und relativ sicher.
Und dass uns das Unglück unsagbar leid tut und im Herzen trifft!!!
Wir sind noch recht zuversichtlich, wir sind mit den besten dieser Höhenbergsteiger der Welt im Boot und alles wird so wie es sein soll
Also, doch ganz anders als voriges Jahr!!
Bussi, dein Andy“

Mit diesen Nachrichten wünsche ich allen meinen treuen Lesern eine gute Nacht und bis morgen euer Bodenpersonal Sabine

 

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Nach dem schwerem Erdbeben

21. Tag  Im ABC Camp auf 6.400m nach schwerem Erdbeben

Heute hab ich nur eine kurze Information von Unseren Bergsteiger bekommen – bin aber froh das wir überhaupt Kontakt haben.
Wir hier, weit weg vom Geschehen, sind gestern alle in einen Schockzustand versetzt worden, als wir von diesem schweren Erdbeben in Nepal erfahren haben.
Andy, Flo, Klemens und Wolfi geht es gut – war die beste Nachricht des Tages.  :-)

„Hi Spatz
Hatten gerade Puja, Stimmung ist wie letztes Jahr, etwas gespalten…

Zur Information: Puja bedeutet in etwa „Verehrung“ oder „Ehrerweisung“. Die Puja gehört als Ritual zu den wichtigsten Bestandteilen des buddhistischen Alltags.
Hier ist sie etwa das, was für Christen die Andacht ist – ergänzt um den Aspekt der Verdienstübertragung.
Die Puja – Segen der Expedition im Basislager – ist der Beginn des Aufstieges auf den Berg. Puja ist eine Zeremonie, die von einen amtierenden Lama (Im tibetischen Buddhismus eine spiritueller Führer oder Mönch) vor einem Altar aus Stein abgehalten wird.
Solche die die Puja bitten die Götter um Glück für die Sherpas und Bergsteiger wie sie versuchen, Gipfel den Berg.
Vor dem Altar, sind Opfergaben an die Götter aufgebaut: Sampa (Mehl aus gerösteter Gerste), Kuchen, Yak-Milch, Butter, gebratener Teig, Früchte, Schokolade und Getränke.
Wacholder brennt kontinuierlich in einer Schale auf dem Altar.
Auch die benötigte Kletterausrüstung wird gesegnet – Gurte, Steigeisen, Eispickel und Helm. Gebetsfahnen sind 100 Fuß in verschiedene Richtungen verstreut.
Während der Zeremonie, die Sherpas singen zusammen mit dem Lama und Mönchen, wirft jeder mit Reis.
Die Sherpas werfen eine Stange mit Wacholderzweigen, und es ist ein Zeichen des Glücks, wenn ein Rabe darauf landet.
Die Zeremonie endet damit, dass die Teilnehmer die Nahrung teilen und schließlich die Bergsteiger und Sherpas Mehl auf die Gesichter der anderen schmieren – ein Symbol für die Hoffnung, dass sie leben und wieder einander sehen werden, wenn sie alt und grau sind. (Quelle:LEARN NC)

Von unseren Sherpas hat nahezu jeder sein Haus verloren….
Menschen bzw. Verwandte unserer Sherpas anscheinend keine zu beklagen.
Auf der Südseite anscheinend 8 Trekker am Weg ins Basislager gestorben wegen Erdbeben-Eisschlag…
Was schreiben die Medien in Europa bezüglich diesem anscheinend sehr starkem Beben?
Jetzt hoffen wir, dass es in einigen Tagen weiter geht, aber es ist echt sehr sehr traurig dieses Leid so hautnah zu erleben.
Da ist der Everest wieder mal weit weg….
Bussi! Andy mit Team“

Wie ich aus den Zeilen von Andy lesen kann, wissen unsere Männer gar nicht wirklich welches Ausmaß und Tragödie dieses schreckliche Erdbeben hat.

Ich habe gerade eine Mail von einem Freund bekommen, der letztes Jahr zur selben Zeit in Nepal auf der Südseite war, als das Unglück mit der Eislawine passierte und möchte sie euch meine lieben Leser auch zukommen lassen.
„Hallo Ihr Lieben auf der Everest-Nordseite, ich hoffe es geht euch gut und es ist euch nichts passiert. Die Ereignisse in Nepal sind sehr, sehr traurig.
Ich werde heute Abend nach Nepal fliegen um zu helfen. Es werden viele Unfallchirurgen benötigt. Ich melde mich wieder aus Kathmandu
Herzliche Grüße Matthias (Dr. Matthias Baumann)“

Ich finde es so toll, das es Menschen gibt, die bereit sind ohne Wenn und Aber für andere da zu sein und einfach helfen, wenn man gebraucht wird.
Leider kann ich nur einfach DANKE sagen, aber ich hoffe, dass es noch viele geben wird, die einfach nur helfen wollen.

Ich wünsche allen Helfern alle Kraft und Energie der Welt für ihren Einsatz auch im Namen von Andy und seinem Team, die mit ihren Gedanken sicher bei den betroffenen Menschen sind.

Tashi Delek – Glück und Segen!  Bodenpersonal Sabine

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Neueste Infos bezüglich Erdbeben

20. Tag  Neueste Infos bezüglich Erdbeben aus dem ABC auf 6.400m

Nun folgt ein weiterer Beicht mit Aktuellen Bildern vom ABC Lager.

Beim Aufstieg am Rongpu Gletscher

Beim Aufstieg am Rongpu Gletscher
Foto: Klemens Bichler

„Hallo Sabine,
Wir sitzen jetzt gesund und hungrig beim Abendessen und PATA hat uns neueste Nachrichten bezüglich Erdbeben gebracht.
In Kathmandu mind. 618 Tote  :-(

Hier am Everest an der Nordseite versichern ja die Chinesen mit einem Spezialtrupp die Route vom ABC über Nordcol-Camp 1, weiter Camp 2 auf 7.700m zum Camp 3 auf 8.300m und weiter über die drei Stepps bis zum Gipfel.
Derzeit ist die Route bis Camp 2 auf 7.700m anscheinend fertig.

Jetzt sind die Chinesen nach dem Erdbeben heruntergekommen und fürchten die Gefahr am Berg nach dem Erdbeben.
Sie sind nun für 3 bis 5 Tage ins Tal abgestiegen und die Versicherung bis oberhalb von Camp 2 steht somit mal.

Erster Blick auf das ABC 6.440m

Erster Blick auf das ABC 6.440m
Foto Klemens Bichler

Soweit für unsere weitere Standardplanung noch kein Problem.
Wir sind laut unserer Planung erst ab 30.04. am Nordsattel (Camp 1) und höher…..
Aber ich kenne ja die Situation und das Vorgehen nach der letztjährigen Katastrophe.

Was uns jetzt mal direkt betrifft ist Florians Besteigung des Lhakpa Ri.
Anscheinend soll oberhalb des ABC für drei Tage von den Chinesen alles gesperrt sein.

Jetzt meine Frage: Bitte checke mal, ob der Flughafen in Kathmandu überhaupt noch tauglich ist und die Straßen Verbindung zwischen Thingri und Kathmandu offen ist???
Falls es da Probleme gibt macht es für Flo auch keinen Sinn, jetzt hier Stress zu bekommen….
Sein geplanter Rückflug ist ja am Anfang Mai.
Das geht sich für Ihn aber nicht aus, wenn er hier nun drei Tage auf die Besteigung seiner letzten 600 Höhenmeter warten muss.
Alles klar? Lieben Gruß!

Wir sind alle super gesund hier!
BUSSI! Andy mit Team”

 

Unser Team hat das ABC erreicht

Unser Team hat das ABC erreicht
Foto: Archiv Holzer

WIE WIR HIER AUF DIESEM GANZ AKTUELLEN FOTO SEHEN, SIND WOLFI, KLEMENS, ANDY UND FLO WOHL AUF!

Meine Gedanken, Gebete und Guten Wünsche sind heute nicht nur bei unseren Bergsteigen, sondern auch bei den vielen Menschen, die von diesem schrecklichen Erdbeben betroffen sind…

Tashi Delek – Glück und Segen
wünscht euer Bodenpersonal Sabine

 

 

 

 

 

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Ankunft im ABC Camp auf 6.400m nach schwerem Erdbeben

20.Tag   Ankunft im ABC Camp auf 6.400m nach schwerem Erdbeben

Sehnsüchtig erwartete Informationen von unseren Bergsteiger – jetzt sind sie da… Nachdem mich Andy heute Mittag kurz über das Sattelitentelefon angerufen hat und mir Entwarnung gegeben hat bezüglich des schweren Erdbebens, dass sie alle gesund und wohlauf sind und ich einen „Rundruf“ bei den Familien seiner Freunde machen soll, bin ich froh  jetzt eine Mail von Andy direkt bekommen zu haben.

Meine lieben Mitfieberer und treuen Begleiter unsere Teams, ihr könnt euch ja vorstellen welche Wellen diese Berichte in den Medien ausgelöst haben – auch ein Grund warum ich erst jetzt dazu komme diesen Bericht online zu stellen :-(
Das Medienintereese war enorm und die Telefone sind heiß gelaufen …:-(

Ich werde euch natürlich auch die Bilder von den letzten beiden Tagen aus dem Mittelcamp nachliefern (wir hatten ja leider keine wirklich funktionierende Verbindung)

Erstmal der erste Teil von Andys Bericht:

„Hallo Spatz!

Juhu!

Der Satterminal funktioniert hier oben auf 6.446m in meinem Zelt.
Ich schickte dir gerade die Bilder des vorgestrigen bzw. gestrigen Tages, Aufstieg ins Mittelcamp und Aufenthalt im Mittelcamp.

Flo, Andy und Klemens am Weg

Flo, Andy und Klemens am Weg
Foto Wolfgang Klocker

Andy kämpft im Blockgelände

Andy kämpft im Blockgelände
Foto Wolfgang Klocker

 

 

 

 

 

Flo, Andy, Wolfi am feinen Gletscherboden

Flo, Andy, Wolfi am feinen Gletscherboden
Foto Klemens Bichler

 

 

 

 

 

 

Erster Blick zum Mittelcamp
Erster Blick zum Mittelcamp
Foto Klemens Bichler

 

 

 

 

 

Unsere Behausung im Mittelcamp

Unsere Behausung im Mittelcamp
Foto Wolfgang Klocker

 

 

 

 

 

 

Die Küchenmannschaft bemüht sich um uns

Die Küchenmannschaft bemüht sich um uns
Foto Florian Brunner

Dies sind die versprochenen Bilder von den beiden letzten Tagen – Aufstieg ins Mittelcamp auf 5.800m.

Die Bilder für heute muss ich von denn Buam erst holen, die liegen jetzt mal alle in ihren Zelten, rasten vom fünfstündigen Aufstieg heute ins vorgeschobene Basislager ABC.

Mir geht es extrem gut, ich bin mir sicher, die zwei Nächte im nur schlecht ausgestattetetem Mittelcamp auf 5.800m waren goldeswert!

Der Weg heute rauf ins vorgeschobene Basislager war durchwegs mit Schnee bedeckt und von Yaks getreten, also die Blöcke zu und a super Spur zu gehen.
A mol schauen, wie die erste Nacht auf dieser Höhe geht und der morgige Tag.
Der Körper hinkt ja bei der Höhenanpassung immer ca. 6 Stunden nach.
Also in so 4 Stunden weiß unser Körper von der neuen Höhe … :-)

Das mit dem starken Erdbeben sagte ich dir ja eben am Satphone, das war extrem eigenartig und sehr sehr emotional.
Erst glaubten wir, wir gehen über einen See, der nur dünn zugefroren ist und plötzlich bricht die Eisdecke ein.
Klemens schwamm mit einer schlauchbootartigen Scholle daher.
Ich fühlte mich wie im Seemannsgang auf einem schwankenden Schiff.

Links und rechts in den Steilhängen, wir warn gerade auf 6.180m am östlichen Rombukgletscher in der recht flachen Talsohle im Aufstieg als von links gewaltige Steine kamen und rechts eine Eislawine.
Begleitet war das ganze von einem unheimlichen grollen und grummeln.

Der Gletscherboden, in dessen Mitte wir gingen, ist an dieser Stelle so 150m breit und wir waren soweit wohl sicher, wir wussten aber nicht was los ist.
Wolfi begann mit mir zu laufen, ich schrie im zu, gib nur gas, ich bin fit!!
Wir dachten ja an eine Eislawine…
Wolfi sagte mir danach, er fürchtete die Spalten die vor ihm aufgingen, dass die uns verschlucken…

Ca. 10 Minuten später liefen wir auf Tensing auf der es realisierte.
Earthquake!!!! Erdbeben –  es war extrem emotional!!
Gleich dachte ich an die Leute die jetzt sicherlich im Khumbueisfall unterwegs sind und die dort nicht so große Sturzzonen des Eisfalles haben….
Nach weiteren 20 Minuten kam uns von oben schon ein Sherpa entgegen und meldete uns, dass es anscheinend in Kathmandu einige Opfer geben soll.

Es ist einfach eigenartig, dass ich hier am Everest jedes Mal etwas von dieser unbändigen Naturgewalt so hautnah erlebe….

So, weitere Infos später…
Alles liebe vom ABC
Flo, Klemens, Wolfi und Andy“

Alles Liebe euer Bodenpersonal Sabine
ein weiterer Bericht folgt gleich

 

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Ankunft im Intermediate Camp auf 5.800m

19. Tag Ankunft im Intermediate Camp auf 5.800m

Wie versprochen, kommt jetzt ein aktueller Bericht von unserem Team auf ihrem Weg zu dem Intermediate Camp auf 5.800m.

„Hallo Spatz,
Gestern sind wir um punkt 12:00 Uhr, nach dem etwas verfrühten Mittagessen im Basislager in Richtung Mittelcamp gestartet.

