Zurück in der Heimat

Hallo liebe Leserrinnen und Leser unseres Onlinetagebuches.

Nach einem wahrlich anstrengenden 48 Stunden-Trip von unseren Zelten am Union-Gletscher in der Antarktis über Punta Arenas, Santiago, Madrid und München sind meine Freunde und ich schließlich heute in der Nacht glücklich zu Hause angekommen.

Wie es uns am Berg ergangen ist, kann ich nicht besser beschreiben, als es meine Sabine für euch schon getan hat…

Ich möchte nur die Eine oder Andere Frage beantworten die sich stellen könnte, wenn man hört, dass wir in gut 2 Wochen in so ein entferntes Land gereist sind, dort den höchsten Gipfel bestiegen haben und schon wieder zu Hause sind.

Wir hatten dieses Mal das Glück, am richtigen Tag am richtigen Ort sein zu dürfen. Die Geschichte hätte genau anders rum ausgehen können, dass wir z.B. mit zweiwöchiger Verzögerung überhaupt erst in die Antarktis gekommen wären, den Gipfel wenn überhaupt, bei widrigsten Bedingungen erreicht und erst nach Weihnachten die Heimreise antreten hätten können.

Diese extreme Gegend lässt einfach keine Planung zu und der Mensch muss dort einsehen, dass die Natur der Stärkere ist. Genau das ist es auch, was mich fast am meisten von diesem Land beeindruckt hat.

Die Wetterbedingungen (Sturm und starke Bewölkung) haben es dieses Jahr wieder ein mal nicht zugelassen, dass die geplanten Transport und Versorgungsflüge zwischen Punta Arenas im Süden von Chile und dem Camp am Union Gletscher in Mitten der Antarktis, ca. 650 Meilen vom Südpol entfernt, plangemäß durchgeführt werden konnten.

Schon beim ersten Flug in das ewige Eis, bei dem Personal, Verpflegung und Treibstoff transportiert werden sollte, haben die Leute fast 2 Wochen in Punta Arenas warten müssen. Daraus hat sich eine satte Verzögerung des Sollplanes ergeben.

Der einzig pünktliche Flug war ausgerechnet jener am 03. Dezember, den mein Team gebucht hatte.

Am 10. Dezember sollte eine Maschine mit den Teilnehmern des Antarktis-Maraton hinein fliegen, was wiederum wetterbedingt nicht ging. Dieser Flug ist dann schließlich am 13. Dezember am späten Abend bei mittlerer Windstärke am blauen Eis gelandet. Diese Gelegenheit haben wir dann kalt genutzt, und saßen um 23.00 Uhr mit unseren Daunenjacken im düsteren Transportraum der russischen Maschine, die mit ihren herunterhängenden Rohren und Kabeln von der Kabinendecke nur wenig Vertrauen erweckte.

Die mit Klebestreifen befestigten, nicht gerade professionell wirkenden, in russischer Sprache und Schrift gemalten Pappschildern mit den Sicherheitshinweisen, haben uns auch nicht unbedingt beruhigt.

Einzig der „Loadmanager, ein russischer Offizier, der für die Verladung von Mensch und Material zuständig war, hat uns mit seinem raschen Einschlafen, unmittelbar nach dem Start, an eine gewisse Sicherheit erinnert.

Nach guten 4 Stunden des extrem lauten Sausen der 4 Triebwerken, die sich ohne Schalldämpfer, nur wenige Meter neben uns, draußen auf den schrägen Tragflächen austobten und sich Luft machten, landeten wir sanft am Rollfeld von Punta Arenas.

Unmittelbar darauf versuchte ich telefonisch die letzten vier, noch verfügbaren Sitzplätze für den Langstreckenflug nach Europa zu ergattern, was mir Dank Andi Höck in Kitzbühel tatsächlich gelungen ist.

Am nächsten Tag, kurz nach 19.00 Uhr landeten wir vier Glücklichen dann bei Schneetreiben und schlechten Strassenbedingungen in München. Die knapp vierstündige Autofahrt bis nach Tristach brachten wir auch noch irgendwie hinter uns.

Jetzt sitze ich in meinem Büro und kann es nacherleben, wie Ihr unsere Reise über den Blog erleben konntet. Ich möchte meiner Sabine dafür ganz extra herzlich danken, wie feinfühlig und herzlich sie unser Abenteuer kommentiert hat.

Was wäre ein Webblog ohne Leser?

Also möchte ich mich bei euch ganz ganz aufrichtig für eure so guten und positiven Gedanken bedanken, die ihr in Richtung Süden zu uns geschickt habt.

Ihr könnt es mir glauben, als wir 2 Stunden unterm Gipfel unsere Steigeisen in das Eis gedrückt hatten, habe ich meine drei Freunde damit animiert, dass sich die Mühe lohnt, weil ich spüre, wie viel gute Energie in dieser Stunde zu uns geschickt wird….

Mich würde es ganz groß freuen, wenn ihr uns bei meinem nächsten Abenteuer wieder so stark unterstützen würdet….

 Alles Liebe,  euer Team,  Udo, Thomas, Andi, Sabine und ich selbst – Andy

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5 Antworten auf Zurück in der Heimat

  1. David Denifl sagt:

    Schen dass wieda guad zrug seids echt a wahnsinn insaoans hot foscht goa nit mitkriagt dass es überhaupt weg woads! gratuliere und genießt nun die heimischen berge in diesem genialen winter!!!

  2. reini & martina sagt:

    Wir freuen uns sehr, daß Ihr alle wieder gut in der Heimat gelandet seid.
    Wünschen Euch Allen, “Frohe Weihnachten und ein gesundes Neues Jahr 2011″.

  3. christian roeloffs sagt:

    Liebes mutige team
    Hat mich gefreut euer tagebuch lesen zu dürfen,auf so einem trip kann man wirklich seine grenzen ausloten.Werden am 7.januar zum südpol aufbrechen,eure mitteilungen waren für mich sehr hilfreich da ich das erste mal an so einer expedition teilnehme.
    Frohe Weihnachten Christian

  4. Alex Putz sagt:

    Hallo Leute,
    Gratuliere Euch von ganzem Herzen. Es freut mich, dass ihr wieder alle gut zu Hause angekommen seit. Wünsche Euch für alle Euere Unternehmungen im Neuen Jahr alles alles Gute und weiterhin viel Motivation für Eure zukünftigen Unternehmungen.
    lg Alex
    PS: Vielleicht sieht man sich ja mal bei einem Vortrag

  5. gaby Kopplin sagt:

    Hallo,

    ich bin Studentin für Tourismus und Eventmanagement an der Hochschule Berlin und führe eine Studie eine Umfrage zu der Motivation von Abenteuertouristen durch, welche in die Antarktis reisen wollen bzw. schon einmal dort waren.

    Für die Teilnahme und Weiterleitung an andere Mitglieder wäre ich Ihnen sehr dankbar:

    Link http://www.studentenforschung.de/web/?id=171254

    Mit freundlichen Grüßen

    Gaby Kopplin
    http://www.studentenforschung.de/web/?id=171254
    http://www.studentenforschung.de

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