Der erste Teil der Strecke, den wir ja schon vor einer Woche mal gegangen sind, lief hervorragend.
Flo trug das Glöckchen am Schuh, ich selbst wegen dem Wind sehr eng an Flo und Wolfi mit Klemens gingen hinter mir.
Wir trugen über Nase und Mund eine spezielle Maske, die wir von Ted, unserem Lieferanten der Top Out Sauerstoffsysteme für den Gipfelgang empfohlen bekommen haben.
Diese Maske fängt bei der Ausatmung die Luftfeuchtigkeit auf und befeuchtet bei der Einatmung die auf dieser Seehöhe schon sehr trockene und kalte Luft.
Somit bleibt der Rachenraum immer feucht und eine trockene Entzündung wird damit möglichst vermieden.

Aufstieg

Aufstieg
Karte Andreas Unterkreuter

Für den ersten Streckenabschnitt bei dem wir das letzte Mal 90 Minuten gebraucht hatten, benötigten wir gestern nur noch 75 Minuten.
Auch die nächsten zwei Stunden, wo der Weg, teils mit Blöcken durchzogen, dann etwas steiler wurde, ging für mich extrem gut.
Schon kam in mir dieses so positive Gefühl auf, dass es vielleicht gar nicht so schlecht ins Mittelcamp bzw. dann später ins ABC laufen könnte.

Bald schon liefen wir auf die Briten auf, die 40 Minuten vor uns gestartet waren und ohne große Anstrengung ging es bis etwa 5.500m hinauf.
Unser Weg zweigt vom Haupttal, welches nach Süden, direkt zur Grenze nach Nepal zieht, in Richtung Südosten in ein Nebental ab.

Noch so 10 Minuten über einen feinen Gletscherboden, für mich einfach ein Spaß zum Laufen, doch dann ging die Strapaze für mich los.
Wir kamen in ein Auf und Ab, über Moränenrücken hinauf und hinunter, loses Blockgestein zwischen Wasserpfützen und immer wieder kamen uns auch Yakkarabanen mit deren Yak Treibern entgegen.
Also mussten wir immer wieder rechts oder links vom sowieso wackeligen Steig in grausam brüchiges Steingelände um den Tragtieren auszuweichen.

Andy und Wolfi begegnen einem Yak

Andy und Wolfi begegnen einem Yak
Foto Klemens Bichler

Schön langsam machten sich die Stunden des hochkonzentrierten Gehens und die doch schon zunehmende Höhe bemerkbar und es wurde richtig zach.
Aber vom Mittelcamp, welches auf ca. 5.780m steht, war für meine Freunde nichts zu sehen.
Immer wenn wir wieder eine Moränenkuppe erreicht hatten hoffte ich, dass ich Meldung einer Sichtung des Camps bekomme. Leider wieder nichts und der Pfad führte wieder wertvolle Höhenmeter hinunter in den nächsten Graben.
Ich hatte immer den langen Weg während meiner Expedition 2011 an der Shisha Pangma im Kopf, wo ich damals an diesen endlosen Moränen verzweifelt bin.

Zur Information: Moränen sind die Gesamtheit des von einem Gletscher transportierten Materials, im Speziellen die Schuttablagerungen, ei ihrer Bewegung mitbewegt oder aufgehäuft werden, sowie die im Gelände erkennbaren Formationen.
Grundsätzlich werden zwei Arten von Moränen unterschieden, die Wandermoränen und die abgelagerten Moränen. Wandermoränen sind all jene, die vom Eis bewegt wurden. Moränen, die nach Ablagerung nicht mehr bewegt wurden, werden abgelagerte Moränen genannt. (Quelle: Wikipedia)

Moränen Moränen

Moränen
Foto Archiv Holzer

Aber der Weg hier ist doch um Einiges leichter und wir konnten einen gewissen Gehrhytmus beibehalten.

Nach 4 Std. und 40 Minuten zeigten uns andere Bergsteiger die wir passierten einen Moränenrücken, hinter dessen Kuppe unser Mittellager stehen sollte.
Ca. 40 Minuten sollten reichen, um das Camp zu erreichen. :-(
Ziemlich genau nach 5 Stunden und 20 Minuten trafen wir dann tatsächlich in unserem Mittelcamp, bzw. Intermediate Camp auf 5.780m ein.

Wolfi und Klemens waren auch einigermaßen müde, sie korrigierten meine Schritte im ewigen Blockgelände doch seit Stunden von hinten, sodass sie nicht zur Kamera greifen wollten, um die Ankunft im Camp zu dokumentieren.
Aber Flo, der mit meiner kleinen Glocke die ganze Zeit vor mir lief um mir den Weg akustisch zu markieren, riss sich zusammen und es entstand ein sehr emotionales Video unserer Ankunft im Lager.

Es ist bei mir oft so, wenn ich die ganze Konzentration auf das Gehen und die gewaltige Kraftanstrengung dann loslassen kann, kommen große Emotionen in mir hoch.
Wenn ich mir nüchtern überlege, wo wir hier im Mittelcamp erst sind, wären so große Emotionen auf “nur” 5.800m wohl noch nicht angebracht.
Aber ich weiß auch auf der anderen Seite, dass für mich genau dieser ewig lange, recht flache und steinige Weg bis ins ABC (vorgeschobene Basislager) auf 6.400m, welches wir morgen erreichen wollen, ein nicht unerheblicher Teil meiner Reise zum Dach der Welt bedeutet.

In den steilen Eis und Felsflanken des Everest, oberhalb des ABC tue ich mir trotz Sauerstoffmangel dann mit Händen und Füssen dann viel viel leichter höher zu steigen.

Das Mittelcamp ist auf einer unbarmherzigen Moräne mit endlosen Felsblöcken aufgebaut, wo für mich jeder Schritt, z.B. zur Toilette oder zum Essenszelt, einfach Horror ist.
Nebenbei ist der Standard der Einrichtungen hier am Limit.
Ein Chinesischer Koch versucht aus dem wenigen Mehl, Zucker und anderen spärlichen Habseeligkeiten hier oben, und dem teils von den Yakherden, die hier auch lagern, verunreinigtem Wasser etwas Essen für uns zuzubereiten.
Dementsprechend fallen Frühstück und Abendessen für uns aus.

Aber unten im Basislager und dann wieder oben im ABC werden wir wieder perfekt versorgt und so können wir damit gut leben.
Ich glaube, ich habe noch keinen Kilogramm Körpergewicht bis jetzt verloren :-)

Wolfi liegt mit Klemens und Flo mit mir in unseren Zweimannzelten, welche von lagernden Yaks mit deren Exkrementen flankiert sind.
Anscheinend kommt es nachts schon mal vor, dass ein sich im Schlaf umdrehendes Yak mal kurz die Zeltwand eindrückt :-)
Jedenfalls rein vom Geruch kann auch ich die extreme Nähe der so starken Tragtiere, nur wenige Zentimeter und der hauchdünnen Zeltplane von meinem Schlafsack getrennt, gut wahrnehmen.

Yak - schau mir in die Augen Kleines

Yak – schau mir in die Augen Kleines
Foto Archiv Holzer

Wir Vier machen heute hier oben einen Rasttag und werden uns morgen weiter über 5 bis 7 Stunden Sch…..Gelände für mich, hinauf ins ABC auf 6.400m aufmachen.

Die Briten mit Dr. Kirsty, die ja schon vor einigen Tagen da im Mittelcamp waren, steigen heute schon ins ABC auf.
Unsere beiden Inder und der nette Mongole aus unserem INTERNATIONALTEAM werden heute herauf ins Mittlecamp kommen und mit uns gleich morgen weiter aufsteigen.

Am Ende werden wir sehen, wie die Höhenanpassung bei jedem Einzelnen funktioniert und was die weiteren Tage für uns bereithalten.
Jedenfalls geht es Flo, Klemens, Wolfi und mir immer noch gut und wir sind guter Dinge.

Jetzt werde ich zum ersten Mal versuchen, diesen Blogbericht via Satellit mittels eines Satterminal von Brandspot zu versenden, weil da oben keine Handyverbindung mehr möglich ist.
Alles Liebe aus der dünnen Luft, die auf knapp 6.000m nur noch weniger als die Hälfte von Sauerstoff trägt, was wir von zu Hause gewohnt sind….
Flo, Klemens, Wolfi und Andy“

Wie schon von unserem Team erklärt, werden sie morgen weiter hinauf zum ABC auf 6.400m steigen und dort wieder eine Nacht bleiben.
Auch soll dort dann eine Puja gefeiert werden – aber darüber dann morgen mehr …

Tashi Delek – Glück und Segen!
euch allen und unseren Männern wünscht euer Bodenpersonal Sabine

 

 

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Aufstieg ins Intermediate Camp auf 5.800m

18.Tag Aufstieg ins Intermediate Camp auf 5.800m

Heute hab ich leider keine aktuellen Infos von unserem Team bekommen, bin aber sehr zuversichtlich, dass es allen gut geht – keine Nachrichten sind meist gute Nachrichten.  :-)

Sie werden alle sehr müde sein und sich an die neue Höhe gewöhnen müssen.
Das Zwischenlager wie es auch genannt wird, ist auf 5. 800m.
Dort oben wollen sie jetzt zwei Nächte verbringen, um sich erneut zu akklimatisieren.
Wie lang sie für den Aufstieg gebraucht haben, werden wir wohl später erfahren.

Wir können nur hoffen, dass es so ihnen gut geht und die zwei Nächte auf dieser Höhe auch wieder gut vertragen.

Unser Mt. Everest wartet noch auf uns

Unser Mt. Everest wartet noch auf uns
Foto: Wolfgang Klocker

Zur Information: Die einzige Möglichkeit, den menschlichen Organismus an große Höhen anzupassen, ist die Akklimatisation. Durch einen komplexen Anpassungsvorgang kann die mangelnde Versorgung mit Sauerstoff in großer Höhe zum Teil ausgeglichen werden. Aufgrund der unterschiedlichen Fähigkeit zum hypoxischen Atemantrieb verläuft die Anpassung bei jedem Menschen unterschiedlich. Die normalen höhentypischen Veränderungen äußern sich in: Hyperventilation, Kurzatmigkeit, vermindertem Harnlassen, veränderter Atmung, Schlafstörungen und sonderbaren Träumen und oft quälendem Kopfschmerz.
Zur Planung einer Expedition in großen Höhen gehört ein genau ausgearbeiteter Plan für die Akklimatisierung.
Hierzu gehört das Aufhalten in größerer Höhe zunächst ohne körperliche Anstrengungen. Eine Höhenanpassung ist ab etwa 3.000 Metern Höhe notwendig, wenn man sich dauerhaft in dieser Höhe aufhält.
Dabei gilt die Faustregel, nur etwa 300 Meter netto am Tag aufzusteigen.
Der zweite Akklimatisationsschritt erfolgt in den Basislagern, die etwa im Himalaya in einer Höhe zwischen 4.500 und 5.500 Metern liegen und so einen Aufenthalt über mehrere Wochen ermöglichen. Ausgehend vom Basislager werden einzelne Touren zum Erreichen größerer Höhen unternommen, die der Akklimatisierung dienen.(Quelle: Wikipedia)

Für heute hab ich leider sonst keine Neuigkeiten und muss euch auf morgen vertrösten
Euer Bodenpersonal Sabine

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Rasttag im Basislager

17. Tag Rasttag im Basislager

Nach dem gestrigen „Ausflug“ auf über 6.000m hat unser Team heute einen Rasttag eingelegt. Viel schlafen, gut essen, viel trinken und relaxen war für Andy, Florian, Klemens und Wolfi angesagt.
Hab nur kurz mit Andy sprechen können und die Info bekommen, dass es allen sehr gut geht – keine Anzeichen von Höhenkrankheit. Sie aber alle sehr müde sind und froh über einen freien Tag.

Unser Superteam Klemens,  Andy,  Wolfi und Flo

Unser Superteam Klemens, Andy, Wolfi und Flo
Foto Archiv Holzer

Die Burschen haben auch schon ihre Rucksäcke fertig gepackt, denn morgen, Donnerstag den 23. April, steigen sie hinauf ins Intermediate Camp auf 5.800m, auch Zwischenlager genannt, um dort oben zwei Nächte zu verbringen und sich erneut zu akklimatisieren. Für den Aufstieg rechnen sie mit 6 Stunden.

Aufstieg

Aufstieg
Karte Andreas Unterkreuter

Ich bin mir nicht sicher, ob ich aktuelle Informationen bekommen werde – lassen wir uns Überraschen …

Alle sind sehr froh darüber, dass sie bis jetzt mit der Höhe so gut zurechtkommen – wir können nur hoffen, dass es so bleibt …
Doch mit diesen Bildern vor Augen passt die Motivation für unsere Bergsteiger.

Mt. Everest im Alpenglühen - Flo gelingt vor dem Abendessen eine schöne Aufnahme unseres Zieles

Mt. Everest im Alpenglühen – Flo gelingt vor dem Abendessen eine schöne Aufnahme unseres Zieles
Foto: Florian Brunner

Für heute hab ich leider sonst keine Neuigkeiten und sag Namaste bis morgen

Euer Bodenpersonal Sabine

 

 

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Erstmals über 6.000m eine Akklimatisierungstour

16. Tag Erstmals über 6.000m eine Akklimatisierungstour 

Heute sind unsere Expeditionsbergsteiger erstmals über 6.000 m aufgestiegen.
Andy und seine Freunde kamen gesund aber todmüde ins Basislager zurück und haben mir folgenden Bericht geschickt, der dieses Mal von Wolfi verfasst wurde – warum wohl …  ;-)

„Hallo zuhause!
Heute lagen die zwei Heeresbergführer schon vor dem Frühstück auf der Schnauze.
Andy reparierte ihr steifes Rückgrat.

Andy repariert das Rückgrat von Klemens

Andy repariert das Rückgrat von Klemens
Foto Florian Brunner

Nach dem ausgiebigen Frühstück – 6 gekochte Eier für Andy, die restlichen (Zwei) mussten unter uns Dreien aufgeteilt werden.

Nach dem Ausfassen der Körbchensteigeisen für Andys “Spürsinn” stiefelten wir in Richtung NO in ein Seitental.

Unser Aufstieg im Canyon

Unser Aufstieg im Canyon
Foto Wolfgang Klocker

Zur Information: Ein Canyon ist eine bestimmte Art von Schlucht.
Canyons entstehen durch Einschneiden eines Flusses in einer Ebene, der sich in einem langen Erosionsprozess in das Plateau hinein gräbt. Es entstehen dabei herausragende Klippen, weil Schichten härteren Gesteins gegenüber der Hangerosion resistenter sind und diese freigelegt werden, wohingegen darunterliegende morphologisch weichere Schichten stärker ausgeräumt werden. Durch die unterschiedliche Härte entstehen letztlich getreppte Hänge.

Durch das canyonartigen Gelände, ging es durch kombiniertes – eisiger und blockartiger Untergrund. Das Gurgeln des darunter fließende Gletscherbaches drohte uns immer wieder mit dem Fuß einzubrechen. So travestierten wir mal links mal rechts wie durch einen Irrgarten um an Höhe zu gewinnen.

Andy mit Flo beim Aufstieg

Andy mit Flo beim Aufstieg
Foto Wolfgang Klocker

Nach einer guten Stunde lief Ralf Dujmovits – Besteiger aller 14 8000er auf uns auf. Fasziniert von unserer Technik mit dem “Blind climber” im unberechenbaren Terrain, trottete Ralf mit uns gemeinsam höher.

Nach ca. 2,5 Std. machten wir auf einer Seehöhe von 5.500m am flachen Talschluß Pause.

Klemens kann das Klettern nicht lassen

Klemens kann das Klettern nicht lassen
Foto Florian Brunner

Die letzten 500 Hm steilten rasant auf und erinnerten Andy, an die feinkieseligen Hänge des Aconcagua in Südamerika.
Dieses Höhersteigen des bis zu 40° steilen Hanges kam uns allen sehr entgegen und bald schon tauchten wir in einen wunderbaren Höhenflow ein.
Nach ca. 4 Std. nahm die Steilheit ab und das Gelände ging in eine Kuppe auf einer Seehöhe von 6.022m über.

Ralph - König der Achttausender - beglückwünscht Andy am Gipfel

Ralph – König der Achttausender – beglückwünscht Andy am Gipfel
Foto Klemens Bichler

Sehr emotional und glücklich verbrachten wir gemeinsam mit Tensing und Ralf die Gipfelstunde. Für Flo ein weiterer Höhenrekord.

Flo mit Andy am Gipfel auf 6.020m

Flo mit Andy am Gipfel auf 6.020m
Foto Archiv Holzer

Der feinkörnige Gipfelhang ermöglichte uns ein sehr rasches weiterkommen. In 30 Minuten brachten wir die ersten 500 Hm hinter uns.

Dafür bremsten uns die nächsten 6 km, mittlerweile aufgeweichten Gletscherbäche erheblich ein. Für Andy, den auf dieser Strecke Klemens lotste, bedeutete dieses Unterfangen höchsten Energieeinsatz.
Happy und aber sehr müde trafen wir nach 7 Std. Marschzeit gegen 17.00 Uhr von unserem ersten Ausflug über 6000m im Basislager ein.
Jetzt gilt es unsere geschundene Körper zu erholen und alle freuen sich aufs Schlafen gehen.

Heute kommen diese Zeilen aus Wolfgangs Hand, weil er der einzige ist der noch Kraft genug hat.
Liebe Grüße
Wolfi mit seinen müden Kriegern“  

Jetzt wissen wir es – unsere Männer werden heute wie Babys schlafen …  :-)
Namaste euer Bodenpersonal Sabine

 

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Akklimatisierungstour

15. Tag Akklimatisierungstour

Wieder ist ein Tag auf 5.200m für unsere Bergsteiger vergangen und sie haben ihn für eine Akklimatisierungstour nützen können.
Andy, Flo, Klemens und Wolfi sind gut drauf und die Höhe scheint ihnen keine Schwierigkeiten zu bereiten.
Jetzt wieder ein aktueller Bericht aus dem Basislager.

„Hallo Spatz,
Heute war wieder ein super feiner und bezüglich unserer Höhenanpassung sehr erfolgreicher Tag.
Flo ist heute so sehr motiviert, dass er mir jetzt den Laptop aus der Hand reißt und mal selbst einen Blogbericht schreiben möchte.
Also lieber Flo, BITTESEHR!!!:
Also heute war wieder um 8.00 Uhr Frühstück angesagt. Unsere beiden Militaristen (Wolfi und Klemens) waren natürlich pünktlich wach. Andy und ich begannen den heutigen Tag wieder gemütlich.
Nach dem “eierhaltigen” Frühstück begleitete uns unser Sherpa Tenzing bei der Akklimatisierungstour.

Tensing ist begeistert von uns Vieren

Tensing ist begeistert von uns Vieren
Foto Klemens Bichler

Die Tour war sehr steil und im obersten Drittel mussten wir über tischgroße, unstabile Felsblöcke klettern. Dieses Gelände ist für Andy eine Katastrophe, trotzdem bewältigte er gemeinsam mit Wolfi und seinem “Spürsinn”- Schuh dieses Blockgelände souverän.

Andy plagt sich im Blockgelände

Andy plagt sich im Blockgelände
Foto Florian Brunner

Wir stiegen heute bis auf eine Höhe von 5.642m, östlich vom Basecamp auf – dieselbe Höhe als der höchste Punkt von Europa dem Elbrus.

Auf dieser Höhe verweilten wir einige Zeit. Beim Abstieg über Stock und Stein wollte ich sehr zügig talwärts laufen und dabei passierte mir ein großes Schicksal.
Mein Wanderstock verklemmte sich zwischen zwei Felsblöcken und ich bemerkte dies zu spät und mein Wanderstock war schon in der Mitte abgebrochen. Ich hatte mich sehr darüber geärgert, dass dies mir passieren muss.
Während dem weiteren Abstieg machte ich mir Gedanken wie ich den abgebrochenen Stock reparieren kann.

Der "Spürsinn" Schuh von DACHSTEIN hält auf 5.400m was er verspricht

Der “Spürsinn” Schuh von DACHSTEIN hält auf 5.400m was er verspricht
Foto Klemens Bichler

Im Basecamp angekommen wurden wir wieder mit ausgezeichneten Mittagessen verwöhnt.

Nach dem Essen machte sich Klemens, Andy und ich auf, meinen gebrochenen Stock zu reparieren. Ich war wieder vom technischen Verständnis von Andy beeindruckt, weil nach wenigen Minuten mein abgebrochener LEKI Stock wieder voll funktionsfähig war.

Nachher war im Basecamp allgemeine Körperpflege angesagt – natürlich nicht so elegant wie daheim, aber annähernd so gut.
Wolfi reinigte auch seine Schmutzwäsche.

Wolfi ist unser Saubermacher  Foto Klemen Bichler

Wolfi ist unser Saubermacher
Foto Klemen Bichler

Der tägliche Mittags- bzw. Nachmittagsschlaf durfte bei uns Vier natürlich nicht fehlen.
Jetzt sitzen wir Vier beim Abendessen und sind alle sehr glücklich über unser Wohlbefinden.
Wir freuen uns schon auf die nächsten Tage.

Morgen wird euch wieder Andy mit den Neuigkeiten aus Tibet verwöhnen.
Ganz Liebe Grüße
Klemens, Wolfi, Andy und Flo „

Wie man lesen und sehen kann, haben unsere Männer noch nicht ganz auf die Körperpflege vergessen …

Florian bei der Fußwaschung

Florian bei der Fußwaschung
Foto Wolfgang Klocker

Der Stock von Flo ist wieder repariert, die Füße sind sauber und die Schuhe haben auch das Blockgelände überlebt – dann ist ja die „Welt“ für unsere Männer in der Ferne wieder in Ordnung …
Bis morgen euer Bodenpersonal Sabine

 

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Gemütlicher Sonntag für die Männer im Basislager

14. Tag Gemütlicher Sonntag für die Männer auf 5.200m

Jetzt sind unsere Bergsteiger schon bald 14 Tage unterwegs – da sieht man wieder einmal wie schnell die Zeit vergeht.

8000er Bereich Nepal und China

8000er Bereich Nepal und China
Foto Andreas Unterkreuter

Natürlich vermissen wir unsere Partner und freuen uns zugleich für sie, dass sie die Chance und Möglichkeit haben so etwas Einzigartiges  – vier Freunde gemeinsam am Fuße des „Höchsten Berges“ der Welt – erleben zu dürfen und auch zu können.
Die vielen Tage, Wochen und Monate in denen sie sich teilweise gemeinsam auf dieses große Abenteuer vorbereitet haben, waren sicher ihre Mühen wert. Sie sind relativ entspannt und hoffen nun schon vorher Vieles richtig (Training und Ausdauer) gemacht zu haben, denn die Vorbereitung spielt eine große Rolle zum Gelingen einer solchen Besteigung.
Aber noch wichtiger sind für unsere Männer die Familie und Freunde, die sie auch mental stützen und ihr Unterfangen akzeptieren und sich mit ihnen freuen.
Gerade die Akzeptanz ist es, mit der wir Bergsteigerfrauen immer zu kämpfen haben – nur wenige „können verstehen“ das wir es unseren Männern “erlauben” solche Expeditionen zu machen – aber ich glaube, dass unsere Männer gerade deshalb mit uns zusammen sind (Andy und ich sind jetzt 25 Jahre verheiratet), weil wir wissen welche Leidenschaft für die Berge in ihnen lebt.
Es ist nicht immer leicht mit einem Bergsteiger zusammen zu sein – aber glaubt mir es wird auch nie langweilig!!! :-)
Natürlich freuen wir uns und für unser Team über das große Interesse und die vielen Glückwünsche von euch Daumenhaltern – schön dass es EUCH gibt!

Ich freu mich euch jetzt wieder ein paar Zeilen von unseren „Supermännern“ liefern zu können.
„Hallo Spatz,
heute machten wir uns einen gemütlichen Sonntag hier im Basislager.
Es war wieder ein feiner, sonniger Tag hier auf knapp 5.200m Seehöhe.
Um 11:00 Uhr waren wir zum Breefing der Top Out Sauerstoffgeräte von Ted eingeladen.

Ted erklärt uns sein Sauerstoffsystem

Ted erklärt uns sein Sauerstoffsystem
Foto Archiv Holzer

Er erklärte uns ausführlich sein von ihm selbst entwickeltes System und die Vorteile gegenüber den alten Systemen, die am Everest seit Jahren eingesetzt werden.
Z.B. nimmt das neue System auf den Atemrhythmus des Menschen Rücksicht und hilft dabei extrem Sauerstoff zu sparen.
Der Mensch atmet laut Ted in einer Zeiteinheit 33% ein und 66% aus.
Bei alten Sauerstoffmasken fließt immer gleich viel Sauerstoff aus der Flasche in die Maske, egal ob der Mensch ein oder ausatmet. Somit gehen bei 66% der Zeit wertvolle Sauerstoffreserven während der Ausatmung verloren.
Beim Top Out System wird jedoch darauf Rücksicht genommen und nur beim Einatmen fließt der wertvolle Stoff in die Maske.
Somit kann man mit einer gefüllten Flasche viel länger auskommen.

Nach dieser interessanten Einschulung kam das Thema des Zeitplanes der nächsten Tage auf.
Hier gibt es so viele Aufstiegspläne wie es Bergsteiger im Camp gibt.
Es geht jetzt einfach darum, wie man die Strategie wählt, sich mit optimaler Höhenanpassung in das nächste Stockwerk des Mt. Everest hinaufzubewegen.
Das Problem speziell für mich ist der ewig lange, eher flache steinige Weg hinein bis ins ABC (Adwanced Basecamp) auf 6.400m, was der nächste große Schritt unseres Aufstieges ist.
Es ist auf Grund der enormen Seehöhe von 6.400m leider nicht sinnvoll, sich nun bis zum Gipfelansturm Mitte-Ende Mai dort oben aufzuhalten und somit nur einmal hinauf und nach dem Gipfelversuch wieder runter zu steigen.
Ab ca. 5.300m hat der Mensch bei längerem Aufenthalt keine Möglichkeit mehr, selbst beim Nichtstun, sich zu regenerieren. Also man baut täglich nur noch ab.
Trotzdem müssen wir um unseren Organismus einen weiteren Impuls der sehr großen Höhe geben zu können, kurzfristig noch höher hinauf.
Am 26. April ist im ABC auf 6.400m die große Puja geplant, wo wir natürlich dabei sein sollen.
Jetzt rechneten wir den halben Nachmittag nach, wann wir welche Etappe machen sollen, um die Puja zu erwischen und trotzdem nicht zu lange so hoch oben zu verbringen.
Wir nehmen bei der Planung auch Rücksicht, dass ich als Blinder diese 24 km schwierige Wegstrecke über 1.200 Höhenmeter nicht all zu oft laufen muss.

So werden wir es nun wohl so ca. machen:
Von morgen bis Mittwoch machen wir hier im Basislager noch mal kurze Ausflüge bis maximal 5.800m hinauf, die direkt von hier möglich sind.
Am Donnerstag steigen wir hinauf ins Mittelcamp auf 5.800m um dort oben zwei Nächte zu verbringen.
Am Samstag wandern wir weiter hinauf ins ABC auf 6.400m, wo am Sonntag, den 26.04. die Puja stattfindet.
Gleich im Anschluss wird Flo mit PATA versuchen, sein Ziel dieser Reise, den 7.045m hohen Lhakpa Ri zu besteigen.
Daraufhin werden wir gemeinsam wieder mit einer Übernachtung im Mittelcamp runter ins Basislager trekken und Flo wird seine Heimreise antreten.

Hier im Basislager auf 5.180m für Wolfi, Klemens und mich wieder einige Rasttage und dann Ende April wieder via Mittelcamp ins ABC, wo wir uns ein-zwei Tage aufhalten um dann die finale Rotation in die große Höhe zu starten.
Rauf auf den Nordsattel auf knapp 7.100m, dort eine Nacht und weiter in Richtung Lager2, vielleicht bis 7.500m und gleich wieder runter ins ABC.
Nach einer weiteren Nacht auf 6.400m dann runter ins Basislager und wir wären für den Gipfelsturm gerüstet.

Aber wie gesagt, es ändert sich hier täglich was, auch ist die Verfügbarkeit der Yaks, die unsere Sachen bis ins ABC transportieren, nicht wirklich planbar.
Also es bleibt spannend und es geht uns bis jetzt sehr gut dabei.
Soweit meine Ausführungen und ich werde dann weiter berichten.

Für die ganz Neugierigen anbei nun die lange versprochenen Bilder unserer sanitären Anlagen.
Alles Liebe nach Hause!
Andy mit seinen Freunden“

Nachdem dauernd die Fragen kommen – wie schaut Andys Toilette aus, hab ich jetzt die gewünschten Bilder – da bin ich froh zu hause zu sein …

Andy am Handlauf zu seiner Toilette

Andy am Handlauf zu seiner Toilette
Foto Florian Brunner

 

 

 

 

 

Das stille Örtchen von Andy

Das stille Örtchen von Andy
Foto Florian Brunner

 

 

 

 

 

Klemens und Wolfi zeigen uns die Allgemeintoilette

Klemens und Wolfi zeigen uns die Allgemeintoilette
Foto Florian Brunner

Ach freu ich mich über mein Badezimmer …
Alles liebe euer Bodenpersonal Sabine

 

 

 

 

 

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Unglückstag heute vor genau einem Jahr

13. Tag Unglückstag heute vor genau einem Jahr

Der 18. April ist für mich ein Datum, das ich nicht so schnell vergessen werde – mir kommen sofort die Ereignisse und Horrormeldungen von 2014 in den Kopf …
Unglück am Mt. Everest – Eislawine tötet 16 Sherpa – Holzer mit Team in unmittelbarer Nähe …
Ihr, meine treuen Leser der Expeditionstagebücher, habt sicher auch wieder die Bilder und Medienberichte in euren Köpfen.
Jetzt ist ein Jahr vergangen und mein Andy ist wieder mit seinen Freunden am Fuße des Mythos Mt. Everest – warum nicht, Schicksale und Unglücke passieren und trotzdem dreht die Welt sich weiter …
Wir können nur Daumen halten und unseren Männern Glück und Teamgeist für ihr großes Unternehmen wünsche.
Nach meinen persönlichen Gedanken folgt jetzt wieder Andys Bericht aus dem Basislager auf 5.200m.

„Hallo Sabine,
Wir sitzen eben beim Abendessen, Pizza und Kartoffel konsumiert und nun wieder mein Netbook am Tisch.
Ich hörte schon in der Nacht, dass es leise an die Zeltwand schneit und uns wohl ein Morgen mit Zuckerguss erwarten würde.

Morgenstimmung am Fuße des Mt. Everest

Morgenstimmung am Fuße des Mt. Everest
Foto Wolfgang Klocker

Laut dem Thermometer von Flo, dessen Zelt unmittelbar neben meinem steht, hat es in der Nacht minus 7 Grad im Zelt.
Also gute frische Luft wenn ich die Nase aus dem Carinthia-Schlafsack stecke, während der Körper, nur in der Unterwäsche, sich wohlig fein fühlt.

Gegen 06:30 Uhr wurde ich heute ohne Wecker munter und sofort schoss mir die exakt gleiche Stunde vor einem Jahr, am 18. April 2014 in den Kopf.
Zu diesem Zeitpunkt lag ich 15 km südlich von hier, im Basislager der Südroute auf den Everest in meinem Zelt, als ich das Donnern der unglückbringenden Eislawine im Khumbueisbruch vernahm.
Auf einen Schlag war dann alles anders und die Besteigung des höchsten Berges der Welt rückte in weite Ferne.
Heute am Jahrtag gedenken auch hier ganz viele Menschen gemeinsam mit den Sherpas des fürchterlichen Unglücks von 2014.

Als ich um kurz vor 8:00 Uhr aus meinem Zelt steige, spüre auch ich ohne Sicht, dass der Schotterboden vor den Zelten heute wunderbar weich gedämpft vom Neuschnee war.
Die Sonnenstrahlung spürte ich gleichzeitig und schon brach es aus mir heraus, “Mannda, aufstehen, ein super schöner Morgen wartet auf uns”.

Ein verschneiter Morgen im Basislager Ein verschneiter Morgen im Basislager  Foto Wolfgang Klocker

Ein verschneiter Morgen im Basislager
Foto Wolfgang Klocker

Nach dem wie immer für mich sehr eierhaltigen Frühstück brachen wir Vier dann zu einer Wanderung in Richtung Intermediatecamp, unserem Mittellager am Weg zum ABC auf.
Der Hintergedanken dabei war neben weiterer Höhenanpassung einfach schon mal einen Teil des Weges kennen zu lernen, der uns dann bei unseren Aufstiegen in Richtung ABC und weiter zum Gipfel erwartet.

Flo führt Andy, Klemens und Wolfi in Richtung Mittelcamp

Flo führt Andy, Klemens und Wolfi in Richtung Mittelcamp
Foto Archiv Holzer

Dabei begleitete uns auch Tensing, einer unserer Sherpa.
Für mich war der Pfad, den wir zu einem Drittel am Weg zum Mittelcamp begangen haben, gar nicht mal so schlecht begehbar.
Nicht all zu viel Blockwerk und dazwischen immer wieder gangbarer Schnee und somit kamen wir gut voran.

Andy und Wolfi begegnen einem Yak

Andy und Wolfi begegnen einem Yak
Foto Klemens Bichler

Nach dem Rückweg trafen wir auf Ted, dem bergsteigerischen Leiter der britischen Gruppe und machten darauf noch einen Rundgang durch das Basislager.
Reini, der bereits früher erwähnte Bergsteiger aus Niederösterreich, der wie Lois und Clemens im Team von Kobler und Partner unterwegs ist, lud uns auf eine Tasse Cafe und darauf noch auf ein schönes Bierchen mit Cola ein.

So erfuhren wir eindrucksvoll, mit welch unterschiedlichen Standard hier die Bergsteiger versuchen, den Everest zu besteigen.
Ein eigenes Kuppelzelt für Sport und Spaß, ausgestattet mit Billardtisch, ein Tischfussballtisch waren nur die ersten Highlights, die die Augen von Flo und Klemens überraschten.
Ein eigenes Internet-Mediazelt und ein Restaurantähnliches Diningzelt komplettieren diesen Camp Aufbau.
Extrem freundlich wurden wir von Kari, dem Chef dieser Agentur begrüßt und aufgenommen.

Somit haben wir diesen Nachmittag ohne Mittagsschlaf in unseren Zelten verbringen können, was uns heute Nacht eine vielleicht gut durchschlafende Nacht bereiten könnte.

Soweit unsere Meldung an zu Hause und wir hoffen, euch geht es auch so gut wie uns hier :-)
Alles Liebe und wir versuchen nach und nach, den Wünschen und Beschwerden die hereinkommen, gerecht zu werden.
So garantiere ich euch für morgen einmal ein Foto von meinem stillen Örtchen :-)
Wolfi, Klemens, Flo und Andy“

Unser Superteam Klemens,  Andy,  Wolfi und Flo

Unser Superteam Klemens, Andy, Wolfi und Flo
Foto Archiv Holzer

Mädels wie ihr hier am Foto erkennen könnt wachsen unsere Männer langsam zu (Bärte) – der Yeti hätte seine Freude mit ihnen  ;-)

Morgen werden sie noch einen weiteren Tag hier im Basislager – es scheint ihnen dort sehr gut zu gehen – verbringen.
Die Basics – essen, trinken, schlafen und ein bisschen spazieren gehen – für die Akklimatisierung sind sehr wichtig für das weitere Vorankommen am Berg.

Tashi Delek – Glück und Segen!
euch allen wünscht euer Bodenpersonal Sabine

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2 Tag im Basislager auf 5.200m

12. Tag  2 Tag im Basislager auf 5.200m

Heute spüren unsere Bergsteiger erstmals, dass sie sich schon 3 Tage auf 5.200m bewegen und ihre Körper sich nun umstellen müssen. Sie sind müde und sehnen sich nach Schlaf und Ruhe – aber perfekt für die Höhenanpassung, wenn sie auf ihre Körper hören und sich dementsprechend verhalten.
Hab nur kurz mit Andy gesprochen und dann diese Zeilen von ihm bekommen.

„Nach einer guten Nacht für uns Vier stand heute nach dem Frühstück eine Wanderung hinunter zum Rongbuk Monastery , einer heiligen Stätte ca. 100 Höhenmeter unter und ca. 4 km Fußmarsch unseres Lagers auf dem Programm.

Eine Yakherde  - die unverzichtbaren Tragtiere in der Everestregion

Eine Yakherde – die unverzichtbaren Tragtiere in der Everestregion
Foto Wolfgang Klocker

Der heute sehr sehr windige Tag machte es zum ersten mal notwendig, dass ich mein kleines Glöckchen, welches mich nun schon 10 Jahre auf meinen Reisen begleitet, aus dem Rucksack nehmen und auf den Schuh meines Vordermannes geben musste.
Dieser schrille Ton des Glöckleins vermittelt mir trotz lautstarken Windböen genau, wo ich hinlaufen muss um meinem Freund zu folgen.
Heute war Klemens der Glöckchenträger :-)

Rongpuk Monastery  unterhalb des Basislager

Rongpuk Monastery unterhalb des Basislager
Foto Florian Brunner

Nach dem ca. einstündigen Marsch stiegen wir eine unregelmäßige Steinstiege hinauf und traten uns immer wieder bückend, durch niedrige offene Türen ins Innere dieser Hochheiligen Stätte der Tibeter und Sherpa.
Der beißende Rauch von brennenden Kranewittstauden im Innenhof nahm uns den letzten Sauerstoff.
Dann ging’s hinein in eine dunkle Grotte aus der dumpfe, tiefdrönende Trommelschläge mit dem mir schon lange bekannten Gemurmel eines Lhama hörbar wurden.
Schritt für Schritt wurden wir weiter in diese mystische Höhle geschoben bis wir immer wieder Stufen nach unten steigen mussten.
Wer hier Platzangst hat, hat keine Chance.
Später bekamen wir je eine Kerze die wir entzündeten.

Wir bekommen den Segen vom Abt im Rongpuk Monastery  Foto Florian Brunner

Wir bekommen den Segen vom Abt im Rongpuk Monastery
Foto Florian Brunner

Als ich mit Flo beim meditierenden und trommelnden Lhama vorbei war, beförderte uns noch eine ca.2 m tiefe “Kletterstelle”, in die tiefste Ebene der Heiligstätte.
Dort unten verweilten wir kurz und beteten um eine erfolgreiche und glückliche Expedition.
Beim Hochsteigen segnete uns jeden Einzelnen der Abt des Klosters und hängte uns den landesüblichen Haddak um.

Zur Information: Haddak, ist ein traditioneller Begrüßungsschal in den tibetischen und mongolischen Regionen.
Haddak wird in Tibet meist aus weißer Seide angefertigt und symbolisiert Reinheit und eine gute Zukunft.
Mit dem Überreichen eines Haddakschals drücken Tibeter ihre guten Wünsche und ihr reines Herz aus, oder auch positive Gefühle.
Der Schal wird auf Zeremonien wie Hochzeiten oder Festen überreicht, aber ebenso bei Verwandten- und Krankenbesuchen oder Einladungen.
Ein weißer Haddak symbolisiert Reinheit und gute Beziehungen. Er wird mit beiden Händen genommen, auf Schulterlevel gehoben, die Hände werden ausgestreckt, man beugt sich nach vorn und überreicht den Schal dem Gast. Man sollte ihn mit beiden Händen entgegennehmen und dann vor den Sitz oder die Füße legen.

Der Rückmarsch ins Lager war wieder sehr windig und nicht ganz angenehm.

Das anschließende Mittagessen machte uns müde und besorgte uns einen halbverschlafenen Nachmittag in unseren Schlafsäcken.

Die Basecamp-ASFINAG bei der Arbeit

Die Basecamp-ASFINAG bei der Arbeit
Foto Wolfgang Klocker

Jetzt am Abend ist meine Motivation mal etwas unten, was aber im Zuge der Anpassung laut meiner Erfahrung vollkommen normal ist.
Noch dazu habe ich bei der Nachmittagsrast wohl das falsche Hörbuch für diese Situation gelesen.
(Expeditionsberichte vom Mt. Everest :-) )

Nun wünschen wir euch wieder einen feinen Tag und vielleicht geht der eine oder andere Gedanke von euch in Richtung Mt. Everest, wo wir derzeit ganz kleinlaut auf unsere Chance warten.
Andy mit seinen Superbuam“

Wie immer schicken sie liebe Grüße an alle, die an sie Denken und mit ihnen Hoffen, dass das Unternehmen Mt. Everest gelingen möge.
Auch morgen werden sie voraussichtlich noch einen weiteren Tag im Basislager verbringen – aber darüber werde ich euch dann berichten.
Eine gute Nacht wünscht euch euer Bodenpersonal Sabine

 

 

 

 

 

 

 

 

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Rasttag im Basislager auf 5.200m

11. Tag Rasttag im Basislager auf 5.200m

Nachdem ich gestern leider beim Schreiben des Blogs einige Schwierigkeiten hatte und ihn erst heute früh online stellen konnte, folgt jetzt noch ein weiterer Beitrag heute von und über unsere tapferen Bergsteiger mit tollen Bildern.

Unser Mt. Everest wartet noch auf uns

Unser Mt. Everest wartet noch auf uns
Foto: Wolfgang Klocker

„Hallo Spatz,
Heute verbringen wir hier im Chinesen-Basislager auf 5.200m  den ersten Tag und das soll ein Rasttag sein.

Die erste Nacht in unseren Zelten auf 5.180m war gar nicht mal so schlecht und bis auf ein wenig Kopfweh schliefen wir alle vier recht gut ein.
Gegen 2:30 Uhr morgens machte ein schnüffelnder und bellender, hier in China wohl ständiger Begleiter des Alltags seine Runde zwischen unseren Zelten und ich bin mir fast sicher, dass dieser Zeitgenosse es beobachtet hat, welch gute Speck und Wurstwaren uns unsere Lieben zu Hause für diese Reise eingepackt hatten.
Nach einer guten Stunde war dieser Spuk vorbei und wir versanken alle wieder in den notwendigen Schlaf.

Alles trifft sich im Everest Basecamp

Alles trifft sich im Everest Basecamp
Foto Wolfgang Klocker

Gestern beim Abendessen stellte uns unser Sirdar PATA, das ist die Abkürzung für seinen vollen Namen, Pasang Rita Sherpa unsere Sherpas und Küchenmannschaft vor.
Für Flo, Wolfi, Klemens und mich haben wir drei Sherpa für den Aufstieg.
PATA, der erfahrenste Sherpa wird für mich zuständig sein.
Dann haben wir noch Tensing, das ist nicht Tensing vom Vorjahr, und Pasang für meine Männer.
Florian wird während seiner Besteigung des Lhakpa Ri auf 7.045m von meinem persönlichen Sherpa PATA begleitet.

Die drei restlichen Mitglieder unseres “INTERNATIONAL TEAM” von ASIA TREKKING, die Inderin Anita, die 2013 von der Südseite den Everest schon mal erfolgreich bestiegen hat und Sandeep, der Pilot aus Indien sowie unser Offizier der mongolischen Armee haben auch jeweils ihren Sherpa zugeteilt bekommen.

Weiters gibt es jeweils für das CBC (Chinesen-Basislager) auf 5.200m, für das Middlecamp auf 5.800m und das ABC (Adwanced Basecamp) 6.400m einen Koch mit Küchenjungen.

Den heutigen Vormittag verbrachten wir mit einer leichten Wanderung durch das Basislager mit Besuchen anderer Expeditionsteams.
So trafen wir z.B. Clemens, den Grazer Bergsteiger, den ich schon im Jänner bei einer Veranstaltung in Hartberg kennen gelernt hatte.
Mit Clemens dabei auch Alois ein Tiroler und Reini, ich glaube, er kommt aus Oberösterreich.

Clemens Strauß mit Andy

Clemens Strauß mit Andy
Foto: Klemens Bichler

Es macht einfach Spaß, mit anderen Gleichgesinnten mal etwas zu sprechen und zu scherzen.
Weiters schlenderten wir bei einem russischen Team vorbei und quatschten kurz mit Luis Stitzinger mit seiner Alix von Melle.

Luis Stitzinger mit Andy Foto: Florian Brunner

Luis Stitzinger mit Andy Foto: Florian Brunner

Ich denke, wir sind nach wie vor gut am Weg und nun ist es einfach wichtig, uns nicht zu überfordern um den Prozess der Höhenanpassung, die jetzt in die nächste Stufe vorschreitet, nicht zu stören.
Soweit mein Bericht für heute und ich bin voller Zuversicht, dass uns die nächsten Tage genau so taugen wie bisher.
Alles Liebe aus Tibet,
Andy mit seinen Manndern“

Morgen soll auch eine Puja im Basislager abgehalten werden, an der natürlich auch unsere Männer mit ihren Sherpas teilnehmen, denn ohne eine Puja-Zeremonie weigern sich die Sherpas den Mt. Everest zu besteigen.
Die Puja ist eigentlich eine Reinigungs-Zeremonie – denn nur reine Menschen sollen sich den Göttern des Mount Everest nähern.
Aber darüber morgen mehr
Namaste euer Bodenpersonal Sabine und für meinen Schatz noch einmal alles Liebe zum Hochzeitstag

Mt. Everest im Alpenglühen - Flo gelingt vor dem Abendessen eine schöne Aufnahme unseres Zieles

Mt. Everest im Alpenglühen – Flo gelingt vor dem Abendessen eine schöne Aufnahme unseres Zieles
Foto: Florian Brunner

 

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Everest Basecamp auf 5.200m

10. Tag Fahrt zum Everest Basecamp auf 5.200m

Heute sind unsere Bergsteiger im Mt. Everest Basislager auf 5.200m angekommen und erstmals dem Objekt ihrer Träume sehr nahe …
Auch haben sie jetzt eine Höhe erreicht, wo die Akklimatisierung eine große Rolle spielt.
Aber jetzt lass ich erst einmal Andy berichten, wie es ihnen geht. 

Mt. Everest von Wolken eingehüllt - Blick unterhalb des Chinesen Basislager

Mt. Everest von Wolken eingehüllt – Blick unterhalb des Chinesen Basislager
Foto: Wolfgang Klocker

„Hallo Spatz,
Eine vierstündige Fahrt mit Allradfahrzeugen über die mir schon vom Jahre 2011 bekannte Offroadstraße brachte uns mit viel Geschüttelt und Gerüttel ins chinesische Basislager des Mt. Everest an dessen Nordseite.
Das Lager liegt auf den Ausläufern des Rongpugletschers auf einer Seehöhe von 5.180m oberhalb des Rongpuklosters.

Rongpu -Kloster

Rongpu -Kloster
Foto: Wolfgang Klocker

Der Lagerplatz ist im Gegensatz zum Basislager an der nepalesischen Südseite recht eben und für mich ganz fein wanderbar.
Mein GPS zeigt mir eine Distanz von nur 15km in Richtung Süden zum Basislager der Südseite des Everest an, wo wir letztes Frühjahr gelagert hatten.

Wie das in meinem Mikroteam schon lange üblich ist, stehen unsere vier Einzelzelte unmittelbar nebeneinander und von meinem Zelt läuft ein gespanntes Seil als Handlauf für mich zu meiner Privattoilette.
Dies ist speziell für mich wichtig, um die wichtigsten Dinge einfach selbständig und ohne Hilfe meiner Freunde, auch nachts erledigen zu können.
Auch rein hygienisch ist es mir extrem wichtig, immer ein sauberes Örtchen auffinden zu können. Ich kann ja nicht mit den Händen immer alles abtasten um zu sehen, wo hin ich mich setze.

Schon 30 Minuten nach unserer Ankunft stand unser Koch mit einem fantastischen Mittagessen bereit und das Gemüse, der Toast und die Pommes rutschten unsere Hälse hinunter.

Klemens, unser Mongole und die beiden Inder warten auf das Essen

Klemens, unser Mongole und die beiden Inder warten auf das Essen
Foto: Wolfgang Klocker

Dass den sehenden Menschen hier im Basislager der Mt. Everest mit seinem einzigartigen, so wahnsinnig beeindruckendem Anblick schon hier etwas an die Moral geht, kann ich schon jetzt spüren.

Eifrig wird schon mit Aufstiegstaktik und Wetterberichten hantiert…. Was jetzt natürlich vollkommener Unsinn ist.
Die heiße Phase wird erst in einem Monat hier beginnen.

Trotzdem muss man sich Gedanken machen, wie am besten die Akklimatisierungsaufstiege gemacht werden sollen.
Aber für mich heute kein Thema.
Erst mal das Zelt etwas auf Vordermann bringen, die kurzen von den langen Unterhosen trennen, die Socken und die Handschuhe sortieren und all das gute Essen von zu hause gut verstauen.

Klemens macht Selfi mit Wolfi im Hintergrund

Klemens macht Selfi mit Wolfi im Hintergrund
Foto: Klemens Bichler

Nun sitzen wir bereits wieder im Zelt und unsere warmen Daunensachen von Carinthia helfen uns gehörig, dieses windige Eck der Erde gut zu vertragen.
Jetzt mache ich für heute Schluss und freu mich auf meinen Carinthia explora-top-Überschlafsack mit dem 900-ter Daunenschlafsack innen drinnen , der mir schon seit Jahren die wohlige nächtliche Wärme auf meinen Reisen garantiert.
Alles liebe und ein Bussi für Sabine!!
Andy mit seinen Buam”

Unser Basislager

Unser Basislager
Foto: Wolfgang Klocker

Wie man lesen kann, ist der Appetit noch sehr gut – also brauchen wir uns keine Sorgen machen …
Warten wir einmal ab wie es ihnen nach dieser Nacht auf 5.200m gehen wird – doch darüber morgen mehr …

Zur Information: Das Rongpu-Kloster war die Versorgungsbasis für einige noch höher gelegene “Eremitagen”, einfache Steinhaufen-Bauten, in denen Einsiedler im Angesicht der gewaltigen Nordwand des Mount Everest die oben wohnenden Gottheiten verehrten.
Das Kloster Rongpu liegt in einer Höhe von 4980 Meter und gilt als höchstes Kloster der Welt. Es ist zudem einer der höchsten ständig bewohnten Plätze der Erde. Das Kloster ist für die in Nepal lebenden tibetisch-stämmigen Sherpas ein wichtiges Pilgerziel.

Das Basislager der Nordroute liegt vom Kloster aus noch ca. acht Kilometer südlich talaufwärts, vor der Gletscherzunge.
Der Abt des Klosters wird von den Nepalesen und Tibetern bei einer Expedition um seinen Segen bei der “Puja”-Reinigungs-Zeremonie gebeten: Nur reine Menschen sollen sich den Göttern des Mount Everest nähern. Ohne eine Puja-Zeremonie weigern sich die Sherpas sehr oft weiterzugehen.
Der Chorten ist ein tibetischer Kultbau des tibetischen Buddhismus. Er stellt die lokale Weiterentwicklung eines Stupa dar. Der weiß getünchte Hauptkörper hat die Form einer umgestülpten Glocke und erhebt sich auf einem hohen, vielfach abgestuften Unterbau.
Ein Chorten, wird oft zur Erinnerung an Verstorbene errichtet. Er ist ein Behältnis für Opfergaben und symbolisiert in den Himalajaländern das Bewusstsein Buddhas und ist deshalb heilig. Zum Zeichen der Ehrerbietung und um den Gläubigen Verdienst zu bringen, sollte ein Chorten immer im Uhrzeigersinn umrundet werden.

Für heute verabschiede ich mich
Bis morgen euer Bodenpersonal Sabine

 

 

 

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Rasttag in Thingri auf 4.350m

 

9. Tag Rasttag in Thingri auf 4.350m

Auch heute gibt es wieder einen aktuellen Bericht von unseren Bergsteigern auf dem Weg zum Basislager.

„Hallo Sabine,
Heute nach wieder richtig gut geschlafen und somit klappt die Höhenanpassung bei uns Vieren sehr gut.
Wir machten von Nyalam nach Thingri jedenfalls eine Erhöhung unserer Schlafhöhe um gut 600 Höhenmeter.
Man muss wissen, dass die kritische Phase der Höhenanpassung zwischen 3.500m und ca. 6.000m liegt.
Diese Höhenlage wird oft unterschätzt und Bergsteiger geben dem Körper hier oft zu wenig Zeit um sich richtig anpassen zu können.
Deshalb sind wir sehr sehr auf der Hut, unserem weiteren Aufstieg nicht schon hier herunten mit einer kleinen Unachtsamkeit jegliche Chance zu nehmen.
So bewegen wir uns viel langsamer wie zu Hause, z.B. schon am Weg zum Frühstück, um einfach mehr Ressourcen zum Bilden von roten Blutkörperchen zu haben.
Diese roten Blutkörperchen ermöglichen uns bei jedem Atemzug dann eben mehr von dem immer weniger vorhandenem Sauerstoff in die Blutbahn zu bekommen.
Um einiges mehr Trinken als zu Hause, um das dadurch natürlich dicker werdende Blut zu verdünnen, steht hier in dieser Höhenlage auch an der Tagesordnung.
Das Messen des Ruhepulses und die Farbe des Urins zeigen uns eindeutig wo wir mit der Anpassung stehen.
Liegt der Ruhepuls zu Hause z.B. bei 40 Schlägen pro Minute, ist ein Puls von 50 Schlägen hier oben schon ein ganz angenehmer Wert und zeigt noch keine Überforderung mit der Höhe.

Thingri liegt im tibetischen Hochland

Thingri liegt im tibetischen Hochland
Foto: Wolfgang Klocker

Weiteres ist es wichtig, seinem Körper mit Ausflügen für einige Stunden in größere Höhe als der Schlafhöhe einen Impuls zu setzen, dass es in Zukunft einfach noch weniger Sauerstoff und partiellen Luftdruck geben wird.
So wanderten wir heute in extrem gemütlichen Schritt hinauf auf eine Geländekuppe auf 4.700m und verweilten dort oben eine gute Stunde in der angenehmen Mittagssonne.
Beim Abstieg trödelten wir herum und begegneten anderen Bergsteigern die sich ebenfalls anpassen.

Klemens, Flo und Andy bei Akklimatisationstour auf 4.700m

Klemens, Flo und Andy bei Akklimatisationstour auf 4.700m
Foto: Wolfgang Klocker

Jetzt vor dem Abendessen versuche ich mit Klemens hier in dieser Einöde noch für ihn ein billiges Mobiltelefon zu bekommen, damit auch er mittels seiner chinesischen Simkarte Kontakt mit der Heimat und seiner Erika haben kann.

Klemens und Andy im Handyshop

Klemens und Andy im Handyshop
Foto Florian Brunner

PATA, unser Sirdar, kaufte für alle Sherpa und auch für die meisten Teilnehmer bzw. westlichen Bergsteiger eine Simkarte hier in China um kommunizieren zu können.
Zur Information: Als Sirdar wird beim Bergsteigen oder Trekking der einheimische Trägerführer bezeichnet. Er ist für die Träger, Küchenhelfer und Köche einer Expedition verantwortlich und regelt den Lastentransport, die Bezahlung sowie auch die Zusammenarbeit mit Behörden vor Ort. Er spricht meist fließend Englisch und ist typischerweise der erfahrenste der Gruppe. Zu den Aufgaben der Sirdars zählt die Überwachung des Vorankommens beim Anmarsch zum Basislager sowie bei größeren Expeditionen auch die Überwachung des Lastentransports in die Hochlager. Der Sirdar selbst trägt aber im Normalfall nur seine eigenen Ausrüstungsgegenstände.

Diese chinesischen Simkarten sind sowieso eine eigene Geschichte wert.
150 Yen, das sind ca. 25,00 Euro, kostete jede Karte.
Aber ja, wie es eben so ist, funktioniert hat von diesen vielen Simkarten kaum eine….

Dem Klemens seine ging wegen seines nicht freigeschaltenem Telefons leider auch nicht.
Nur mein altes Nokia C5 funktioniert einwandfrei und nach langwierigen und geduldigen herum probieren in den Konfigurationseinstellungen habe ich es tatsächlich auch geschafft, das Mobiltelefon mit der chinesischen Simkarte online zu bekommen.
Nun habe ich anscheinend 750 mb freie Datavollumen….
Mal sehen, im Basislager sollte dieses Netzt sogar auch noch funktionieren.
Also, wir sind immer für Überraschungen offen, wenn geht dann geht, wenn nicht, eben nicht :-)
Ich habe ja sowieso dank Thomas Schoerkhuber von Brandspot die Satellitenverbindung dabei.

Nancy Hansen, Ralf Dujmovits, Andy und Flo in Thingri

Nancy Hansen, Ralf Dujmovits, Andy und Flo in Thingri
Foto: Klemens Bichler

Also somit Schluss für heute, wir gehen jetzt Essen und legen uns dann bald schlafen.
Morgen wird ein weiterer entscheidender Tag für uns.
Wir machen mit dem Geländewagen noch den letzten und wohl schwierigsten Höhensprung auf 5.200m direkt ins Chinesencamp-Basislager.
Dort oben wird es uns dann schon mal etwas runterschalten.

Wir hoffen, alles richtig gemacht zu haben und bleiben ganz ruhig.
Bis bald, Dein Spitzenteam
Flo, Klemens, Wolfi und Dein Andy“

Mit diesem Bericht und einigen tollen Bildern sag ich für heute Namaste und schlaft gut meine treuen Leser (unsere Männer schlafen auch gut)
Euer Bodenpersonal Sabine

 

 

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Ankunft in Thingri auf 4.350m

8. Tag Ankunft in Thingri auf 4.350m

Heute kann ich wieder mit aktuellen Infos von unseren Bergsteigen selbst dienen und freu mich dass es ihnen so gut geht.
„Hallo Spatz,
Am Samstag nach der Ankunft in Nyalam bietet Mayor Kirsty Watson, die Ärztin vom britischen Armeeteam welches parallel zu unserem Team unterwegs ist, an, dass wir bei der Einschulung für Höhenmedizin und Notfallverhalten bei Höhenkrankheiten, dabei sein dürfen.
Kirsty war schon mehrere Saisonen Höhenmedizinerin im Medicalcamp im Everest Basislager an der nepalesischen Südseite.

Es war hoch interessant die ganz aktuellen Erkenntnisse der Höhenanpassung des Menschen zu erfahren.
Z.b. ist es nicht mehr relevant, unsinnig viel Flüssigkeit zu trinken, wenn man in große Höhe geht, um den Körper besser anzupassen.
Im Gegenteil, man belastet den Körper mit zu viel Flüssigem…. Also nur so viel trinken, dass der Urin nicht dunkel, sondern schön hell bzw. weißlich bleibt.

Sie erklärte und zeigte uns die Verwendung des Überdruckbags (portable altitude chamber – kurz PAC), in welchen man im Notfall den höhenerkrankten Bergsteiger hineinlegt und dann in einen Überdruck versetzt.
Mit einer Fußpumpe wird der körpergroße Sack so stark aufgepumpt, dass dem Erkrankte im Überdrucksack eine um 2.500 Höhenmeter tiefere Seehöhe simuliert wird.
Somit kann er sich in drei bis vier Stunden soweit erholen, dass der Erkrankte vielleicht noch mal die Kraft bekommt, selbstständig ins tiefere Lager abzusteigen.
Soweit nichts Neues in der Theorie, aber selbst angefasst und getestet hab ich dieses System noch nie zuvor.

Überdruckbag

Überdruckbag
Foto: Klemens Bichler

Kirsty hat uns auch angeboten, für uns im Ernstfall selbstverständlich da zu sein.
Sie möchte dafür als Gegenleistung jeden Tag einmal von uns kurz gedrückt werden :-)

Anmerkung Bodenpersonal: ich glaub Mädels, wir daheim gebliebenen können damit leben…  ;-)

Andy klettert die Treppe ins einzige Restaurant in Nyalam

Andy klettert die Treppe ins einzige Restaurant in Nyalam
Foto: Florian Brunner

 

 

 

 

 

 

13.04.2015:
Gerade sind wir in Thingri auf 4.365m eingetroffen.
Heute Morgen schneite es in Nyalam stark und gut 10cm Neuschnee lag auf der Strasse. Bis zu unserer Abfahrt um 11:00 Uhr war noch nicht klar, ob wir überhaupt losfahren können.

Andy und Flo auf den Strassen von Nyalam am Weg zum Frühstück

Andy und Flo auf den Strassen von Nyalam am Weg zum Frühstück
Foto: Wolfgang Klocker

Die Fahrt ging in 4 Stunden auf teilweiser Schneefahrbahn über den 5.149m hohen Tong La Pass hinunter, vorbei an der Abzweigung zum Shisha Pangma Basislager, wo wir 2011 abgezweigt sind, ins tibetische Hochland in Richtung Thingri.

Blick am Tong La Pass

Blick am Tong La Pass
Foto: Florian Brunner

Leider war laut meinen Freunden heute keine Aussicht auf die Achttausenderriesen Shisha Pangma zur Linken und Cho Oyu und Mt. Everest zur rechten Seite der Strasse.
Die dichten Wolken die den starken Schneefall der letzten Nacht verursacht haben, sind noch nicht zur Gänze aufgelöst.

Wenn ich die Strecke von Zangmu bis Thingri mit der von 2009 vergleiche, als wir unsere Spuren an den Flanken des Cho Oyu hinterlassen hatten, gleicht dies heute einer Hochgeschwindigkeitsautobahn.
Laut meinem GPS ist unser chinesischer Fahrer mit guten 90 Sachen über das Hochland gebrettert.

Tibetisches Hochland

Tibetisches Hochland
Foto: Florian Brunner

Hier in Thingri fuhren wir das mir altbekannte “Hotel” an, wo ich schon mehrfach genächtigt habe.
Da bekamen wir wieder spitzenmäßiges chinesisches Essen und gleich danach wurden wir jetzt wegen Überfüllung leider in ein anderes “Hotel” umgesiedelt.
1km entfernt kamen wir in eine noch in Bau befindliche Lodge.
Die Türrahmen sind noch in Folie, die Befestigungsklammern ragen bedrohlich in die Türöffnung und das Lustigste die WC sind zwar pickfein installiert und komplettiert, aber leider noch nicht mit Wasser versorgt.
Ihr könnt euch vorstellen, was nach der langen Fahrt nicht nur mir persönlich, sondern einigen anderen Leuten prompt passiert ist.
Ganz entspannt auf die hierzulande sehr sehr seltene Kloschüssel, sein Geschäft gemacht und oh Schreck, beim Drücken der Spültaste kam keine Reaktion der sündteuren Apparatur.
Jetzt laufen die Betroffenen teils mit erröteten Köpfen aus den Folientüren und gemeinsam mit den Einheimischen und Wassereimern wird nun versucht, das Malheur zu beseitigen.

Sodala, mir egal, für zwei Tage ist das hier zum Aushalten und ich freu mich schon wieder auf das Abendessen…..

Andy mit Flo beim Blogen Foto: Wolfgang Klocker

Andy mit Flo beim Blogen Foto: Wolfgang Klocker

Die größte Freude des Tages, bzw. wohl dieser Reise ist jedoch ganz etwas Anderes:
Meine Sabine hat mich während dem Mittagessen von zu Hause angerufen, dass es bezüglich des tragischem Lawinenereignisses am 01. April in den französischen Alpen, bei dem zwei meiner, bzw. unserer Freunde aus Osttirol unmittelbar betroffen waren, sehr gute NEWS gibt.
Clemens, der in der Klinik in Innsbruck perfekt betreut wird, soll nun ansprechbar und am aufsteigenden Ast seiner Gesundheit sein.
Mir hat es nach diesen Worten meiner Sabine die Tränen in die Augen getrieben.
Ich und wir alle freuen uns unsagbar, wenn sich unser Clemens erholen wird und seinen unbändigen Lebenswillen möglichst ungebremst fortführen darf.

“CLEMENS! Wolfgang, Klemens, Flo und ich denken oft an Dich und schicken Dir KRAFT!!!”

Sodala, mit schöneren Neuigkeiten kann ich meinen heutigen Eintrag wohl nicht beenden.
Alles Liebe aus Thingri,
Andy mit seinen Buam

PS : Bei Wünschen oder Beschwerden bitte an das Bodenpersonal wenden, wie das z.B. Paula B. schon gemacht hat (Jetzt kommen Bilder vom Flo!!)“

 

Florian Brunner

Florian Brunner
Foto: Wolfgang Klocker

Auch meine Gedanken sind bei Clemens und seinen Lieben …

Tashi Delek – Glück und Segen!
euch allen wünscht euer Bodenpersonal Sabine

 

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Rasttag in Nyalam auf 3.750m

7.Tag Rasttag in Nyalam auf 3.750m

Heute sind unsere Bergsteiger in Nyalam auf 3.750m geblieben.
Es ist ein Rasttag geplant, den sie zur Akklimatisierung nutzen, indem sie eine kleine Wanderung auf 4.200m gemacht haben.

Es geht allen sehr gut, das chinesische Essen bestehend aus viel Reis, Bambus, Pilzen und Fleisch ist und bekommt ihnen sehr gut. Sie sprechen dauern über das ausgezeichnete Essen – also ist die „Welt“ für sie in Ordnung- aber die Ernährung am Berg ist ja wirklich sehr bedeutend für das Gelingen einer Besteigung, denn wenn die Kraft schon von Anfang an auf Grund mangelhafter Ernährung fehlt, kann ja nichts gelingen…
Aber wer gut und viel isst … muss natürlich auch ausscheiden und das ist dort ein kleines Problem, besonders für Andy, denn dies ist für ihn eher ein „Zielschießen“ – am Boden eine Platte mit einem kleinen Loch, man kann sich ja vorstellen wie …

Nyalam besteht aus kargen Häusern einer Straße, wo die LKWs durchrauschen, zwischen den Gebäuden und ständig bellenden Hunden. Es gibt nicht einmal ein Cafe bzw. Restaurant.

Eine Kleine Episode zum schmunzeln: Flo, Klemens und Wolfi wollten sich eine Schokolade kaufen, die in drei verschiedenen Farben angeboten wurde. Nun war die große Diskussion welche Farbe sie nehmen sollen – da machte Andy den Vorschlag, das es ja egal ist, denn sie sollten zuerst auf das Ablaufdatum schauen und dann entscheiden. Die Entscheidung fiehl dann leicht – sie waren alle schon ewig abgelaufen …
Da sieht man mal wieder andere Länder, andere Sitten!

Asian Trekking, die Agentur mit der unsere Männer unterwegs sind, hat noch zwei weitere Teams parallel laufen, die den Mt. Everest besteigen wollen.
Unser Team ist das Internationale, das zweite Team besteht aus 6 Briten und das dritte Team besteht aus 12 Personen und kommt über Lhasa dazu, die meisten davon wollen auf 5.000m nur Party mit Anzug machen und einige davon vielleicht auf den Gipfel gehen.

Mit dem britischen Team verstehen sich unsere Bergsteiger sehr gut und es sind auch interessante Personen dabei.
Einer davon hat das Sauerstoffgerät, welches auch von unsern Männern bei der Besteigung verendet wird, miterfunden – also haben sie den Experten dafür direkt vor Ort.
Weiter ist auch eine Ärztin dabei, die schon 5-mal Medical Chefin im Basecamp auf der Südseite war und jetzt erstmals selbst auf den Mt. Everest steigen will.

Sie hat auch unsere Männer zur Einführung über Höhenmedizin im britischen Team gestern eingeladen.
Unter anderem hat sie ihnen auch den Certec Bag, es handelt sich um eine tragbare Überdruckkammer zur Behandlung der Höhenkrankheit, vorgeführt und erklärt. Der Überdruck-Sack (Certec-Bag) – simuliert Luftdruck bis zur halben Seehöhe und hat spezielle Atemventile, die beim Ausatmen einen höheren Luftdruck in der Lunge provozieren. Man kann also damit auf 7.000m eine Höhe von 4.500m simulieren, wenn aufgepumpt.
Sie nehmen den Sack bis auf 7.00m mit – auch für und ein bisschen beruhigend zu wissen, das etwas vorhanden ist um eventuelle Höhenkrankheiten zu mildern.

Der Chef von Amical, Dominik Müller, begegnet unserem Team sehr herzlich und hilfsbereit.

Es sind zurzeit mehrere Besteigungsteam in Nyalam, da alle bis zum Basislager mit chinesischen Fahrern unterwegs sind.

So meine lieben und treuen Leser, heute hab ich euch wieder einiges erzählen können.
Morgen früh geht die Reise für unsere Bergsteiger wieder weiter nach Thingri auf 4.350m, wo sie dann wieder 2 Tage verbringen werden.

Reiseroute

Reiseroute
Foto: Anda Unterkreuter

Leider hab ich heute keine aktuellen Bilder.
Also dann bis morgen euer Bodenpersonal Sabine

 

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Ankunft in Nyalam auf 3.750m

6.Tag Ankunft in Nyalam auf 3.750m

Heute habe ich leider nur die kurze Information von unserem Team bekommen, dass sie gut in Nyalam auf 3.750m angekommen sind.
Sie erwähnten auch ein ausgezeichnetes chinesisches Essen mit Stäbchen bekommen zu haben – also das leibliche Wohl für unsere Männer scheint gesichert zu sein!
Aber Essen muss man wenn man kann und sich die Reserven für den Aufstieg am Berg schon jetzt ein bisschen sichern – aber anscheinend haben sie bis jetzt damit keine Probleme …

Morgen bleiben sie in Nyalam und haben einen Rasttag zur Akklimatisierung.
Vielleicht kann ich euch meine lieben Leser dann wieder mehr Aktuelles berichten.

Nyalam auf 3.750m

Nyalam auf 3.750m
Foto: Archiv Holzer

Zur Information: Nyalam ist eine Kreisstadt und liegt in 3.750 m Höhe am Friendship Highway.
Nyalam ist rund 220 km entfernt von Tingri 4.350m und zur nepalesischen Grenze bei Zangmu 2.350m sind es nur 35 km, aber auf dem Weg dorthin muss erst der 5.020 m hohe Lalung La, der Lalung-Pass, überwunden werden.
Der Friendship Highway oder China-Nepal Highway verbindet Lhasa in Tibet mit Kathmandu in Nepal. Die Grenzstation ist an der Brücke der Freundschaft zwischen Zangmu in Tibet und Kodari in der Provinz Bagmati in Nepal.
Der Highway ist Teil der chinesischen Straße G318, der in Shanghai beginnt, nach 4.760 km Lhasa erreicht und in Zangmu nach insgesamt 5.476 km endet. Mit dem Bau der Straße wurde 1958 begonnen, sie wurde bereits 1965 für den Verkehr freigegeben. Der Highway ist eine durchweg mindestens zweispurig ausgebaute Straße mit mäßigen Steigungs- und Gefällstrecken, er überquert mehrere Pässe mit 5.000 m Höhe. Auf den Straßen ist mit Fuhrwerken gezogen von Yaks, Eseln und Traktoren zu rechnen, manchmal sind auch (europäische) Radfahrer unterwegs.
Die Einreise über die Brücke der Freundschaft zwischen Nepal und Tibet ist eine Grenzabfertigung der besonderen Art. Man darf diese Brücke nur zu Fuß überqueren und muss zusehen, wie man zum ca. 10 km entfernten Zangmu gelangt.

Das haben unsere Männer schon gestern alles durchlebt und erlebt…

In der Regel stehen Träger bereit, die für ein paar Dollar das Gepäck von der nepalesischen Seite bis zum Zoll bringen, es nach erfolgter Abfertigung wieder aufnehmen und zu einem Fahrzeug (Minibus) transportieren. Während man an chinesischen Flughäfen meist problemlos durch den Zoll gelangt, sind an der Grenzstation Zangmu penible Kontrollen die Regel. Es darf z.B. kein Bild des Dalai Lama eingeführt werden, auch ähnliche Abbildungen können bereits Ärger verursachen, so z.B. Bilder von buddhistischen Mönchen in gedruckten Reiseführern. Diskussionen mit den Zöllnern sind zwecklos.
Der “Friendship Highway” ist die einzige Straßenverbindung zwischen den beiden Ländern.

Ich möchte für heute nur mehr Tashi Delek – Glück und Segen! euch allen wünschen euer Bodenpersonal Sabine

 

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Ankunft in Zangmu auf 2.350m

  1. Tag Ankunft in Zangmu auf 2.350m

Nach einer längeren Fahrt und einem abenteuerlichen Grenzübergang nach China sind unsere Bergsteiger nun in Zangmu auf 2.350m angekommen, ihrer ersten Etappe Richtung Basislager.

Reiseroute

Reiseroute
Foto: Anda Unterkreuter

Hab auch wieder einen aktuellen Bericht von Andy erhalten.

„Hallo Spatz!

Gestern Abendessen war fein, in der Nacht noch den Satterminal Firmware upgedatet wegen dem Akkuproblem. Er lässt sich nur bis 61% Akkustand aufladen. Nach dem update leider dasselbe. Aber geht schon, muss öfter aufgeladen werden…

Am Wegesrand nach Kodari

Am Wegesrand nach Kodari
Foto: Archiv Holzer

So, die Fahrt bis Kodari dauerte ca. 5 Stunden, dann das übliche Chaos beim Ausräumen der unzähligen Taschen und Tonnen, kleine Kinder tragen zum teil die wahnsinnig schweren Teile über die Brücke auf die chinesische Seite…. Da darf ja nicht gefahren werden…

Grenze mit Brücke

Grenze mit Brücke
Foto: Archiv Holzer

Es wird um die Lasten gestritten

Es wird um die Lasten gestritten
Foto: Archiv Holzer

 

 

 

 

 

Expeditionsgepäck wird über die Brücke nach China getragen

Expeditionsgepäck wird über die Brücke nach China getragen
Foto: Archiv Holzer

 

 

 

 

 

 

Die Gepäcks- und Personenüberprüfung auf Chinaseite dauerte fast drei Stunden und war etwas nervig. Mehr wie im Flughafen, Scanner… Abtasten…. Sehr sehr streng…. Wir sahen, dass von anderen all das Essen und gute und wichtige andere Sachen wie Traubenzucker rausgeworfen wurde…. U je, dachte ich… Wir hatten ja auch jede Menge Sachen… z.b. 20 2,5l Flaschen Cola und Sprite… An mein Terminal gar nicht zu denken…

Zur Information: Kodari ist ein Grenzübergang von Nepal und liegt auf einer Höhe von 2.515 m und ist 114 km von Kathmandu entfernt.
An einem klaren Tag ist die Himalaya-Kette auf beiden Seiten der Straße sichtbar.

Andy ,Wolfi und Klemens in Kodari

Andy ,Wolfi und Klemens in Kodari
Foto: Archiv Holzer

Die Fahrt nach Zangmu auf 2.350m war gut.
Alles ging gut und jetzt trafen wir gleich nach dem Nachstellen unserer Uhren, weitere 2 std. 15 min. hier in Zangmu ein. Da bin ich nun schon zum vierten Mal….

Hier trafen wir jetzt gerade auf den Chef von Amical, Dominik Müller. Er ist extrem nett und hilfsbereit, er sagt, Ralf Dujmovits, David Göttler, Luis Stitzinger und Alix von Melle sind mit ihm und wir werden jetzt gleich gemeinsam Abendessen.
Also, alles in bester Ordnung und fein.

A ja, in unserem Team sind zwei Inder, ein Pilot und eine Bergsteigerin und ein Mongole. Auch nett!

Alles liebe, Bussi, Andy im Stress beim Tippen!!
Liebe Grüße vom Team an alle die an uns denken“

Zangmu auf 2.350m

Zangmu auf 2.350m
Foto: Archiv Holzer

Jetzt müssen sich unsere Männer nur noch an die Zeitverschiebung gewöhnen – denn sie sind jetzt 6 Stunden vor uns!!!
Während wir noch träumen, leben sie schon ihren Traum …

Ich wünsche all meinen treuen Lesern wunderschöne Träume bis morgen euer Bodenpersonal Sabine

 

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Letzter Tag in Kathmandu

4. Tag Letzten Erledigungen in Kathmandu

Da sich unsere Bergsteiger immer noch in Kathmandu aufhalten konnte  ich aktuelle Infos von Andy bekommen.
„Hallo Schatzi!
Hast wieder einen super schönen Eintrag im Gästebuch gemacht.
Das tut uns gut!!
Heute hab ich wieder sehr gut geschlafen.

Flo ist mit Klemens schon Frühstücken gegangen und sie machen jetzt die Stadttour mit Tempel und Stupa…

Wolfi und ich machen es uns gemütlicher, wir waren ja schon oft da. Wolfi das dritte und ich das vierte mal in Kathmandu und so sparen wir uns die Energie…
Bussi bis heut noch!  Andy“

Wie ihr hier lesen könnt, wird von unseren Männern genau kontrolliert, ob das „Bodenpersonal“ keine Dummheiten schreibt …

Aber auch Flo hat mich heute mit ein paar Zeilen verwöhnt, wie ihr hier lesen könnt
„Hallo Sabine,
die beiden Kathmandu Kenner, Andy und Wolfi, verweilten im Hotel.

Beim Frühstück hatten Wolfi und Andy ein sehr nettes Gespräch mit dem Schweizer Höhenbergsteiger Kilian Volken und seinem Freund Peter Gschwendtner. Volken (63 Jahre) wird mit seinem Freund  Peter  eine Expedition auf den Manaslu 8.156m unternehmen.

 

Der Satelliten Terminal wurde heute noch mal von Wolfi und Andy getestet. Alles bestens.

Heute war für Klemens und mich ein Sightseeing Tag in Kathmandu angesagt.
Nachdem wir ein Taxi gefunden hatten, ließen wir uns zum Bodnath Stupa chauffieren.
Die Eindrücke waren unbeschreiblich schön. Wir waren von der Fahrt quer durch Kathmandu sehr begeistert. Der Linksverkehr, die ständige Huperei und der risikoreiche Fahrstil war für uns eine ganz neue Erfahrung. Resümee Kathmandu ist eine einzigartige Stadt.

Klemens auf Straße in Bodnath

Klemens auf Straße in Bodnath
Foto: Archiv Holzer

Am Nachmittag werden wir noch die letzten organisatorischen Sachen erledigen für die weitere Reise in Richtung Tibet.

Gebetsmühlen

Gebetsmühlen
Foto. Archiv Holzer

Am Abend treffen wir die anderen Expeditionsteilnehmer von ASIAN Trekking  beim Abendessen. Dort treffen  den Seniorchef von ASIAN Trekking Ang Tshering Sherpa.

Zur Information: Ang Tshering Sherpa wuchs in Khumjung, einem Dorf im Everestgebiet zwischen Namche Bazar und Tengboche auf. Dort begann er Anfang der 70er Jahre als Träger im Bergtourismus zu arbeiten. 1982 gründete er das Unternehmen Asian Trekking, eine der größten Trekking- und Expeditionsagenturen in Nepal und Tibet, dem er bis heute vorsteht.
Ang Tshering Sherpa gehört zur Ethnie der Sherpa und ist Präsident der Nepal Mountaineering Association und Honorarkonsul von Belgien.
1982 gründete er das Unternehmen Asian Trekking, eine der größten Trekking- und Expeditionsagenturen in Nepal und Tibet, dem er bis heute vorsteht.

Also uns geht’s allen sehr gut….
Ps. Mach mir nur Sorgen, ob Andy wohl genügend Speck dabei hat. :-)
Ganz Liebe Grüße Flo (Schriftführer) und Andy mit Team”

Stupa Bodnath

Stupa Bodnath
Foto: Archiv Holzer

Zur Information: Bodnath ist ein Vorort im Nordosten von Kathmandu in Nepal. Bekannt ist Bodnath wegen des großen Stupa, der seit Jahrhunderten eines der bedeutendsten Ziele buddhistischer Pilger aus Nepal und den umliegenden Regionen des Himalayas ist.
Bodnath ist mit das bedeutendste buddhistische Heiligtum des Kathmandutales. Der Stupa ist mit 40 Metern Höhe der größte Sakralbau im Tal, hier liegt auch das Zentrum des tibetischen Buddhismus in Nepal. Nach der Flucht des Dalai Lama und damit verbunden auch vieler Tibeter 1959 aus Tibet, entstand hier ein neues religiöses Zentrum für tibetische Flüchtlinge, was auch durch den Bau mehrerer neuer Klöster sichtbar ist. So ist s auch kein Wunder, das hier mit dem Cini Lama der dritthöchste Würdenträger der Tibeter, nach dem Dalai Lama und dem Panchen Lama, in Bodnath residiert.

Gebetsstätte Stupa Bodnath

Gebetsstätte Stupa Bodnath
Foto: Archiv Holzer

 

Heute Abend war unser Expeditionsteam noch beim gemeinsamen Abendesse und morgen in aller Früh geht es dann los Richtung chinesische Grenze …

Abendessen mit Dawa und seinem Vater Ang Tshering Sherpa

Abendessen mit Dawa und seinem Vater Ang Tshering Sherpa
Foto: Archiv Holzer

Aber darüber werdet ihr morgen mehr von mir erfahren – bleibt uns also treu und freut euch mit unserem Team, dass es nun wirklich los geht Richtung Basislager.

Namaste bis morgen euer Bodenpersonal Sabine

 

 

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Erledigungen in Kathmandu

 

  1. Tag Letzten Erledigungen in Kathmandu

Meine lieben Leser ich hab heute wieder neue Infos von Andy aus Kathmandu bekommen.

„Hallo Spatz,
Wir, Wolfi und ich, testen gerade den Sat-Terminal und stehen hier in Kathmandu auf der Strasse, weil wir im Hotelgarten keinen Empfang haben, da wir hier so eingekesselt sind :-)
Funktioniert!! Super und beruhigend für unsere weiter Expedition …

 

Andy beim Einhornchen der Satellitenposition - Satterminal von Andy beim Einhornchen der Satellitenposition - Satterminal von Brandspot - am Straßenrand in Kathmandu

Andy beim Einhorchen der Satellitenposition – SAT Terminal von Brandspot – am Straßenrand in Kathmandu
Foto: Archiv Holzer

Heute hatten wir mit Dava Steven eine super Besprechung gehabt, alles richtig fein und gut.

Mein Sherpa ist Pasang…. Ich weiß nicht wie weiter, Kurznamen PATA, 35 Jahre alt, 7-mal Everest Summit, und davon 3-mal Nordroute. Ein Hammer-Typ und sehr nett. Er ist gleichzeitig unser Sirdar (Chef der Sherpas).“

Zur Information Sirdar:
Als Sirdar wird der einheimische Trägerführer bezeichnet, der zwischen den Bergsteigern und den Trägern sowie Einheimischen vermittelt. Diese Bezeichnung ist vor allem für Sherpas im Himalaya gebräuchlich.
Der Sirdar ist für die Träger, Küchenhelfer und Köche einer Expedition verantwortlich und regelt den Lastentransport, die Bezahlung sowie auch die Zusammenarbeit mit Behörden vor Ort. Er spricht meist fließend Englisch und ist typischerweise der erfahrenste der Gruppe.

Klemens, Flo, Andy, Dawa Steven und Wolfi bei Besprechung

Klemens, Flo, Andy, Dawa Steven und Wolfi bei Besprechung
Foto: Archiv Holzer

 

 

 

 

 

Dawa Steven, Wolfi, Klemens und Andy
Dawa Steven, Wolfi, Klemens und Andy
Foto: Archiv Holzer

 

 

 

 

 

 

„Heute haben wir noch das Gepäck zu ca. 20kg-Taschen umgepackt für die Yaks, Cola und Sprite gekauft, Flo und Wolfi machen sich über meinen vielen Speck und Käse lustig :-)
Also, gute Stimmung, alle perfekt gesund und gut drauf!!!
Klemens macht super super Job für seine erste Teilnahme im Mikroteam!!“

Billy war Vormittag bei uns und sehr nett. Sie erzählte wieder spannende Geschichten der Achttausenderwelt…..
Sie war ja letztes Jahr am Makalu.
Bis bald, Andy““

 

Andy mit Billi im Hotelzimmer

Andy mit Billi im Hotelzimmer
Foto: Archiv Holzer

So ist nun auch schon der 2. Tag in Kathmandu für unsere Männer vorüber gegangen – mit vielen Eindrücken und Erlebnissen.

Morgen noch die letzten Erledigungen bis es dann wirklich losgeht Richtung Basislager Mt. Everest.

Für heute wünsche ich euch eine gute Nacht – unsere Bergsteiger träumen sicher schon, da sie 3 Stunden und 45 Minuten vor unserer Zeit sind

Namaste euer Bodenpersonal Sabine

 

 

 

 

 

 

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Team in Kathmandu gut angekommen auf 1.350m

  1. Tag Team in Kathmandu gut angekommen

Gestern Nachmittag ist unser Expeditionsteam am Flughafen in München gestartet. Nach einer Zwischenlandung in Istanbul ging es dann weiter nach Kathmandu, wo sie heute, am Dienstag 07. April in der Früh angekommen sind.

Jetzt habe ich schon die erste Informationen von Andy aus Kathmandu bekomme.
Von seinem iPod gesendet:
„Hallo Sabine. Wir sind heute in Kathmandu gut angekommen. Der Flug war sehr angenehm und die Landung war überraschen sanft.
Heute haben wir noch nicht viel getan – Pizza essen in der bekannten Pizzeria „Fire and Ice“.
Jetzt sind wir alle satt und gesund und freuen uns aufs schlafen gehen.
Liebe Grüße von uns allen an unsere Lieben zu hause.
Euer Andy mit Superteam“

Pizzeria "Fire and Ice"

Pizzeria “Fire and Ice”
Foto: Archiv Holzer

Beruhigend zu wissen, dass die erste Hürde – die Anreise nach Kathmandu geschafft ist  – und alle gesund angekommen sind.
Nun Morgen werden sie ihr Briefing haben und in der Stadt noch einige andere Sachen erledigen.

Klemens, Flo, Wolfi und Andy satt aber müde

Klemens, Flo, Wolfi und Andy satt aber müde
Foto: Archiv Holzer

Sie haben auch schon die erste E-Mail bekommen:
Lieber Andy
ich weiß nicht, ob du dich an mich erinnerst. Ich bin die Billi und arbeite für die Miss Hawley. Ich kam letztes Jahr auch bei euch im Hotel vorbei. Ich habe gehört, dass ihr dieses Jahr auf die Nordseite geht – Recht habt ihr! Du, meinst du ich könnte morgen Vormittag so um 10 Uhr bei euch für das Miss Hawley Briefing vorbei kommen? Das wäre super!
Ganz lieber Gruß und bis hoffentlich morgen
Billi
Billi Bierling
Lazimpat, Kathmandu

Zur Information: Billi Bierling, ist die 1. erfolgreiche Deutsche Everest-Besteigerin von der Südseite (2009).
Billi, geboren in Garmisch-Partenkirchen,  lebt hier in Kathmandu und sie arbeitet für die legendäre Mrs. Holly, einer inzwischen über 90 Jahre alten Dame, die seit Anfang der 60er Jahre alle Besteigungen aller 8000er penibel genau registriert.
Billi, selbst eine bekannte und erfolgreiche Bergsteigerin mit mehreren 8.000er im Gipfelbuch, wird unser Team „registrieren“ für Ihre spätere Statistik.

So hoffe ich, dass ich morgen wieder ein paar aktuelle Bilder von unseren Männern aus Kathmandu bekomme und euch meinen lieben Lesern darüber berichten kann …

Bleibt mir und unserem Team treu euer Bodenpersonal Sabine

 

 

 

 

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Start zum Mt. Everest – das Abenteuer beginnt

1.Tag Abreise nach Kathmandu auf 1.350m

Hallo meine Lieben,
jetzt ist es so weit, das „Bodenpersonal tritt in Aktion“ – das bedeutet unsere 4 Bergsteiger haben die Heimat verlassen und befinden sich auf der Anreise zu ihrem „großen Abenteuer“.

Ich glaube, dass mich ja viele Freunde und Mitfiebere schon kennen, den treuen Lesern unserer Expeditionstagebüchern bin ich ja hoffentlich noch bekannt (sie haben mir auch den Namen „Bodenpersonal“ gegeben) – trotzdem werde ich mich für die „Neuen“ kurz vorstellen: ich bin Sabine, die Frau von Andy und habe die Aufgabe übernommen, euch die nächsten 60 Tage über alle Neuigkeiten und Ereignisse der Expedition Mt Everest 2015 – eine Reise mit Freunden zu informieren und auch über ein paar Hintergrundinformationen berichten.
Wie immer wird dies mit viel Herz, Leidenschaft und auch ein bisschen Humor geschehen …

Ich freue mich auch über Fragen und wenn es mir möglich ist, werde ich sie euch auch gerne beantworten.
Auch diesmal wird mir und dem Team Andreas Unterkreuter mit Informationen zur Seite stehen.

Aber das Wichtigsten für unser Team, sind wie immer eure guten Wünsche, Gedanken und vor allem das “Daumenhalten”!
Wo ich mich jetzt auch gleich bei allen im Namen des gesamten Teams bedanken möchte, die unseren Männern schon vor der Abreise bei persönlichen Besuchen, Telefonaten und via E-Mails Glück, Erfolg  und gesundes Heimkommen gewünscht haben!

Erneut wartet eine neue Herausforderung auf Andy und seine Freunde!

Meine Informationen, die ich dann wieder an euch weitergebe, bekomme ich via Satellitentelefon von Andy, dass uns auch dieses mal Thomas Schoerkhuber von der Firma Brandspot, zur Verfügung gestellt hat – vielen Dank!
Ich werde versuche über aktuelle Ereignisse während der Expedition zu berichten.

Wie immer war die Packerei für alle eine schöne Schinderei und kostete viel Geduld und Nerven (vor allem meine waren sehr gefordert).
Seesäcke wiegen – umpacken – wiegen – umpacken ….

Gestern Abend war noch eine letzte Besprechung im “Basecamp Holzer”, an der auch Anda (Andreas Unterkreuter) teilnahm.

Wolfi, Andy, Anda Flo und Klemens bei der Besprechung Basecamp Holzer

Wolfi, Andy, Anda Flo und Klemens bei der Besprechung Basecamp Holzer (Foto: Sabine Holzer)

Heute Früh wurden unsere Bergsteiger Andy, Florian, Klemens und Wolfgang von ihren Familien und Freunden in Tristach verabschiedet (natürlich mit lachenden und weinenden Augen).

Andy mit Familie (Foto: Sabine Holzer)

Andy Holzer  mit Familie (Foto: Sabine Holzer)

 

 

 

 

 

Florian Brunner mit Familie (Foto: Sabine Holzer)

Florian Brunner mit Familie (Foto: Sabine Holzer)

 

 

 

 

Klemens Bichler mit Bruder Gerald (Foto: Sabine Holzer)

Klemens Bichler mit Bruder Gerald (Foto: Sabine Holzer)

 

 

 

 

Wolfgang Klocker mit Familie ( Foto: Sabine Holzer)

Wolfgang Klocker mit Familie ( Foto: Sabine Holzer)

 

 

 

 

 

 

Nachdem das Expeditionsgepäck im Auto verstaut war (jeder hat über 70 Kilo Ausrüstung) fuhr Gerald, der Bruder von Klemens, alle zum Flughafen nach München, wo sie dann über Istanbul nach Kathmandu fliegen werden.

Flugstrecke von München nach Kathmandu über Istanbul

Flugstrecke von München nach Kathmandu über Istanbul

Ich hab natürlich auch schon aktuelle Bilder aus München bekommen und liebe Grüße an alle Daheim gebliebenen.

Flo, Andy, Klemens und Wolfi am Flughafen in München

Flo, Andy, Klemens und Wolfi am Flughafen in München (Foto: Holzer)

 

Wolfi und Andy am Flughafen

Wolfi und Andy am Flughafen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für heute wünsche ich unserem Team einen guten Flug und euch eine gute Nacht
Bodenpersonal Sabine

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Lasst uns unsere Reise zum MT. EVEREST 8.848 m weiterführen

Liebe Leute,

Meine Reise zum Mt. Everest habe ich vor einem Jahr gestartet und nun hoffe ich wirklich eine Chance zu bekommen, diesen Höchsten aller Hohen versuchen zu dürfen.

Der Abbruch wegen der Tragödie im Khumbu-Eisfall im letzten Frühjahr war nur für die Beobachter ein Abbruch, für mich war dies ein direktes Erleben wie unterlegen wir Menschen der Bergnatur sind und dass man es nur mit ehrfürchtigen Respekt gegenüber der Schöpfung schaffen kann.

So habe ich die Spannung für mein Abenteuer bis heute nicht aufgegeben und fühle unseren erneuten Aufbruch am Oster-Montag, den 06. April als Fortsetzung des Aufstieges und als Teil meines Traumes Mt. Everest.

Dass ich Anfang Mai 2014 diese fokussierte Einstellung zu diesem schönen Berg nicht abbauen sondern bis heute halten konnte verdanke ich der unverzögerten und hoch motivierten Zusage von meinem Partner Wolfgang Klocker, der mich auch dieses Jahr am Everest begleitet.

Mit Klemens Bichler und Florian Brunner habe ich zwei weitere, sehr vertraute Menschen an meiner Seite.

Etwas Wehmut kommt in mir auf, wenn ich an meine treuen Partner und lieben Freunde wie z.B. Anda Unterkreuter und Daniel Kopp denke, die leider aus privaten bzw. beruflichen Gründen diesmal nicht dabei sein können.

Mir tut es jedoch sehr gut zu wissen, dass diese tollen Menschen neben all den anderen treuen Lesern unseres Tagebuches immer gedanklich dabei sind und uns den Gipfel so richtig gönnen würden.

Liebe Leser, gerade erst aus dem Gewusel der Kinopremiere meines Kinofilmes “Unter Blinden” heraus, sitze ich nun hier in meinem Büro wo sich die Packsäcke und Trosssäcke für unsere Reise neben mir auftürmen.

Jetzt gebe ich meiner Sabine, die in den nächsten Wochen alle Informationen im gewohnt feinem Format im Webblog für euch aufbereitet meine Tastatur und die letzten Anweisungen zum richtigen Datentransfer, Bildkomprimierung u. A.

Ich möchte euch allen für jeden guten Gedanken, für jedes schöne Wort im Blog und auch für konstruktive Kritik ganz herzlich danken!!

alles Liebe,

Andy mit seinem SUPERTEAM

 

Wolfgang, Florian, Andy und Klemens bei der Kinopremiere in Innsbruck

Wolfgang, Florian, Andy und Klemens bei der Kinopremiere in Innsbruck (Foto: Andreas Unterkreuter)

 

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